Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

17.05.2016

16:27 Uhr

Sigmar Gabriel zum Atomkraft-Ausbau

„Der völlig falsche Weg“

Die EU-Kommission überlegt, auch den Ausbau von Atomenergie zu fördern. Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) übt daran scharfe Kritik: Es sei „absurd darüber nachzudenken“.

Der Bundeswirtschaftsminister hält nichts von den Gedankenspielen der EU-Kommission, auch die Atomenergie zu fördern. dpa

Sigmar Gabriel

Der Bundeswirtschaftsminister hält nichts von den Gedankenspielen der EU-Kommission, auch die Atomenergie zu fördern.

BrüsselBundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) hat scharfe Kritik an den Überlegungen der EU-Kommission zur Förderung der Atomenergie geübt. „Es ist schon absurd darüber nachzudenken, wie man eine der ältesten Technologien, die wir zur Energieerzeugung in Europa nutzen, erneut mit Subventionen ausstatten will“, sagte Gabriel am Dienstag in Brüssel. Dies wäre „der völlig falsche Weg“. Das Papier der EU-Kommission sei „nicht unter Zutun von Deutschland entstanden“.

Wenn Europa sich auf die Förderung von Energieproduktionen verständigen wolle, dann für nachhaltige, sichere und klimaschonende. „Aber nicht für Energieformen, bei denen die nachfolgende Generation wieder mit hunderten und tausenden Tonnen von Atommüll belastet wird“, sagte Gabriel.

Nuklearstrategie der EU: Atomkraft, ja bitte!

Nuklearstrategie der EU

Atomkraft, ja bitte!

Treibt Brüssel den Ausbau neuer Atomkraftwerke voran? Die Kommission weist das zurück. Doch die EU kommt auf absehbare Zeit nicht um die Nutzung von Nuklearenergie herum – auch aufgrund der Klimaziele.

Das strikte Nein zu den Überlegungen der EU-Kommission sei keine Bevormundung anderer EU-Staaten: Niemand mische sich in nationale Entscheidungen ein, welche Form von Energiemix ein Land haben will, sagte Gabriel. Aber es gehe darum, welche Energie gefördert werden soll. Atomenergie bedeute auch eine Gefahr für Länder, die sich gegen diese Energieform entschieden hätten.

„Spiegel Online“ hatte am Dienstag über den Entwurf der EU-Kommission für ein Strategiepapier berichtet. Die EU-Behörde schlägt darin unter anderem vor, auch den Ausbau der Kernkraft zu fördern. In Deutschland löste das Empörung aus. Die EU-Kommission betonte am Dienstag, es handele sich um ein „Diskussionspapier“, das offen mit Vertretern aller interessierten Mitgliedstaaten diskutiert werden soll.

Von

afp

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×