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05.01.2016

16:39 Uhr

Silvester-Nacht in Köln

„Frauen sind kein Freiwild“

VonDietmar Neuerer, Frank Specht

In der Silvesternacht sind in Köln Dutzende Frauen sexuell belästigt und ausgeraubt worden. Das Ausmaß der Vorfälle sorgt bundesweit für Entsetzen. Mehrere Bundesminister fordern harte Konsequenzen.

O-Ton zu Silvester-Überfällen

Maas: „Das hat es in der Art noch nicht gegeben“

O-Ton zu Silvester-Überfällen: Maas: „Das hat es in der Art noch nicht gegeben“

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BerlinDie Angriffe auf Frauen in der Silvesternacht rund um den Kölner Hauptbahnhof haben eine Welle der Empörung ausgelöst. Vertreter der Bundesregierung sprachen sich für harte Konsequenzen aus. Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) verurteilte die Übergriffe als "abscheulich und nicht hinnehmbar". Allerdings dürfe die offensichtliche Beteiligung von Menschen mit Migrationshintergrund an den Taten "nicht dazu führen, dass nun Flüchtlinge gleich welcher Herkunft, die bei uns Schutz vor Verfolgung suchen, unter einen Generalverdacht gestellt werden", sagte de Maizière am Dienstag in Berlin. Wichtig sei jetzt, die Täter konsequent zu ermitteln.

Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) sprach auf seiner Facebook-Seite ebenfalls von „abscheulichen“ Übergriffen, die man nicht hinnehmen werde. „Alle Täter müssen konsequent zur Rechenschaft gezogen werden.“ In einer Pressemitteilung äußerte Maas zudem die Vermutung, dass es sich bei den Attacken um eine „völlig neue Dimension organisierter Kriminalität“ handle. „Wir dürfen nicht zulassen, dass Menschen in unseren Städten blanker Gewalt schutzlos ausgeliefert sind“, betonte der Minister.

„Frauen sind kein Freiwild. Übergriffe auf Frauen – welcher Art auch immer – nehmen wir nicht hin", erklärte Bundesfrauenministerin Manuela Schwesig. Die Vorfälle in Köln nannte die SPD-Politikerin "widerwärtig und abscheulich". "Die Täter, egal welcher Herkunft und Religion sie sind, müssen schnell ermittelt und zur Rechenschaft gezogen werden. Mit aller Konsequenz“, verlangte Schwesig.

Ähnlich äußerte sich der der CSU-Innenpolitiker Stephan Mayer. "Sollte sich herausstellen, dass tatsächlich die weit überwiegende Zahl der Täter aus dem arabischen oder nordafrikanischem Raum stammen, so darf dies nicht verschwiegen werden, sondern ist in die Überlegungen, wie solche Übergriffe zu verhindern sind, mit einzubeziehen", sagte Mayer und fügte hinzu: "Es wäre fatal, wenn derartige Straftaten gerade von einem Teil derjenigen begangen werden, denen wir großzügige Aufnahme in unserem Land gewährt haben.“

Unionsfraktionschef Volker Kauder (CDU) sprach mit Blick auf die Ereignisse in Köln von "schockierenden Gewaltexzessen gegen Frauen". Auch er forderte, die Täter zur Rechenschaft zu ziehen. "So etwas darf sich in unserem Land an keinem Ort wiederholen", sagte der CDU-Politiker der "Rheinischen Post".

Missbrauch in der Silvesternacht

Was ist über die Täter bekannt?

Bisher erstaunlich wenig. Zeugen und Opfer berichten - laut Polizei übereinstimmend - von Männern, die „dem Aussehen nach aus dem arabischen oder nordafrikanischen Raum“ stammen. So hat es der Kölner Polizeipräsident Wolfgang Albers auf der Pressekonferenz am Montag formuliert. Demnach soll eine Gruppe von Männern auf dem Domplatz gewesen sein, die meisten von ihnen zwischen 15 und 35. In kleineren Gruppen sollen sie Frauen umzingelt, sexuell belästigt und ausgeraubt haben, in einem Fall auch vergewaltigt. 90 Anzeigen gibt es bis Dienstagmittag. „Wir haben noch keine konkreten Täterhinweise“, sagt Heidemarie Wiehler von der Direktion Kriminalität.

Hatten sich die Männer vorab verabredet?

Die Polizei gibt auf diese Frage keine konkrete Antwort. Wenn aber so viele Taten nach einem so ähnlichem Muster verübt würden, liege die Vermutung nahe, dass die Täter in irgendeiner Form miteinander verbunden seien, sagt ein Polizeisprecher lediglich.

Wie war die Polizei aufgestellt?

Die Bundespolizei, die für den Bahnhof zuständig ist, war nach Angaben von Wolfgang Wurm, Präsident der Bundespolizeidirektion Sankt Augustin, mit 70 Kräften vor Ort. Die Kölner Polizei hatte im Bereich Hauptbahnhof und Dom rund 140 Beamte im Einsatz. Einige davon wurden aus anderen Teilen der Innenstadt zum Bahnhof geschickt, als dort die Lage eskalierte. „Für den Einsatz, den wir voraussehen konnten, waren wir sehr gut aufgestellt“, sagt Wurm. Wie sich der Einsatz dann tatsächlich entwickelt habe, sei eine „völlig neue Erfahrung“ und „für uns nicht absehbar“ gewesen: „Dafür hätten wir sicherlich ein wenig mehr Kräfte benötigt.“

Wie konnte es trotz Polizeipräsenz zu so vielen Straftaten kommen?

Von den sexuellen Übergriffen und Diebstählen erfuhr die Polizei Wurm zufolge größtenteils im Laufe der Silvesternacht durch die wachsende Zahl von Anzeigen. Die Taten selbst hätten die anwesenden Polizeibeamten nicht beobachtet, weil diese sich in einer riesigen und unübersichtlichen Menschenmenge abgespielt hätten. Festnahmen habe es keine gegeben, weil Zeugen und Opfer die Täter im Getümmel nicht wiedererkannt hätten.

Was will die Polizei künftig anders machen?

Vor allem im Hinblick auf den bevorstehenden Karneval kündigt die Polizei an, die Einsatzkräfte bei Großveranstaltungen weiter aufzustocken, auch mit Zivilbeamten. Polizeipräsident Albers zufolge soll auch geprüft werden, ob bestimmte Bereiche stärker mit Videokameras überwacht werden. Über weitere Maßnahmen wollen Polizei und Stadt gemeinsam nachdenken.

Am Silvesterabend hatten sich auf dem Bahnhofsvorplatz laut Polizei etwa 1.000 Männer versammelt, die „dem Aussehen nach aus dem arabischen oder nordafrikanischen Raum“ stammen. Dies hätten alle Zeugen übereinstimmend ausgesagt. Ähnlich hatten sich die Polizei und die Gewerkschaft der Polizei (GdP) in Pressemitteilungen geäußert.

Aus der Menge bildeten sich demnach Gruppen von mehreren Männern, die Frauen umzingelt, bedrängt und ausgeraubt haben sollen. Polizeipräsident Wolfgang Albers sprach am Montag von Sexualdelikten in sehr massiver Form und einer Vergewaltigung. Mittlerweile seien 90 Anzeigen eingegangen, sagte ein Polizeisprecher am Dienstag. „Wir gehen davon aus, dass noch weitere hinzukommen“, sagte er. Zum Teil gehe es um sexuelle Übergriffe, zum Teil um Taschendiebstähle. Die Polizei versuche nun, die Berichte zu ordnen und Videomaterial auszuwerten. Bislang gebe es noch keine Festnahmen konkret zu den Vorkommnissen in der Silvesternacht auf dem Domplatz.

Missbrauchsfälle in Köln: „Straftaten einer völlig neuen Dimension“

Missbrauchsfälle in Köln

„Straftaten einer völlig neuen Dimension“

Für die vielfachen Übergriffe auf Frauen am Kölner Hauptbahnhof in der Silvesternacht soll eine rund 1000 Mann starke Gruppe verantwortlich sein. Die Polizei ist vom Vorgehen der Täter schockiert und tief betroffen.

Die Kölner Polizei steht in der Kritik, nicht schnell und angemessen reagiert zu haben, Präsident Albers rechtfertigte sich: „Es gibt in Köln keinen rechtsfreien Raum. Wir waren mit starken Kräften im Einsatz.“

In einer Pressemitteilung vom Neujahrstag hatte die Polizei in Köln dagegen von „friedlich“ verlaufenen Silvesterfeierlichkeiten gesprochen. Von sexuellen Übergriffen war nicht die Rede. Der Bahnhofsvorplatz habe zwar im „Bereich des Treppenaufgangs zum Dom durch Uniformierte geräumt“ werden müssen. Dies habe jedoch das Ziel gehabt, eine „Massenpanik durch Zünden von pyrotechnischer Munition bei den circa 1.000 Feiernden zu verhindern“. Die Einsatzlage habe sich jedoch "entspannt" gestaltet - "auch weil die Polizei sich an neuralgischen Orten gut aufgestellt und präsent zeigte". Zu den Vorfällen setzte Oberbürgermeisterin Henriette Reker für heute ein Krisentreffen an.

Politik und Sicherheitsbehörden vor Ort stehen unter großen Druck. Der nordrhein-westfälische Bundestagsabgeordnete Wolfgang Bosbach (CDU) plädierte bereits dafür, dass sich auch der Innenausschuss des Bundestages mit den Kölner Vorfällen befassen solle. Der Bahnhof und das Bahnhofsgelände lägen in der Verantwortung der Bundespolizei, sagte Bosbach der "Rheinischen Post". Im Bahnhofsumfeld sei hingegen die Landespolizei zuständig. Es stelle sich die Frage, ob genügend Kräfte im Einsatz gewesen seien und wie es um die Kooperation zwischen Bundes- und Landespolizei stehe.

Kommentare (39)

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Herr Harald Trautmann

05.01.2016, 12:57 Uhr

80% aller Asylanten sind junge Männer die aus Regionen kommen, in denen
sich die Frauen nicht so ohne Weiteres vor den sexuellen Übergriffen von
Männern wehren können, man sie unterdrückt. Die Frauen werden aus diesen Regionen zwangsverheiratet, beschnitten und sind in jeglicher Hinsicht dem Manne untertan. Selbstbestimmung der Frauen kennen die meisten der Asylanten aus ihren
Regionen nicht und deshalb ist es auch kein Wunder, dass ihnen das selbstbewusste Verhalten der europäischen Frauen vollkommen fremd ist.
Männer aus diesem Kulturkreis kennen keine Ablehnung von Frauen, weil diese Ablehnung sofort durch Gewalt unterdrückt wird.
In diesem Kulturkreis herrscht keine Selbstbestimmung der Frau, sondern sie muss sich dem Willen des Mannes unterordnen. So kommt es, dass hier mittlerweile millionenfach junge, gewaltbereite Ausländer zwischen 16 und 35 Jahren in Deutschland anzutreffen sind, die mit der Selbstbestimmung der Frau in unserem Land nichts anfangen können. Für sie ist es ein Affront, wenn sich Frauen gegen ihre
Annäherungsversuche wehren und das ablehnende Verhalten führt dazu,
dass die Asylanten und Migranten immer aggressiver werden, da sie sich
in ihrer Männlichkeit nicht mehr bestätigt fühlen. Der Islam und die Höhe der weiter anhaltenden millionenfachen Zuwanderung aus diesem Religions- und Kulturkreis ist mit unserer offenen, freien, bisher noch toleranten, westlichen Gesellschaft und unserem Kulturkreis unvereinbar. Das was an Silvester in Hamburg, Köln, Stuttgart und anderswo passierte, ist nur der Anfang einer Negativentwicklung, die sich immer weiter verschärfen und beschleunigen wird!

Herr Marc Otto

05.01.2016, 12:58 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich und achten Sie auf unsere Netiquette: „Nicht persönlich werden“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

Herr Harald Trautmann

05.01.2016, 12:58 Uhr

Wenn Frauen in Deutschland jetzt zu „Freiwild“ werden, dann wird Widerstand gegen die Täter zur Pflicht!

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