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06.04.2015

17:22 Uhr

Sinkende Arbeitslosigkeit

Arbeitsagentur will 17.000 Stellen abbauen

Wegen der guten Lage auf dem Arbeitsmarkt haben die Mitarbeiter in den Arbeitsagenturen offenbar weniger zu tun. Bis 2019 sollen daher rund 17.000 Stellen in ganz Deutschland abgebaut werden.

Heinrich Alt, Vorstandsmitglied der Bundesagentur für Arbeit: „Natürlich passen wir uns den Veränderungen am Arbeitsmarkt an.“ dpa

Heinrich Alt, Vorstandsmitglied der Bundesagentur für Arbeit: „Natürlich passen wir uns den Veränderungen am Arbeitsmarkt an.“

BerlinDie Bundesagentur für Arbeit (BA) reagiert auf die gute Lage am Arbeitsmarkt - und treibt den eigenen Stellenabbau voran. „Natürlich passen wir uns den Veränderungen am Arbeitsmarkt an“, sagte BA-Vorstand Heinrich Alt dem Handelsblatt vom Montag. Die langfristig sinkende Arbeitslosigkeit erlaube es der Behörde, bis 2019 rund 17.000 Stellen bei den Arbeitsagenturen in Deutschland abzubauen. In den gemeinsam mit den Kommunen betriebenen Jobcentern, die sich vor allem um schwerer vermittelbare Langzeitarbeitslose kümmern, „brauchen wir aber Personalstabilität“, betonte Alt im Interview.

Der BA-Vorstand hofft auf rasche Entlastung durch den Gesetzgeber, damit nicht länger die Hälfte der Jobcenter-Mitarbeiter Hartz-IV-Leistungen berechnen müssen. Es werde schon eine große bürokratische Entlastung sein, wenn es gelinge, die Krankenversicherungsbeiträge nicht mehr für jeden Hartz-IV-Empfänger einzeln zu berechnen, sondern sie pauschal an den Gesundheitsfonds abzuführen. Darüber hinaus müsse es aber noch weitere Vereinfachungen im Leistungsrecht geben, sagte Alt, vor allem durch Pauschalierungen. „Ich hoffe sehr, dass das Änderungsgesetz noch in diesem Jahr beschlossen wird – besser heute als morgen“, sagte Alt.

Vorwürfe, in den Jobcentern gehe es vor allem darum, Kunden schnell wieder loszuwerden, um die Statistik zu schönen, wies der BA-Vorstand zurück: „Wer als Jobcenter-Mitarbeiter nur auf die rasche Vermittlung setzt, nimmt Drehtüreffekte in Kauf, weil der Arbeitslose den neuen Job womöglich schnell wieder verliert.“ Ziel sei aber nicht der kurzfristige, sondern der langfristige Erfolg. „Nur so helfen wir den Menschen auch dauerhaft“, sagte Alt.

Von

fsp

Kommentare (5)

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Herr Peter Spiegel

07.04.2015, 09:00 Uhr

17000 von 100000 in einem völlig sinnlosen Amt eigentlich sollten es alle 100000 sein.
Wer braucht ein Amt für Arbeit ? Das ist doch lächerlich. Jedes Hauptwort in der deutschen Sprache hat auch ein Amt. Mehr Blödsinn geht nicht.

Herr Ingo Ulrich

07.04.2015, 09:38 Uhr

Wenn die Tricksereien, Lügen und die Suggestion einer Schein-Arbeitswelt nicht wären !
Die getricksten Statistiken sind eine Frechheit und müssten unter Strafe gestellt werden !!!

Die Art und Weise, wie man mit dem damaligen politischen Motto "Fordern und Fördern " hausieren ging, blieb nur eins übrig [...]

Milliarden an Steuergelder für Arbeitgeber- und Arbeitnehmerverbände, wie auch "Unternehmensberatungen" & Co. für äußerst fragwürdige, sinnlose "Förderungen", nicht alle aber zu viele !!! Und die Förderung der Papier-Industrie nicht vergessen, wie die unsinnige, vorgeschriebene Anzahl an Bewerbungen !

Macht endlich das unseriöse, deregulierte Arbeitsrecht rückgängig, das war ein Rückschritt fast ins 19.Jahrhundert !
Dann wäre auch ein Mindestlohn nicht nötig ! Wir hatten ein gutes Arbeitsrecht bis ROT/GRÜN !

Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte bleiben Sie sachlich.

Herr Peter Spiegel

07.04.2015, 09:51 Uhr

So ist das, eine ganze Solzial-Industrie wird von diesem Amt versorgt. Eine Unverschämtheit!!

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