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03.07.2011

11:05 Uhr

Sinkende Arbeitslosigkeit

Bundesagentur für Arbeit streicht 17.000 Stellen

Die sinkende Arbeitslosigkeit kostet zahlreichen Angestellten der Bundesagentur den Job. Die Behörde plant einen drastischen Stellenabbau. Vor allem in Süddeutschland haben die Mitarbeiter aktuell wenig zu tun.

Agentur für Arbeit: Angestellte werden zu Hilfeempfängern. Quelle: dapd

Agentur für Arbeit: Angestellte werden zu Hilfeempfängern.

Die sinkende Arbeitslosigkeit beschert den Beschäftigten der Bundesagentur für Arbeit schlechte Zeiten. Wie „Der Spiegel“ am Wochenende berichtet, will die BA in den nächsten Jahren rund 17.000 Stellen streichen. Damit würde die Zahl der Mitarbeiter auf etwa 100.000 sinken. Am Ende wäre die BA dann wieder so groß wie vor der Wirtschaftskrise von 2008.

Weil es wegen der guten Konjunktur weniger Arbeitlose gebe, würden bei der Bundesagentur vor allem in Süddeutschland viele Stellen nicht mehr benötigt. In vielen Gemeinden in Bayerrn und Baden-Württemberg herrscht nahezu Vollbeschäftigung.
Die Arbeitsplätze bei der BA sollen ohne betriebsbedingte Kündigungen abgebaut werden, berichtet das Nachrichtenmagazin unter Berufung auf eine Vorlage für den Verwaltungsrat der Agentur. Gedacht sei daran, Stellen von Mitarbeitern nicht wieder zu besetzen, die in Rente gingen. Befristete Arbeitsverträge würden nicht verlängert. Etwa jede sechste Stelle sei befristet.

Die Bundesagentur als Behörde profitiert von dem Job-Boom: Ihr Defizit wird in diesem Jahr niedriger ausfallen als geplant. Aktuell liegen die Einnahmen 360 Millionen Euro über den Erwartungen, zugleich fielen die Ausgaben bislang um 1,5 Milliarden Euro niedriger aus als vorgesehen. Das endgültige Minus wird erst im Herbst annähernd feststehen, doch schon jetzt ist laut Weise klar: „Das Defizit wird geringer werden als das, das wir mal geplant hatten mit 5,4 Milliarden Euro.“
Dazu trägt auch der Sparkurs bei den Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen bei. Im Vergleich zum Vorjahresmonat erhielten in diesem Juni 20 Prozent weniger Arbeitslose eine entsprechende Förderung.

Der positive Trend am Arbeitsmarkt dürfte anhalten. Die Zahl der Personen, die einer Erwerbstätigkeit nachgehen können, wird in den nächsten 15 Jahren um 6,5 Millionen sinken, schätzt die Bundesagentur für Arbeit. Der Fachkräftemangel erfordert mehr Investitionen in die Integration von Zuwanderern, um sie für den deutschen Arbeitsmarkt fit zu machen. Der Internationale Bund hat auf seiner diesjährigen Mitgliederversammlung in Stuttgart die Bundesregierung aufgefordert, dafür mehr Mittel bereit zu stellen und die Kürzungen im Bereich der beruflichen Aus- und Weiterbildung umgehend zurückzunehmen.

Auf zwei Millionen könnte die Arbeitslosigkeit bis zum Ende des Jahrzehnts nach Ansicht der Commerzbank sinken. Im Juni war die Zahl der Erwerbslosen um 67 000 auf 2,893 Millionen zurückgegangen, die Quote nahm um 0,1 Punkte auf 6,9 Prozent ab.

Kommentare (9)

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Wutbuerger

03.07.2011, 11:47 Uhr

Stellenabbau wegen sinkender Arbeitslosigkeit.....dreister und verlogener geht es ja wohl nicht mehr !!!!!!!!!!!!!
Aber die Menschen wollen wohl angelogen werden.
Wie sonst könnte so etwas überhaupt sein ????
Die Menschen sind wohl fast alle gehirngewaschen und naiv. Kümmern sich nicht um ihr Leben und ihr Land......traurig !!!

Voltaire

03.07.2011, 11:59 Uhr

Der Stellenabbau bei der Bundesagentur für Arbeit hätte schon im Frühjahr 2010 beginnen müssen, da unsere Politiker zu diesem Zeitpunkt die Krise nach dem Zusammenbruch von Lehman Brothers im 4. Qrt. 2008 für beendet erklärten.

Meine Analyse, wie sich derzeitig der Arbeitsmarkt darstellt:

Nachdem wir derzeitig eine jährlich konsolidierte Wachstumsrate größer 10 Prozent haben, also eine verdeckte um ca. 6 Prozentpunkte über der offiziell vom statistischen Bundesamt veröffentlichten Zahl, herrscht ein extremer Nachfragebedarf sowohl an Fach- als auch Hilfskräften.

Aufgrund der Vollbeschäftigung werden ausländische Fachkräfte mit Berufsausbildung aktuell mit mind. 70k Jahresgehalt und Akademiker mit Studienabschluss größer 120k Jahresgehalt zzgl. einer einmaligen Integrationsprämie von 40k angeheuert.

Darüber hinaus haben sich die Unternehmen entschlossen, die Lohn- und Gehaltszahlungen für ihre Arbeiter und Angestellten zum 01.07.2011 je nach Branche zwischen 25 bis 35 Prozent rückwirkend zum 01. Januar 2011 anzuheben.

Weiterhin erstatten die Unternehmen auf Antrag ihren MitarbeiterInnen die Kita-Kosten für deren Kinder sowie Kosten für Freizeitaktivitäten und Teilnahme an Glücksspielen mit bis zu 3000 EUR pro Jahr.

Ehemalige Angestellte werden angeschrieben, ihren "wohlverdienten Ruhestand" zu unterbrechen. Für eine befristete Anstellung wäre man bereit, das letzte Monatsgehalt zzgl. einem Sonderzuschlag von 30 Prozent und einer einmaligen Anti-Abwrackpräme in Höhe von 2500 EUR zu bezahlen."

Blinse

03.07.2011, 12:39 Uhr

und weil wir uns nicht kümmern, sind wir froh, daß wir Leute wie dich haben, die das für uns tun. Zumindest schreibst du das ja andauernd. In diesem Sinne: Danke!

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