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31.01.2017

15:48 Uhr

Skandal in der Bundeswehr

Von der Leyen fordert mehr Offenheit in der Truppe

In der Elite-Ausbildungskaserne in Pfullendorf gehen Bundeswehr und Justiz derzeit Hinweisen auf Exzesse und schwerwiegendes Fehlverhalten nach. Ursula von der Leyen fordert einen offeneren Umgang mit den Missständen.

Für die Verteidigungsministerin zeugen die Vorkommnisse von „Mangel an Führung, Haltung und Kultur“ in der Bundeswehr. dpa

Ursula von der Leyen

Für die Verteidigungsministerin zeugen die Vorkommnisse von „Mangel an Führung, Haltung und Kultur“ in der Bundeswehr.

BerlinVerteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) hat angesichts des Skandals um Erniedrigungen und Demütigungen in der Bundeswehr einen offeneren Umgang mit Missständen eingefordert. Die Ereignisse im baden-württembergischen Pfullendorf seien „bestürzende Zeichen für einen Mangel an Führung, Haltung und Kultur“, sagte sie am Dienstag vor rund 200 hochrangigen Vertretern unter anderem aus dem Militär in Berlin. Sie erörterten bei einer Konferenz den Umgang mit sexuellen Minderheiten in der Bundeswehr.

Mit scharfen Worten verurteilte von der Leyen die Exzesse. „Für die große Mehrheit der Truppe lege ich jederzeit meine Hand ins Feuer“, sagte die Ministerin. Umso schlimmer sei es, wenn Einzelne gegen die Menschenwürde und schwer gegen die Kameradschaft verstoßen würden.

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Der Gewalt-Skandal von Pfullendorf erinnert an längst vergangene Zeiten bei der Bundeswehr. Während in der Kleinstadt über die Vorgänge noch gerätselt wird, stellen Politiker kritische Fragen an die militärische Führung.

Es gebe zwar klare gesetzliche Grundlagen und Prinzipien der inneren Führung, aber Vorkommnisse wie in Pfullendorf zeigten, dass diese nicht immer gelebt würden. „Es beginnt bei schäbigen Witzen, geht über herabwürdigende Bemerkungen bis hin zu widerwärtigem Verhalten“, sagte von der Leyen. Sie ermunterte ihre Führungskräfte, hinzuschauen und solche Themen offen anzusprechen. Wenn der Dienstweg versage und Vorgesetzte mauerten, müsse es zudem einen direkten Draht zu einem Ombudsmann oder einer Ombudsfrau geben.

Der verteidigungspolitische Sprecher der SPD im Bundestag, Rainer Arnold (SPD), machte den früheren Verteidigungs- und jetzigen Innenminister Thomas de Maizière (CDU) für einen Geist des Schweigens in der Bundeswehr mit verantwortlich. „Mancher Zeitsoldat, der als Berufssoldat übernommen werden will, beißt eher die Zähne zusammen, um die Karriere nicht zu gefährden“, sagte er im „Südkurier“ (Dienstag) weiter.

In der Elite-Ausbildungskaserne in Pfullendorf gehen Bundeswehr und Justiz derzeit Hinweisen auf schwerwiegendes Fehlverhalten nach. Sieben Soldaten wurden vom Dienst suspendiert und sollen fristlos entlassen werden. Die Staatsanwaltschaft Hechingen ermittelt gegen sie wegen Körperverletzung, Nötigung und Freiheitsberaubung. Die Strafverfolger forderten die Bundeswehr indes auf, Informationen zu weiteren bekannt gewordenen Fällen von sexueller Nötigung herauszugeben. Am Mittwoch wird der Generalinspekteur der Bundeswehr zu einem Termin hinter verschlossenen Türen in der Kaserne erwartet.

Kommentare (2)

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Herr Günther Schemutat

31.01.2017, 18:09 Uhr

Wenn ich an meine 2 Jahre Zeit bei der Bundeswehr in einer Aufklärungseinheit denke, dann kann ich nur den Kopf schütteln und sehe eine Bundeswehr die
verweichlicht wird. Schon früher gab es unter Kameraden schräge Sachen aber vor allen waren es Ausbilder bei uns aus Nagold , Ältere wissen was ich meine.

Gruppen zu fünf Teilnehmern bei 30% Hitze mit Gasmaske einen Berg rauflaufen und die letzte Gruppe von 6 oder 7 Gruppen musste die erste überholen. Das ging den ganzen Vormittag so. Nachteinsätze ohne Trinken ,essen nur was der Wald bietet etc. Vor dem Frühstück 10 KM lauf.

Was ich heute sehe ist ja abstossend, was will V,D,L Rosa Bettwäsche für alle und der militärische Gegner wird vorher gefragt ob er einverstanden ist , dass man auf ihn schiesst.

Solche Soldaten wie heute kann man nicht in den Einsatz schicken. zumal auch noch die Grünen jeden Soldaten anzeigen, wenn sich ein Taliban bei denen beschwert weil die Bundeswehr so roh zu ihm war.


Ein Soldat ist Soldat zum töten ausgebildet , dazu muss ein Verteidigungsminister stehen. Frauen sind für den Job nicht geeignet,

Herr Chris Adam

01.02.2017, 11:06 Uhr

Hr. Schemutat schon wieder... genau meine Meinung. Ich meine, es sei dem 2ten Weltkrieg geschuldet das wir diese Truppe wie sie heute ist haben und dies sicher auch so gewollt ist. Das könnte man dann aber wenigstens auch sagen und es nicht so darstellen als wären die Soldaten die heute in Watte eingepackt ausgebildet werden das non-plus-Ultra!

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