Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

03.05.2012

16:51 Uhr

Skandal um FDP-Politiker

Privat zu Besuch bei Ahmadinedschad

Dieser Urlaub hat Folgen: Der niedersächsische FDP-Landtagskandidat Claus Hübscher hatte bei einer Reise in den Iran auch Präsident Ahmadinedschad besucht. Kritiker forderten den Rücktritt des liberalen Lokalpolitikers.

Claus Hübscher neben Mahmud Ahmadinedschad auf einem Gruppenfoto. Der 65-Jährige ist stellvertretender FDP-Parteichef in Delmenhorst. dpa

Claus Hübscher neben Mahmud Ahmadinedschad auf einem Gruppenfoto. Der 65-Jährige ist stellvertretender FDP-Parteichef in Delmenhorst.

Delmenhorst/HannoverEin FDP-Politiker aus Niedersachsen hat sich mit einem Treffen mit dem iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad bei einer Reise nach Teheran viel Ärger eingehandelt. In der FDP gibt es scharfe Kritik an der Teilnahme des Delmenhorster Landtagskandidaten Claus Hübscher an dem Gespräch während einer Gruppenreise in den Iran. FDP-Landeschef Stefan Birkner reagierte mit Unverständnis auf Hübschers Teilnahme. Der private Besuch des „diktatorischen Regimes“ sei „in höchstem Maße irritierend“, sagte er der Nachrichtenagentur dpa am Donnerstag in Hannover.

Hübscher wehrte sich gegen den Vorwurf, er nehme den als Holocaust-Leugner kritisierten Ahmadinedschad in Schutz. Bei dem etwa einstündigen Treffen am 27. April habe der Präsident abgestritten, den Holocaust zu leugnen. Zudem habe er betont, sein Land habe und entwickle keine Atomwaffen, sagte der 65 Jahre alte stellvertretende Kreisvorsitzende der dpa. Er selbst mache sich diese Aussagen nicht zu eigen. „Es handelt sich um ein totalitäres Regime.“

Der hannoversche Bundestagsabgeordnete Sven-Christian Kindler (Grüne) sprach von einem Skandal. Ahmadinedschad habe mehrmals öffentlich zur Vernichtung Israels aufgerufen und den Holocaust geleugnet. Die FDP müsse sich fragen lassen, ob Hübscher weiter für den niedersächsischen Landtag kandidieren dürfe.

Birkner versprach am Donnerstag Aufklärung. Ob der Besuch gar zu einem Parteiausschluss führe oder andere Konsequenzen für Hübschers Landtagskandidatur habe, müsse sich zeigen. „Ich will nichts ausschließen“, sagte Birkner. Hübscher selbst zeigte sich völlig überrascht über die Aufregung. Seine Partei sei über die Reise informiert gewesen, sagte er der „Nordwest-Zeitung“ (Donnerstag).

Die zehntägige Reise sei von Yavuz Özuguz organisiert worden, der Vorsitzender des Vereins Islamischer Weg in Delmenhorst ist. Der Verein stand zeitweise unter Beobachtung des Verfassungsschutzes.

Von

dpa

Kommentare (7)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

heuchler

03.05.2012, 18:05 Uhr

auch für wessis gibts seit ende 89 reisefreiheit

Account gelöscht!

03.05.2012, 18:18 Uhr

Ist schon penetrant, die ständige Schuldzuweisung bei nicht absolut stromlinienförmigem und somit automatisch verdächtigem Verhalten von Mitbürgern, die sich selbst vor Ort ein Bild machen möchten und sich somit als denkende Menschen darstellen. Die Schuldzuweiser haben scheinbar keine bessere Aufgabe, um ihre Alimentation auf Kosten der Steuerzahler zu rechtfertigen. Diese sind mehr als flüssig, also überflüssig.

Jens

03.05.2012, 18:22 Uhr

Der Iran hätte mich ja auch einladen können. Nur weil der es nicht gemacht hat bin ich noch lange nicht auf andere böse weil sie eine Einladung hatten und ich nicht.
Vielleicht verbringe ich meinen Sommerurlaub im Iran dort ist es im Mai immer sehr schön und nicht zu warm.
Gruss aus Ostfriesland.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×