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24.09.2013

17:49 Uhr

Social Media

Es hat sich ausgezwitschert – nicht nur für die FDP

VonLaura Waßermann

Einst war die FDP besonders fleißig bei Twitter & Co. Doch nach dem Wahlabsturz der Liberalen herrscht plötzlich Stille im Netz. Nur die Kommentatoren sind fleißig. Besonders auf der Seite von Philipp Rösler.

Noch im Mai war Philipp Rösler bei Twitter. Doch um die FDP ist es im Netz still geworden. dpa

Noch im Mai war Philipp Rösler bei Twitter. Doch um die FDP ist es im Netz still geworden.

DüsseldorfAusgerechnet die FDP war eine der fleißigsten Twitter-Parteien in diesem Jahr. Aber kaum waren die katastrophalen Wahlergebnisse öffentlich, wurde es still in den sozialen Netzwerken. Keine Tweets, keine Parolen. Insgesamt 24 Stunden ließen die Liberalen ihre Fans auf ein Zeichen warten. Am Samstag meldeten sich sich noch 14 Mal.

Am Montag, gab es dann den ersten und - bislang - einzigen Tweet der FDP. Allerdings war er lediglich eine Wiederholung dessen, was Christian Lindner bereits drei Stunden vorher gewittert hatte: Er bewirbt sich für den Parteivorsitz.

Zumindest Lindner selbst meldete sich schon früher zu Wort. Nach dem 4,7 Prozent-Desaster am Sonntag sei er gewillt, die FDP neu zu sortieren - so hieß es bei Twitter und auf dem parteieigenen Internetportal:

Bei Facebook hielt sich die Partei nicht so bedeckt. Kurz nach der ersten Hochrechnung am Sonntag erschien ein Video, in dem Rainer Brüderle und Philipp Rösler ihr Bedauern ausdrücken. Rösler schrieb in persona außerdem eine Art Abschiedsbrief an alle Facebook-Fans. Darin betont er, dass die FDP nicht nur ein Job für ihn gewesen wäre, sondern eine „Lebens- und Herzensaufgabe“. Dennoch sehe er die Niederlage ebenso als eine Chance und sparte nicht an altbekannten Kampfansagen: „Jetzt müssen wir die Ärmel hochkrempeln!“

Trotzdem: Die Anhänger der FDP bleiben jedenfalls bei Facebook misstrauisch. Unter Röslers Post stehen Kommentare wie „Tja viel versprechen, wenig halten = FDP?“ von Lukas Mazurek und „Wer war die FDP?“ von Thomas Krause. Dem Thema Lindner sind die Nutzer zumeist positiv gestimmt. So schreibt beispielsweise Julian Schulte: „Der Umbruch ist möglich! Ich glaube an CL“. Andere, wie Sven Kondziela, hingegen finden die schnelle Reaktion von dem nordrhein-westfälischen Landeschef irritierend bis geschmacklos: „Lieber Herr Lindner, warten wir doch mal einen Parteitag ab und hören wir doch mal, was die Basis sagt!!! Hier schreien, wenn das Grab des Vorgängers noch nicht mal zugeschüttet ist, kann jeder.“
Eine Niederlage erlebt haben auch Die Grünen. Gleichermaßen ruhig ist es auf dem Twitterkanal der Partei. Lediglich zwei Tweets sind seit Sonntag erschienen - mit dem selben Thema:

In Sachen Social Media sind Roth, Trittin und Co. jedoch selbst aktiv. So twittert der Noch-Fraktionsvorsitzende erst kürzlich folgendes:

Claudia Roth wendet sich über Facebook an ihre Partei-Fans. Am Montag noch sprach sie ihr Bedauern aus über die Wahl-Schlappe aus: „Wir haben gestern eine bittere Niederlage einfahren müssen, die wahnsinnig weh tut.“ Dienstagmittag sogleich postete sie die Neuigkeit ihres Rücktritts.
Während sich die FDP und die Grünen im Internet ausgesprochen schockiert und nachdenklich zeigen, gibt laut Twitter für die Alternative für Deutschland allen Grund, sich zu bejubeln - trotz fehlender fünf Prozent.

Bernd Lucke feiert sich. Und er wird gefeiert. Auf der Facebook-Seite der AfD schreibt er: "Nie zuvor hat eine gerade erst gegründete Partei so erfolgreich an Wahlen zum Deutschen Bundestag teilgenommen! Dieser Erfolg ist maßgeblich einem phantastischen Wahlkampf zu verdanken“. Die Nutzer sind begeistert. Thomas Popp kommentiert: „Herzlichen Glückwunsch zu diesem guten Ergebnis, bleibt dran lasst nicht nach und ich werde euch beim nächsten mal wieder wählen“. „Nach der Wahl ist vor der Wahl, ich freue mich auf die blaue Zukunft“, schreibt Lars Friedrichs.

Bei Facebook nahm am Montag auch FDP-Mann Guido Westerwelle zum Wahlergebnis Stellung: „Wir sind sehr enttäuscht und sehr traurig, dass es nicht gereicht hat für die FDP. Ich danke allen Wählerinnen und Wählern, die uns das Vertrauen ausgesprochen haben“, heißt es unter anderem. Ausgerechnet zwei Tage nach dem Rauswurf aus dem Bundestag ist der Außenminister nach New York geflogen, um an der UN-Vollversammlung teilnzunehmen. Einer der letzten Amtsakte Westerwelles bis im Oktober entschieden wird, wer seine Position übernehmen wird.

Kommentare (2)

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MartinFuchs

25.09.2013, 11:37 Uhr

Diese Analyse bestätigt dann ja wa sich wenige Stunden nach dem Wahlergebniss noch sehr verschlafen im ARD mittagsmagazin gesagt habe: http://www.daserste.de/information/politik-weltgeschehen/mittagsmagazin/sendung/social-media-wahl-twitter-facebook-100.html ;)

r-tiroch@t-online.de

25.09.2013, 20:40 Uhr

da kann ja der Rösler tatsächlich schon 5 Jahre eher in Rente gehen, gell?

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