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15.02.2017

12:12 Uhr

Sofortabschreibungen

Große Koalition entlastet Mittelstand

VonMartin Greive, Dana Heide

Die Koalition legt einen langen Streit bei und hebt die Grenze für Sofortabschreibungen an – zum ersten Mal seit mehr als 50 Jahren. Besonders kleine Mittelständler und Handwerker sollen davon profitieren.

Finanzminister Schäuble hält die neuen Abschreibungsregeln für wenig effizient aber teuer. dpa

Wolfgang Schäuble

Finanzminister Schäuble hält die neuen Abschreibungsregeln für wenig effizient aber teuer.

BerlinUnion und SPD haben sich nach langem Streit auf eine Anhebung der Grenze für die Sofortabschreibung geringwertiger Wirtschaftsgüter (GWG) geeinigt. Ab 2018 soll die Grenze von derzeit 410 Euro deutlich angehoben werden. Dies bestätigten Koalitionskreise dem Handelsblatt. Offen ist noch die genaue Höhe. Zunächst hieß es aus der Union, man habe sich auf 1000 Euro geeinigt, in SPD-Kreisen wurde die Einigung auf eine bestimmte Höhe aber bestritten. Später wurde in Unionskreisen eingeräumt, dass die Höhe tatsächlich noch zur Diskussion steht.

Die Grenze für die Sofortabschreibung von geringwertigen Wirtschaftsgütern wurde seit mehr als 50 Jahren nicht mehr angehoben. „Umso erfreulicher ist es, dass wir diese Forderung des Mittelstandes, die seit Jahrzehnten an uns herangetragen wurde, jetzt nach jahrelangen Diskussionen endlich umsetzen können“, sagte der wirtschaftspolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Joachim Pfeiffer, dem Handelsblatt. Es sei „höchste Zeit“ gewesen, den „völlig veralteten Schwellenwert“ an die betrieblichen Realitäten anzupassen. „Das ist ein wirklich großer Wurf beim Thema Bürokratieabbau“, sagte Pfeiffer.

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„Ein schöner Erfolg für den Mittelstand“, freute sich Dieter Janecek, wirtschaftspolitischer Sprecher der Grünen-Fraktion. Auch die Grünen hatten sich seit längerem für eine Anhebung eingesetzt.

Von der Maßnahme profitierten besonders kleinere Mittelständler und Handwerker, da sie von weitreichenden Aufzeichnungspflichten befreit werden, wenn sie Wirtschaftsgüter wie beispielsweise Handys, Werkzeuge oder Büromöbel direkt abschreiben können. „Wir setzen darauf, dass auch der Bundesrat diesen Weg mitgeht, damit diese wichtige Entlastungsmaßnahme noch vor der Sommerpause in Kraft treten kann“, sagte Pfeiffer.

Die großzügigeren Abschreibungsregeln waren von der SPD und dem Wirtschaftsflügel der Union vorangetrieben worden. CDU-Finanzpolitiker hatten dagegen ebenso Bedenken wie Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU). Sie hielten die Reform für wenig effizient, aber teuer. Würde die Grenze wie von der Union gefordert auf 1.000 Euro angehoben, würde das die Unternehmen um rund 1,5 Milliarden Euro entlasten.

Kommentare (1)

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15.02.2017, 12:33 Uhr

So, so. 50 Jahre untätig gewesen.

Würde man die Inflation mit eingerechnen, müsste die Abschreibung nach 50 Jahren vermutlich bei 4100 Euro und nicht bei vielleicht 1000 liegen.

Na ja, der Nebenkriegsschauplatz für Mittelständler. Ist ja Wahljahr.

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