Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

26.08.2013

17:24 Uhr

Solar- und Windstrom

Energieagentur fordert Ende der Sonderförderung

ExklusivKanzlerin Angela Merkel will nach der Bundestagswahl das Erneuerbare-Energien-Gesetz reformieren. Der Chef der Deutschen Energie-Agentur schlägt einen extremeren Weg vor: „Das EEG sollten wir abschaffen.“

Dena-Chef Stephan Kohler: „Förderung der Erneuerbaren von Grund auf reformieren.“ dpa

Dena-Chef Stephan Kohler: „Förderung der Erneuerbaren von Grund auf reformieren.“

BerlinDer Chef der Deutschen Energie-Agentur (Dena), Stephan Kohler, fordert das Aus für das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG). „Das EEG in der heutigen Form sollten wir abschaffen“, sagte Kohler dem Handelsblatt. Kohler spricht sich dafür aus, den Ausbau von Windrädern und Solaranlagen nur noch zuzulassen, wenn die Anlagen sich ins System integrieren lassen.

Kohler will die Förderung der Erneuerbaren von Grund auf reformieren. Sein Konzept sieht vor, dass künftig zunächst die Netzbetreiber bekannt geben, wann und wo mit dem Ausbau von Leitungskapazitäten zu rechnen ist. Wo es die Netzkapazitäten zulassen, soll der Bau von Windrädern oder Photovoltaikanlagen ausgeschrieben werden: Die Betreiber mit dem günstigsten Angebot bekommen den Zuschlag.

Industrie und Kunden in Sorge: Regierung erleidet Schiffbruch mit ihrer Energiepolitik

Industrie und Kunden in Sorge

Regierung geht mit ihrer Energiepolitik unter

Wirtschaft und Verbraucher finden: Die Energiepolitik der Bundesregierung ist Murks.

Kohlers Konzept bricht mit ehernen Grundsätzen des EEG. So will er den Einspeisevorrang der Erneuerbaren abschaffen. Er garantiert die Einspeisung des Stroms aus erneuerbaren Quellen vor allen anderen Erzeugungsarten. Außerdem sollen die Produzenten von Strom aus erneuerbaren Quellen die Vermarktung ausschließlich selbst vornehmen. Bislang stehen ihnen die festen EEG-Vergütungen zu, die teilweise erheblich über den Preisen an der Strombörse liegen.

Die Direktvermarktung des Stroms geschieht heutzutage freiwillig, eine Rückkehr ins System der festen Vergütungen ist leicht möglich. Nach Kohlers Vorstellungen soll es für Neuanlagen spätestens 2020 nur noch die Direktvermarktung auf eigenes Risiko geben. „Der Selbstvermarktungsdruck bringt viele innovative Dienstleister an den Start“, ist sich der Dena-Chef sicher. Gesellschafter der Dena sind zu 50 Prozent die Bundesrepublik Deutschland, die staatliche Förderbank KfW (26 Prozent), Allianz, Deutsche Bank und DZ Bank (jeweils acht Prozent). Im Aufsichtsrat sind die Bundesministerien für Wirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz vertreten.

Fragen und Antworten zur Förderung der erneuerbaren Energien

Was ist die EEG-Umlage?

Rund 45 Prozent des Strompreises machen bereits Steuern, Abgaben und Umlagen aus - im Fokus steht besonders die sogenannte EEG-Umlage. Im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) sind für Wind- und Solarparks, Biogasanlagen und Wasserkraftwerke auf 20 Jahre garantierte feste Vergütungssätze festgelegt. Daher ist mit einem raschen Sinken der Förderkosten vorerst nicht zu rechnen.

Wie werden die Vergütungssätze berechnet?

Gezahlt wird die Differenz zwischen dem garantierten Vergütungssatz für den Hersteller und dem tatsächlich am Markt erzielten Preis. Die Verwalter des Umlage-Kontos, die Übertragungsnetzbetreiber, berechnen angesichts der Anlagenzahl und von Erfahrungswerten beim Wetter die möglichen Fördersummen und geben immer zum 15. Oktober eine Umlage für das kommende Jahr an. Verrechnen sie sich, wird das mit der nächsten Umlage korrigiert.

Was ist das Quotenmodell?

Beim Quotenmodell müssen Energieversorger einen bestimmten Anteil des Stroms aus erneuerbaren Quellen liefern - notfalls durch Zukauf von Ökostrom bei Betreibern von Wind- oder Solarparks. Wie sie das anstellen ist nebensächlich, Hauptsache sie erfüllen die Quote. Wenn sie die Quote nicht erfüllen, müssen sie Strafe zahlen. Bisher haben etwa Großbritannien und Schweden das Quotenmodell umgesetzt.

Die Parteien sind mit Blick auf eine EEG-Reform wesentlich behutsamer als der Dena-Chef. So hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel zwar in den vergangenen Wochen mehrfach gesagt, dass EEG müsse reformiert werden. Den Einspeisevorrang stellt Merkel aber nicht in Frage. Im Regierungsprogramm von CDU und CSU heißt es, man wolle das EEG „weiterentwickeln“. Im Energie-Konzept der SPD heißt es, dass EEG müsse „grundlegend reformiert“ werden, der Einspeisevorrang solle aber erhalten bleiben.

Von

str

Kommentare (26)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Angela-Wendehals

26.08.2013, 17:44 Uhr

hmm, was sollen wir mit dieser Technologie noch anfangen.

Alles was nutztbar ist, hat Angela eh an die amerikanischen Freunde verraten und durch ihr Billigung den NSA Schnüfflern alle Türen zu deutschen know how geöffnet. Also können wir eh das alles auf den Müll werden, was uns noch geblieben ist.

Aber diesen Verrat an die NSA wird Angela Wendehals nicht „überleben“, denn das Volk ist zwar langsam, aber es vergisst nie, was unsere wahren Politiker sind.

vandale

26.08.2013, 17:47 Uhr

Ohne Einspeisevorrang gibt es natürlich keine "Erneuerbaren Energien".

Der Wind und die Sonne generieren Strom entsprechend den Launen des Wetters. Das ist vergleichbar eines Eisenbahnfahrplans nach dem Lustprinzip. Solange man ein Auto hat, würde man sich dies nicht antun. So würde ohne Subvention und Einspeisevorrang kein Versorger "Erneuerbare Energien" kaufen.

Die "Energiewende" ist ein Experiment eine Industriegesellschaft mit einer Stromversorgung entsprechend ökoreligiöser Visionen zu versorgen. Dieses Experiment kostet aktuell etwa 30 Mrd. €/Jahr mit rasant steigender Tendenz.

Ein wenig Nüchternheit, oder Weltlichkeit wäre wünschenswert.

Vandale

Account gelöscht!

26.08.2013, 18:00 Uhr

Am östlichen Himmel zeigen sich die ersten roten Schimmer der aufgehenden Sonne. Die Nacht der kollektiven geistigen Verfinsterung unserer politischen und ökonomischen Funktionseliten, geht zu Ende. Endlich wagt einmal ein Mitglied der Nomenklatura, die heilige Kuh des EEG in Frage zu stellen.

Es wurde aber auch Zeit. Milliarden und Abermilliarden sind bereits in den Sand gesetzt worden, und die Folgekosten des Wahnsinns werden uns noch Jahrzehnte belasten.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×