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27.11.2015

14:23 Uhr

Sonntag letzte Sendung

Ohne Jauch geht's auch

VonChristian Bartels

Mit Sologast Wolfgang Schäuble wird Günther Jauch am Sonntag seinen ARD-Talk beenden – nach vier Jahren mit viel Talkshow-Durchschnitt. Aber auch mit Schweigeminute, Stromausfall, Gästemätzchen und Mittelfinger-Eklat.

Yanis Varoufakis' Mittelfinger und dessen Nachbereitung in den Medien dürfte bei Günther Jauch zu seinem Entschluss, aufzuhören, beigetragen haben. dpa

Der Mittelfinger-Aufreger bei Günther Jauch

Yanis Varoufakis' Mittelfinger und dessen Nachbereitung in den Medien dürfte bei Günther Jauch zu seinem Entschluss, aufzuhören, beigetragen haben.

BerlinDer Reim „Ohne Jauch geht's auch“ kursierte schon 2007. Damals waren Bemühungen der ARD erst mal gescheitert, den beliebten RTL-Show-Gastgeber Günther Jauch als politischen Journalisten ins öffentlich-rechtliche Erste zu lotsen.

2011 waren diese Bemühungen dann geglückt. Am hoch symbolischen Datum 11. September startete die von Jauch moderierte und seiner eigenen Firma produzierte ARD-Talkshow „Günther Jauch“ im ARD-Programm doch noch.

Ab 2016 später wird's wieder ohne Jauch gehen müssen. Am Sonntag wird er unter dem sinnigen, freilich auf die Bundespolitik und Sologast Wolfgang Schäuble bezogenen Titel „Am Ende eines Krisenjahrs“ seine ARD-Talkshow letztmals moderieren.

Gescheitert ist Jauch nicht aus Sicht der ARD, die ihm eine Verlängerung des auslaufenden Vertrags angeboten hatte, sondern eher nach eigener Ansicht. „Sowohl aus beruflichen als auch aus privaten Gründen“ habe er das Angebot nicht angenommen, ließ er im Juni mitteilen.

Tatsächlich hat Jauch mit dieser Entscheidung recht. Im Fernsehgenre Talkshow ist er nicht nur seinen eigenen hohen Ambitionen (die er etwa 2009 im „Zeit“-Magazin äußerte) nicht gerecht geworden. Er hat keine eigenen Akzente gesetzt, sondern ist mitgeschwommen in der Talkshowflut. Diese oft strapazierte Metapher ist in vielen Zusammenhängen problematisch, auf den Boom der Talkshows im öffentlich-rechtlichen Fernsehen aber passt sie.

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Unter marktschreierisch-nichtssagenden Sendungstiteln à la „Klartext in der Krise“ (2011 mit Helmut Schmidt) und zunehmend unter suggestiv sensationsheischenden Titeln hat Jauch einfach zur Flut beigetragen. „Countdown zum Staatsbankrott – Scheitert die Griechenland-Rettung?“, „Showdown im Schuldenstreit – Was wird aus Griechenland?" und „Die Entscheidung der Griechen – Schicksalstag für Europa?“ hießen seine Sendungen an drei Sonntagen nacheinander im Sommer 2015.

Die relativen Meriten, vergleichsweise hohe Einschaltquoten zu erzielen, haben wenig bis nichts mit dem Moderator zu tun, sondern mit dem einst von Sabine Christiansen etablierten Sendeplatz im Anschluss an das gesamtgesellschaftlich funktionalste Fernseh-Lagerfeuer „Tatort“.

Kommentare (5)

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Herr Jürgen Bertram

27.11.2015, 15:08 Uhr

muss man sich "Jauch" und die anderen QuasselSHOWS "antun" ?

Für den, der sich mit dem "Informationsgehalt" und der "Diskussionskultur" der Mainstreammedien zufrieden gibt, sicher ein netter Zeitvertreib.

Alle Anderen werden sich unabhängig informieren und sich dann Ihre EIGENE Meinung bilden. Das ist war etwas aufwendiger, hat aber letztlich einen höheren Wahrheitsgehalt und Realitätsbezug.

Das die GEZ-Zwangs-Gebühren nach dem Abgang von Großverdiener Jauch sinken ist unwahrscheinlich.

!!!! MERKEL MUSS WEG !!!!

Herr Ingo Tietz

27.11.2015, 15:19 Uhr

Ich wünsche und hoffe, das Günther Jauch wenigstens in seiner letzten Sendung, seinem Gast Herrn Schäuble die „richtigen, unbequemen Fragen“ stellt, anstatt sich wieder im Siechtum des immer gleichen vorgefassten wir haben uns lieb Frage-und-Antwort Spiels zu gefallen. Also lieber Herr Jauch, seien Sie wenigstens einmal richtig mutig und politisch inkorrekt und zeigen Sie in ihrer letzten Sendung im öffentlich-rechtlichen Staatsfernsehen, dass Sie nicht nur ein angepasster und mittlerweile stinkreicher Systemprofiteur und Mitläufer sind, sondern auch beissen können, besten Dank im Voraus für ihre Bemühungen.

Herr Herr Pete

27.11.2015, 15:40 Uhr

Da werde ich nicht vermissen, was ich bisher auch schon nicht angesehen habe.

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