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15.10.2014

15:27 Uhr

Sozialabzüge

Gutverdiener müssen mehr zahlen

Gutverdiener sollen künftig höhere Sozialbeiträge zahlen: Das Kabinett will die Lohngrenze anheben, auf die prozentuale Beiträge gezahlt werden, ebenso die Versicherungspflichtgrenze der Kranken- und Pflegeversicherung.

Wenn es Spielräume für eine Beitragssenkung in der Rentenversicherung gibt, will Arbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) sie umsetzen. dpa

Wenn es Spielräume für eine Beitragssenkung in der Rentenversicherung gibt, will Arbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) sie umsetzen.

BerlinGutverdienende Beschäftigte und ihre Arbeitgeber müssen 2015 womöglich mit höheren Lohnabzügen für die Sozialbeiträge rechnen. Das Bundeskabinett beschloss am Mittwoch eine Erhöhung der Beitragsbemessungsgrenzen für die Renten-, Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung. Damit wird festgelegt, bis zu welcher Summe Beiträge vom Lohn abgezogen werden.

Für gutverdienende Arbeitnehmer kann das allein in der Rentenversicherung eine Mehrbelastung von knapp zehn Euro monatlich im Westen und knapp 20 Euro im Osten ausmachen. Dies könnte aber durch eine leichte Senkung des Beitragssatzes ausgeglichen werden, die sich für das kommende Jahr abzeichnet.

Mit der Erhöhung der Beitragsbemessungsgrenze steigt die Lohnsumme, auf die Beiträge gezahlt wird. Dies trifft aber nur Arbeitnehmer und deren Arbeitgeber, bei denen das Gehalt diese Grenzen übersteigt. Eine Veränderung der Beitragssätze betrifft dagegen alle Beitragszahler.

Deren Entwicklung für 2015 ist noch offen: Sicher ist nur eine Anhebung des Pflegebeitrages um 0,3 Prozentpunkte, was Arbeitnehmer und Arbeitgeber etwa mit drei Milliarden Euro belastet.

Bei der Rentenversicherung zeichnet sich eine Beitragssenkung um 0,1 bis 0,3 Punkte ab. Ein Sprecher von Arbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) bekräftigte am Mittwoch, wenn es Spielräume für eine Beitragssenkung gebe, werde diese umgesetzt. Dies soll im November klar sein.

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Der Beitragssatz zur gesetzlichen Krankenversicherung sinkt durch die schwarz-rote Kassenreform 2015 zwar um 0,9 Punkte auf 14,6 Prozent. Allerdings ist offen, im welchem Umfang die Krankenkassen die Ersparnis durch Zusatzbeiträge verringern.

Die Beitragsbemessungsgrenzen wurden laut Arbeitsministerium auf Grundlage eines Anstieges der Bruttolöhne von zwei Prozent im Jahr 2013 angehoben. In der Rentenversicherung etwa steigt 2015 der Bruttolohnanteil, bis zu dem der Beitragssatz von derzeit 18,9 Prozent abgezogen wird, im Westen um 100 Euro auf monatlich 6050 Euro und im Osten um 200 Euro auf 5200 Euro monatlich.

Die einheitliche Versicherungspflichtgrenze in der Kranken- und Pflegeversicherung steigt auf 54.900 Euro im Jahr. Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung werden bis zu einem Bruttolohn von 4125 Euro monatlich (bisher 4050 Euro) abgezogen.

Von

rtr

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