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29.12.2011

11:15 Uhr

Soziale Sicherung

Immer mehr Arbeitslose rutschen direkt in Hartz IV

Wer arbeitslos wird, erhält immer häufiger direkt Hartz IV und kein Arbeitslosengeld I. Jeder Vierte rutscht nach einer Statistik der Bundesagentur für Arbeit direkt in die Grundsicherung ab.

Immer mehr Arbeitslose rutschen direkt in Hartz IV. dapd

Immer mehr Arbeitslose rutschen direkt in Hartz IV.

MünchenJeder vierte Beschäftigte, der arbeitslos wird, ist einem Zeitungsbericht zufolge sofort auf Hartz IV angewiesen. Dabei handelt es sich häufig um Geringqualifizierte, knapp ein Drittel war zuvor als Leiharbeiter tätig, wie die „Süddeutsche Zeitung“ am Donnerstag unter Berufung auf eine Analyse der Bundesagentur für Arbeit (BA) berichtete. Die Zahl der neuen Arbeitslosen, die direkt in die staatliche Hartz-IV-Grundsicherung absteigen, hat demnach seit 2008 deutlich zugenommen.

Wer in den letzten zwei Jahren vor Verlust seiner Stelle mindestens ein Jahr in die Arbeitslosenversicherung eingezahlt hat, hat Anspruch auf Arbeitslosengeld (ALG) I. Es wird in der Regel zwölf Monate ausgezahlt, Langzeitarbeitslose erhalten danach Hartz IV. Die BA-Analyse ergab nun, dass immer mehr neu arbeitslos gewordene kein oder zu wenig Geld aus der Arbeitslosenversicherung bekommen. „Entweder war die Beschäftigungszeit zu kurz, um Ansprüche zu erwerben, oder das früher erzielte Lohneinkommen war zu niedrig, um mit dem daraus abgeleiteten Arbeitslosengeld-Anspruch den Bedarf zu decken und muss mit Arbeitslosengeld II aufgestockt werden“, heißt es in dem Papier.

Viele Tarifverdienste unter Mindestlohnniveau

Konditoren

Im Konditorenhandwerk in Bayern etwa beginnt der Tarifverdienst bei 5,26 Euro je Stunde.

Fleischer

Auch Fleischer in Sachsen (6,00 Euro je Stunde).

Gärtner

Gärtner in Brandenburg (6,46).

Hotelbeschäftigte

Mitarbeiter im Hotel- und Gaststättengewerbe (6,29) erhalten bisweilen weniger als 6,50 Euro je Stunde.

Bäcker-Fachkräfte

Der tarifliche Anfangsverdienst für Bäcker- und Konditorengesellen liege in Mecklenburg-Vorpommern bei 6,97 Euro.

Friseur-Gesellen

Beschäftigte mit bestandener Gesellenprüfung im Friseurhandwerk Schleswig-Holstein bekommen 7,00 Euro.

Baubranche

Derzeit gelten in Deutschland in zehn Branchen - darunter vier Baubranchen - allgemeinverbindliche Mindestlöhne. Diese reichen von 6,53 bis 11,53 Euro je Stunde.

Wäschereien, Sicherheitsgewerbe, Pflegebranche

Nach den Daten des Bundesamtes liegt der Mindestlohn im früheren Bundesgebiet bei Wäschereidienstleistungen und größtenteils im Wach- und Sicherheitsgewerbe bei weniger als 8,00 Euro je Stunde. In den neuen Ländern werden 8,00 Euro des Weiteren bei der Gebäudereinigung und in der Pflegebranche unterschritten.

Nach Angaben der Bundesagentur verloren in den vergangenen zwölf Monaten bis Ende November 2011 etwa 2,8 Millionen Beschäftigte ihren Job. 737.000 rutschten danach sofort in das Hartz-IV-System ab, pro Monat waren dies 61.000. Vor drei Jahren, im November 2008, waren es monatlich noch 51.000. Das Risiko, als Arbeitsloser direkt zum Hartz-IV-Fall zu werden, hängt demnach maßgeblich von der Qualifikation ab: Bei Fachkräften passiert dies laut BA nur etwa in jedem fünften Fall. Bei Geringqualifizierten muss fast jeder zweite sofort Leistungen der staatliche Grundsicherung beziehen. Branchen mit hohem Anteil an ungelernten Arbeitskräften wie Gastgewerbe und Leiharbeit sind dabei dem Bericht zufolge besonders stark vertreten.

Von

afp

Kommentare (6)

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Account gelöscht!

29.12.2011, 11:48 Uhr

Das ist von unsrer Politik ja so gewollt.
Ebenfalls installiert von Rot-Grün. Also Sozialdemokraten.
Ich glaube, den 2. Wortteil, nämlich Demokraten, sollte die SPD endlich aus ihrem Namen streichen
Und gleichzeitig ruft man nach noch mehr Zuwanderung
Unsere Politiker sind nurnoch Volksverräter wie es sie in Deutschland noch nie gab

Rene

29.12.2011, 12:13 Uhr

Ihre Kommentare sind konfus. Wahrscheinlich "Amok-Nörgler" und nur mit "dem" System und "den" Politikern zufrieden, wenn "die" ihnen mal ne Million aufs Konto überweisen...

nanoflo

29.12.2011, 12:21 Uhr

Tja, Hauptsache es gibt Weihnachtsgeld für die Beamten die sowieso einen sicheren Job haben.
Werden ja von uns bezahlt.

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