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06.02.2014

17:05 Uhr

Soziale Sicherungen

Finanzpolster der Rentenkasse rekordverdächtig

Während Politiker in Berlin über Altersarmut debattiert haben, sind die Rücklagen der Rentenversicherung auf 32 Milliarden Euro gestiegen: Ein Rekordwert, bei dem der Beitragssatz gesenkt werden muss – eigentlich.

Zwei Rentner im Schatten des Schlossparks Charlottenburg: Bei den Zahlen des BVA handelt es sich laut eines Sprechers der Rentenversicherung nur um erste Daten. dpa

Zwei Rentner im Schatten des Schlossparks Charlottenburg: Bei den Zahlen des BVA handelt es sich laut eines Sprechers der Rentenversicherung nur um erste Daten.

BerlinDas Finanzpolster der Rentenversicherung hat zum Jahresende 2013 einen Rekordwert von rund 32 Milliarden Euro erreicht. Wie das Bundesversicherungsamt (BVA) am Donnerstag auf seiner Internetseite auf Grundlage erster Daten mitteilte, betrug die Nachhaltigkeitsrücklage Ende Dezember 31,96 Milliarden Euro.

Das entsprach 1,8 Monatsausgaben. Bereits beim Überschreiten des 1,5-fachen einer Monatsausgabe muss laut Gesetz eigentlich der Beitragssatz zur Rentenversicherung gesenkt werden. Die neue Bundesregierung will diesen Mechanismus aber außer Kraft setzen. Sie hat die in diesem Jahr eigentlich fällige Senkung von 18,9 auf 18,3 Prozent verhindert, um die Rentenkasse für neue Ausgaben für eine höhere Mütterrente und die Rente mit 63 zu rüsten.

Ein Sprecher der Rentenversicherung wies darauf hin, dass ein vorläufiges Rechnungsergebnis erst Mitte Februar vorliege. Bei den Zahlen des BVA, über die die „Stuttgarter Nachrichten“ berichtet hatten, handele es sich nur um erste Daten.

Die schwarz-roten Pläne zur Mütterrente

Einen Rentenpunkt mehr

Mütter bekommen für Kinder, die vor 1992 geboren sind, einen Rentenpunkt mehr. Das erhöht im Westen die Rente um gut 28 Euro im Monat und im Osten um knapp 26 Euro. Mütter von später geborenen Kindern erhalten weiterhin drei Rentenpunkte.

Zum 1. Juli

Die Rentenversicherung will das zusätzliche Geld als Zuschlag zahlen. Andernfalls müsste sie 9,5 Millionen laufende Renten neu berechnen. Da die Umstellung Zeit kostet, werden viele erst im Oktober oder später mehr Geld auf dem Konto haben. Gezahlt wird aber rückwirkend vom 1. Juli an.

Kosten der Mütterrente

Auf ein Jahr bezogen kostet die höhere Mütterrente laut Entwurf 6,7 Milliarden Euro, für 2014 schlagen 3,3 Milliarden Euro zu Buche. Bis 2030 sinkt nach Annahmen des Arbeitsministeriums die jährliche Summe auf 6,1 Milliarden Euro.

Aus den BVA-Zahlen ergibt sich, dass die Rentenkassen trotz der Beitragssenkung 2013 von 19,6 auf 18,9 Prozentpunkte einen Überschuss von etwa zwei Milliarden Euro verbuchten. Ende 2012 betrugen die Reserven noch knapp 30 Milliarden Euro. Die Einnahmen der Rentenversicherung sprudelten aber stärker als erwartet, weil sich Beschäftigung und Löhne und damit die Beitragseinnahmen besser entwickelten als erwartet.

Von

rtr

Kommentare (6)

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Franke

06.02.2014, 17:31 Uhr

Nicht die Rentenbeiträge müssen gesenkt werden, sondern die Rentenleistungen müssen erhöht werden !
Es sind nicht die Beitragszahler überfordert, sondern die Rentner, und das wird in der Zukunft noch deutlicher spürbar werden.

Nachwuchs

06.02.2014, 19:42 Uhr

Riesiges Finanzpolster? Und warum dann nicht eine Rentenerhöhung, wie sich die Politiker laufend genehmigen? Wieso dann Rentnerarmut?

steuersklave

06.02.2014, 20:36 Uhr

Sehen wir's doch mal objektiv: die umlauf- finanzierte Rente ist am Ende. Die scheinbar vollen Rentenkassen sind nur eine momentane Situation, die teils konjunkturell und teils durch Minderauszahlung der Vollen Rentenansprüche bedingt ist.

Langfristig muss diese Form der Rentenfinanzierung mit dem mehr als ungerechten Generationenvertrag scheitern.

Deshalb MUSS JETZT die DIREKTE RENTE eingeführt werden. Die Umlagefinanzierung per Generationenvertrag und die Verschiebung der Finanzierungsprobleme in die Zukunft ist ungerecht, politisch unseriös und im Grunde kriminell (Schneeball- System).

Nur bei der DIREKTEN RENTE wird die Lebensleistung des Einzahlers angemessen und gerecht durch adäquate Rentenauszahlung realisiert.

Das heutige 'Renten- System' ist eigentlich gar kein vertretbares System, es ist das Abzocken unbeteiligter Junger Steuerzahler und die kriminelle Ausbeutung des Volkes durch die herrschende Beamtenmafia.

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