Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

10.08.2011

13:32 Uhr

Soziale Unruhen

Angst vor England-Randale erreicht Deutschland

Nicht nur in London, auch in Berlin und Hamburg gibt es Armut und frustrierte Jugendliche. Dennoch kann es Londoner Randale in Deutschland nicht geben, sagt der Innenminister - andere Experten sind da nicht so sicher.

Wie groß ist das Unruherisiko in Deutschland?

Video: Wie groß ist das Unruherisiko in Deutschland?

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

BerlinDie Jugendkrawalle in Großbritannien erreichen die deutsche Innenpolitik. Während die Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG) am Mittwoch angesichts der Ausschreitungen in London und anderen englischen Großstädten mehr deutsche Ordnungshüter mit besserer Ausrüstung verlangte, versicherten Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) und andere Innenpolitiker, in Deutschland gebe es solche Probleme wie in Großbritannien nicht. Berlins Innensenator Ehrhart Körting (SPD) sagte, falls es doch zu Ausschreitungen kommen sollte, sei seine Stadt gut gerüstet.    

Der DPolG-Vorsitzende Rainer Wendt sagte der „Bild“-Zeitung, in der Bundesrepublik gebe es eine ähnlich explosive Mischung wie in Großbritannien. „Die Ausschreitungen sind das Ergebnis von krimineller Energie, Verachtung gegenüber dem Staat und sozialer Ausgrenzung einzelner Bevölkerungsschichten“, sagte er.

Insbesondere in Großstädten wie Hamburg und Berlin könnten aus nichtigen Anlässen rasch Brennpunkte entstehen, die nur schwer in den Griff zu bekommen seien. Als Beispiel verwies er auf die Krawalle rund um den 1. Mai. Er forderte mehr Personal und bessere Technik, um soziale Netzwerke und andere Kommunikationsmittel von Randalierern besser überwachen zu können.    

Videobilder

Krawalle erfassen weitere britische Großstädte

Videobilder: Krawalle in Grossbritannien

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

Kommentare (31)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

norbert

10.08.2011, 14:00 Uhr

Daß ein CSU-Minister den Durchblick hat, was Jugendliche angeht, glaub' ich sofort.
Also lehnen wir uns mal zurück und harren der Dinge ...

ArnoNyhm

10.08.2011, 14:20 Uhr

Hans-Peter Friedrich beweist zum wiederholten male, dass er in seiner Kindheit zuviel Pipi Langstrumpf geschaut hat: "Ich mache mir die Welt, wie sie mir gefällt, juhei!"
-Er hätte schon vor Jahren im world-report der CIA lesen können, dass diese schwere Unruhen in vielen deutschen Großstätten bis 2020 erwartet. Er hätte auch Studien seines eigenen Ministeriums zur Wohlstandverteilung oder zur gescheiterten Migration lesen können.
Aber Kompetenz erschwert das Ministerleben ja anscheinend...

r2d2

10.08.2011, 14:20 Uhr

Vor einiger Zeit wurde eine Studie veröffentlich, in der davon ausgegangen wird, dass es bei einem mehrtägigen Stromausfall in Berlin zu Plünderungen und Krawall kommen wird. Da ich selbst auch in Berlin wohne, weiss ich, dass das krminelle Potential durchaus dafür da ist. Beinahe jede Woche brennen hier Autos oder es gibt brutale Angriffe in öffentliche Verkehrsmitteln. Gleichzeitig muss Berlin sparen und baut schon seit Jahren auch ber der Polizei Personal ab. Diese Mischung ist fatal.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×