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01.09.2015

11:44 Uhr

Sozialkosten

Bis zu 3,3 Milliarden kosten Flüchtlinge mehr

Soziale Leistungen, Sprachkurse und Hilfen zur Aufnahme einer Arbeit: Bis zu 3,3 Milliarden Euro zusätzlich könnten die Integration der Flüchtlinge kosten.

Durch Flüchtlinge verursacht

In 2016: „1,8 bis 3,3 Milliarden Euro Mehrkosten“

Durch Flüchtlinge verursacht: In 2016: „1,8 bis 3,3 Milliarden Euro Mehrkosten“

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BerlinZur Deckung der Sozialausgaben für Flüchtlinge und ihre Integration in den Arbeitsmarkt sind im kommenden Jahr laut Bundesregierung zusätzliche Mittel von 1,8 bis 3,3 Milliarden Euro nötig. Diese Kosten würden auf rund 7 Milliarden Euro im Jahr 2019 anwachsen, sagte Sozialministerin Andrea Nahles (SPD) am Dienstag in Berlin.

Über diesen Finanzrahmen habe sie sich mit Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) bereits ausgetauscht. „Das sind meine Bedarfsanmeldungen“, sagte Nahles. Der Finanzminister sei nicht aus allen Wolken gefallen. Entscheidend würden nun die anstehenden Haushaltsberatungen.

Zahlen und Fakten zu Flüchtlingen

219.000 Menschen...

...flohen laut Flüchtlingshilfswerk UNHCR 2014 über das Mittelmeer nach Europa; 2015 waren es bis zum 20. April 35.000.

3500 Menschen...

...kamen 2014 bei ihrer Flucht ums Leben oder werden vermisst; im laufenden Jahr sind es bis zum 20. April 1600.

170.100 Flüchtlinge...

...erreichten 2014 über das Meer Italien (Januar bis März 2015: mehr als 10.100); weitere 43.500 kamen nach Griechenland, 3500 nach Spanien, 570 nach Malta und 340 nach Zypern.

66.700 Syrer...

...registrierte die EU-Grenzschutzagentur Frontex 2014 bei einem illegalen Grenzübertritt auf dem Seeweg, 34.300 Menschen kamen aus Eritrea, 12.700 aus Afghanistan und 9800 aus Mali.

123.000 Syrer...

...beantragten im vergangenen Jahr in der EU Asyl (2013: 50.000).

202.700 Asylbewerber...

...wurden 2014 in Deutschland registriert (32 Prozent aller Bewerber), 81.200 in Schweden (13 Prozent) 64.600 in Italien (10 Prozent), 62.800 in Frankreich (10 Prozent) und 42.800 in Ungarn (7 Prozent).

Um 143 Prozent...

...stieg die Zahl der Asylbewerber im Vergleich zu 2013 in Italien, um 126 Prozent in Ungarn, um 60 Prozent in Deutschland und um 50 Prozent in Schweden.

Mit 8,4 Bewerbern...

... pro tausend Einwohner nahm Schweden 2014 im Verhältnis zur Bevölkerung die meisten Flüchtlinge auf. Es folgten Ungarn (4,3), Österreich (3,3), Malta (3,2), Dänemark (2,6) und Deutschland (2,5).

600 000 bis eine Million Menschen...

...warten nach Schätzungen der EU-Kommission allein in Libyen, um in den nächsten Monaten die Überfahrt nach Italien oder Malta zu wagen.

Zwischen 240 000 und 460 000 zusätzliche Leistungsberechtigte im Bereich des Sozialgesetzbuches II werde es 2016 geben, also vor allem in Deutschland anerkannte Menschen, die noch keine Arbeit gefunden haben. Von ihnen dürfen der Prognose zufolge 175 000 bis 335 000 erwerbsfähig sein. Für 2019 geht Nahles von einer Million Leistungsberechtigten aus.

„Wir werden davon auch etwas haben“, betonte Nahles. „Denn wir sind auf Zuwanderung angewiesen.“ Schon heute sei in manchen Regionen ein Mangel an Fachkräften deutlich zu spüren.


Kommentare (49)

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Reinhold Frantzen

01.09.2015, 11:46 Uhr

Wie jetzt??? ...... ich dachte wir benötigen die Flüchtlinge zur Finanzierung unserer Sozialsysteme???

Herr Marcel Europaeer

01.09.2015, 11:53 Uhr

Wo wir gerade bei den "Kosten" für Menschen sind, die zu uns kommen, kann man ja mal gegenrechnen, was hier geborene Kinder von der Geburt bis zum Studienabschluss oder zum Abschluss der Lehre die Allgemeinheit "kosten".

Wenn man nur nach den "Kosten" geht, fliegen uns die gebratenen Tauben gerade in den Mund.

G. Nampf

01.09.2015, 11:54 Uhr

Nur 3,3 Mrd. ?

Das heißt, mit den (angeblichen) Steuer-Mehreinnahmen (21 Mrd.) könnte man die diesjährigen Flüchtlinge sieben Jahre hierbehalten.

Also, liebe Leute, die Ihr hier täglich gegen Flüchtlinge kommentiert, das Geld-Argument habt Ihr jetzt nicht mehr...... :-)

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