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05.12.2012

02:51 Uhr

Soziologe

Viele Deutsche sehen NPD als normale Partei an

Für viele Menschen in Deutschland ist die NPD eine ganz normale Partei. Der Soziologe Klaus Dörre sieht in einem Verbot der NPD kein Allheilmittel. Alternative Strukturen würden schon existieren.

Der Soziologe Klaus Dörr schätzt, dass viele Deutsche die NPD als normale Partei ansehen. dapd

Der Soziologe Klaus Dörr schätzt, dass viele Deutsche die NPD als normale Partei ansehen.

JenaDie Neonazi-Mordserie hat nach Einschätzung des Soziologen Klaus Dörre nichts daran geändert, dass viele die rechtsextreme NPD als normale Partei wahrnehmen. Er bezweifele auch, dass ein NPD-Verbot daran etwas ändert, sagte der Wissenschaftler der Universität Jena der Nachrichtenagentur dpa. Vor allem in strukturschwachen Regionen pflegten Rechtsextreme weiter ihr Image als soziale „Kümmerer“ etwa für Jugendliche. Dort fehle es zudem häufig an einer demokratischen Gegenöffentlichkeit.

Die Innenminister der Bundesländer wollen am Mittwoch über ein neues NPD-Verbotsverfahren entscheiden. Dörre sieht ein solches Verbot zwiespältig. Einerseits sei es zu begrüßen, wenn dadurch ein Rückzugsraum für militante Neonazis verschwinde. „Das Problem ist, dass sich bereits Ersatzstrukturen gebildet haben.“

Der Wissenschaftler verwies auf die im Frühjahr gegründete Partei Die Rechte. Rechtsextreme Einstellungen ließen sich durch ein NPD-Verbot nicht beseitigen. Nach einer kürzlich vorgelegten Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung haben neun Prozent der Bevölkerung in Deutschland ein „geschlossenes rechtsextremes Weltbild“.

Von

dpa

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