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14.06.2017

14:13 Uhr

„Spät dran, aber immerhin“

Künast trifft Facebook-Löschteam

Renate Künast darf den ersten Blick ins Löschzentrum von Facebook werfen. Hunderte Mitarbeiter gehen hier gegen sensible Inhalte vor. Es fehle jedoch noch immer an gesetzlichen Regelungen, so die Grünen-Politikerin.

Die Bundestagsabgeordnete hatte drei Stunden Zeit, sich ein Bild von der Arbeit zu machen und mit verschiedenen Personen zu sprechen. dpa

Renate Künast

Die Bundestagsabgeordnete hatte drei Stunden Zeit, sich ein Bild von der Arbeit zu machen und mit verschiedenen Personen zu sprechen.

BerlinFacebook hat der Grünen-Bundestagsabgeordneten Renate Künast als erster Politikerin Zugang zu seinen Löschteams in Berlin gewährt. „Kritik wirkt, und öffentliche Auseinandersetzung wirkt“, sagte Künast am Mittwoch. Dies habe bei Facebook dazu geführt, dass das Online-Netzwerk mehr Druck wahrgenommen und tatsächlich auch mehr Personal eingestellt habe. „Facebook ist spät dran, aber immerhin.“

Inzwischen arbeiteten beim Dienstleister Arvato insgesamt 650 Mitarbeiter für Facebook, die geschult würden und detaillierte Vorgaben für den Umgang mit sensiblen Inhalten hätten. Mit besonders schweren Fällen wie mit Kindesmissbrauch dürften sie sich täglich nur zwei Stunden beschäftigen. Mitarbeiter hätten auch die Möglichkeit, in psychologische Behandlung zu gehen und diese anonym abzurechnen. In Medienberichten waren zuvor harte Arbeitsbedingungen ohne nötige psychologische Betreuung angeprangert worden.

Künast hatte nach eigenen Angaben insgesamt drei Stunden Gelegenheit, sich ein Bild von der Arbeit zu machen und mit dem Facebook-Team sowie dem Arvato-Management zu sprechen. Um besser gegen offensichtlich rechtswidrige Inhalte oder Hassrede im Netz vorzugehen, brauche es jedoch auch ein Maßnahmenpaket mit gesetzlichen Regelungen, die für alle Anbieter gelten, sagte Künast. „Wir dürfen keine Graubereiche zulassen und es Facebook überlassen, darüber zu entscheiden“, erklärte die Grünen-Politikerin.

Von

dpa

Kommentare (1)

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Herr Holger Narrog

14.06.2017, 15:54 Uhr

Interessant, dass ein linker Verlag (Arvato = Bertelsmann) die Zensuraufgaben von Facebook wahrnimmt, besucht von einer Grünen Politikerin. Interessant auch, dass man hierfür keine Behörde bemüht die objektiv entscheiden muss und verklagt werden kann.

650 Mitarbeiter arbeiten in der Zensur bei Facebook. Wenn man Youtube und andere Medien hinzu addiert ergibt sich vermutlich eine 4-stellige Zahl von Mitarbeitern in der Zensur in Deutschland.

Niemand muss sich wundern wenn AfD Politikern, kritischen Schriftstellern..regelmässig die Profile gelöscht werden.

Damit dürfte die BRD in Sachen Zensur die DDR überholt haben.


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