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31.07.2012

20:19 Uhr

Sparkassen-Callcenter

Verdi kündigt unbefristeten Streik an

Direkt nach der Urabstimmung am Mittwoch könne der Streik bei S Direkt-Marketing beginnen, teilte die Gewerkschaft Verdi mit. Das Unternehmen will seinen Mitarbeitern zwar mehr Geld zahlen - aber erst ab Dezember 2013.

Sparkassen-Mitarbeiter bei einem Protest: Bei S Direkt ist ein unbefristeter Streik angekündigt. dapd

Sparkassen-Mitarbeiter bei einem Protest: Bei S Direkt ist ein unbefristeter Streik angekündigt.

Berlin/HalleSparkassen-Kunden in ganz Deutschland müssen weiter mit Schwierigkeiten rechnen, das zentrale Callcenter ihrer Bank zu erreichen. Die Gewerkschaft Verdi kündigte am Dienstag einen unbefristeten Streik der Mitarbeiter bei S Direkt-Marketing in Halle/Saale an. Am Mittwochnachmittag soll das Ergebnis der Urabstimmung vorliegen. Der Streik könne unmittelbar danach beginnen, teilte Verdi mit. Einer Mitteilung zufolge war eine letzte von der Gewerkschaft gesetzte Frist zuvor verstrichen. Das Unternehmen zeigte kein Verständnis für die Androhung und rief die Arbeitnehmer zu weiteren Gesprächen auf. Bereits zuvor hatte es Arbeitsniederlegungen gegeben.

Die Gewerkschaft fordert einen Haustarifvertrag und mehr Geld für die rund 800 Beschäftigten - und zwar sofort. S Direkt dagegen ist zwar bereit, die geforderten 8,50 Euro pro Stunde zu zahlen - allerdings frühestens ab Dezember 2013. Die Gehälter sofort anzuheben, würde Arbeitsplätze gefährden und den Verlust von Kunden zur Folge haben, erklärte Geschäftsführer Thomas Henkel.

Verdi betonte, mit einem unbefristeten Streik würde das Callcenter zwar weiterhin nicht ganz lahmgelegt, auf längere Sicht aber doch deutlich in der Arbeit beeinträchtigt. Möglicherweise müssten die Mitarbeiter in den Filialen häufiger selbst zum Telefon greifen. S Direkt dagegen betonte, der ordnungsgemäße Betrieb sei - wie auch während der Streikaktionen der vergangenen Wochen - sichergestellt.

Die Callcenter-Mitarbeiter vereinbaren im Auftrag der Sparkassen unter anderem Termine mit Kunden und sperren im Notfall auch Kreditkarten. Außerdem betreiben sie Marktforschung. Laut Verdi gibt es außer Halle noch drei weitere, allerdings sehr kleine Standorte von S Direkt in Deutschland. Im Tarifkonflikt gehe es im Wesentlichen um Halle, hieß es.

Von

dpa

Kommentare (4)

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Account gelöscht!

31.07.2012, 22:31 Uhr

8,50€ die Stunde? Wow, das sichert bestimmt ein Luxusleben. Diese 8,50 Euro sollte man allen Entscheidern für mindestens ein Jahr zur Verfügung stellen. Ob diese allerdings dieses eine Jahr überlebt haben, wage ich zu bezweifeln.

_-jtk-_

01.08.2012, 01:02 Uhr

Bei 100% -Tätigkeit in einem CallCenter in der Schweiz verdient ein Mitarbeiter an die 3500 CHF - 4500 CHF, eventuell auch mehr. Weniger, bei seriösen Betreibern schwer vorstellbar. Der Lohn wird von vielen für den psychischen Stress und psychischen Stress als viel zu niedrig empfunden. Ist er bei einem Schweizer Durchschnittslohn von ca 5500 CHF auch. Selbst die Chefs geben einem da teils recht. Die emotionale Arbeit eines solchen Jobs wird unterschätzt.

ABER 8,50 EUR für eine Kundenbetreuung einer Bank, auch wenn sie meist Termine bucht. Das geht einfach nicht. HALLO?! Was bilden sich die deutschen Sparkassen eigentlich ein. Das ist der direkte Kundenkontakt. Wenn dieser gut ist, ersteht der Kunde vielleicht sogar bald ein "neues Bankprodukt". Das wollen die Chefs ja auch über Cross-selling und Up-selling stets an die Kunden vertickern. Das "Produkt". Ich finde aber als Sparkassen Bodensee-Kunde, dass zum "Produkt" als "Service" einer Bank dazugehören sollte, dass seine Mitarbeiter am Telefon bis zum Ende des Gesprächs selbstbewusst und zufrieden agieren, und sich Zeit für das Anliegen nehmen. Der soll nicht darben müssen, mit unter 8,50 EUR. Das geht nicht. Wenn ich da anruf`, weiss ich doch schon dass da jemand dran ist, dem der Partner zu Hause ständig die Hölle heiss macht, weil er zu wenig Kohle für die Familie nach Hause trägt. Ich kann den Sparkassen eigentlich nur raten das zu ändern. Kunden sind Kunden, im Blumenladen ist der Takt des Eintreffens allerdings ein anderer als im Call-Center und die psychischen und physischen Belastungen (an den rückenschonenden(?) Stuhl gefesselt sein) enorm. Ich würd den deutschen Sparkassen empfehlen, den Damen und Herren eher 14 Euro zu zahlen bzw. in Aussicht zu stellen, und da nachhaltig was aufzubauen, was von allen Sparkassen gemeinsam getragen wird. Dann sind sie auch näher beim Kunden. Und unterscheiden sich von den Grossen. Aber Banken werden lieber selbst getragen, vom Steuerzahler ... :JTK, Kreuzlingen, CH

Sart

01.08.2012, 09:50 Uhr

Wenn Sie bei Ihrer Sparkasse anrufen, werden Sie grötenteils zuerst bei einem S Direkt Mitarbeiter landen und erst dann evtl. weiterverbunden ...

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