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10.03.2004

07:00 Uhr

Sparkassen-Holding für Rhein-Main-Gebiet gefordert

Koch fordert schnelle Banken-Entscheidung

Der hessische Ministerpräsident Roland Koch (CDU) fordert im Handelsblatt-Interview eine engere Zusammenarbeit zwischen Sparkassen und Landesbanken. "Landesbanken, die unabhängig von den Sparkassen operieren, haben keine Zukunftschance. Dies gilt umgekehrt auch für die Sparkassen", sagte der Politiker dem Handelsblatt.

Handelsblatt: Herr Ministerpräsident, trotz der gescheiterten Privatisierung der Sparkasse Stralsund geht die Diskussion um die Zukunft der öffentlich-rechtlichen Institute weiter. Wie sieht ihre Position aus?

Koch: „In der gegenwärtigen Zeit, in der alles im Umbruch ist, würde die Privatisierung einer Sparkasse zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht dazu führen, dass es stärkere deutsche Banken gibt. Jetzt ist nicht die Stunde der Revolution des Systems. Aber die Banken und Sparkassen müssen ihre Ansätze zur säulenübergreifenden Zusammenarbeit stärker auf das Retailgeschäft ausdehnen, damit es auch dort mehr Win-Win-Situationen gibt. Viele Chancen für eine vernetzte Zusammenarbeit blieben noch ungenutzt. Etwa bei Versicherungsprodukten werden Monostrukturen keine hinreichende Zukunft mehr haben. Deutliche Änderungen der öffentlich-rechtlichen Trägerschaft würden sich in den nächsten Jahren insgesamt nur sehr zögerlich umsetzen lassen.

Welche Geschäftsmodelle haben für die Zeit nach dem Wegfall der staatlichen Haftungsgarantien Mitte 2005 eine Zukunft?

„Landesbanken, die unabhängig von den Sparkassen operieren, haben keine Zukunftschance. Dies gilt auch umgekehrt für die Sparkassen. Nur aus Sparkassen und Landesbanken können veritable Unternehmen werden mit allen Optionen für die Zukunft. Alle, die das Sparkassenmodell der Zukunft aus dem Rating definieren, werden zu kurz springen. Im Rhein-Main-Gebiet muss man beispielsweise wahnsinnig schnell laufen und um große Kunden konkurrieren. Hier braucht man eine andere Aufstellung als etwa in Mittelhessen. Wir müssen uns deshalb schon der Frage stellen, ob wir Großkunden in Frankfurt zweimal - einmal in der Sparkasse und einmal in der Landesbank - betreuen. Hier könnte auch eine Zusammenarbeit Sparkasse-Landesbank auch institutionell sehr viel enger sein.“

Warum wollen Sie im Rhein-Main-Gebiet eine Sparkassen-Holding?

„Ich hätte gerne eine kraftvolle Gestaltungsoption für das Rhein-Main-Gebiet. Ich empfinde es als Nachteil, dass wir in den Strukturen hinter Hamburg und Köln hinterherhinken. Die Sparkassen im Rhein-Main-Gebiet sind derzeit noch nicht so aufgestellt, dass ich zufrieden wäre. Ein Zusammenrücken von Frankfurter Sparkasse und Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) ist keine Frage, über die man ein Jahr diskutieren kann. Vielmehr gibt es jetzt ein Zeitfenster, das möglicherweise nicht sehr lange offen steht. Vielleicht denken jetzt alle, dass es besser ist, an einem Strang zu ziehen, bevor es unübersichtlich wird.“

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