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16.01.2013

15:57 Uhr

SPD-Arbeitnehmer fordern Konsequenzen

Steinbrücks Absturz schreckt Genossen auf

VonDietmar Neuerer

ExklusivSPD-Kanzlerkandidat Steinbrück will angesichts seines jüngsten Umfrageabsturzes nicht in Depressionen verfallen. Doch in seiner Partei rumort es gewaltig. Der linke Parteiflügel fordert Konsequenzen.

Der Kanzlerkandidat der SPD bei der Bundestagswahl 2013, Peer Steinbrück. dapd

Der Kanzlerkandidat der SPD bei der Bundestagswahl 2013, Peer Steinbrück.

BerlinDer Vorsitzende des SPD-Arbeitnehmerflügels AfA (Arbeitsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen), Klaus Barthel, hat angesichts des Umfrageeinbruchs für die SPD und Kanzlerkandidat Peer Steinbrück indirekt eine Neuausrichtung der Wahlkampfstrategie der Bundespartei angekündigt. Die Stimmungslage auf Bundesebene sei für die SPD „unbefriedigend“, sagte Barthel Handelsblatt Online. „Deshalb werden wir uns nach der Niedersachsen-Wahl alle in Ruhe zusammensetzen, die Lage und ihre Ursachen analysieren und gemeinsame Konsequenzen ziehen müssen.“ Dabei gehe es aber nicht um Personaldebatten, sondern um Inhalte und Strategien für den Bundestagswahlkampf und die Landtagswahl in Bayern.

„Die SPD muss alles daran setzen, Programm und Inhalt in den Vordergrund zu stellen, die Fehler der Bundesregierung und unsere guten sozialdemokratischen Alternativen“, sagte Barthel weiter: Konkret gehe es dabei um die Themen soziale Gerechtigkeit, neue Ordnung auf dem Arbeitsmarkt, Regulierung der Finanzmärkte, mehr Bildung für alle, ökologischer Umbau und eine neue Europapolitik.

Das Gebot der Stunde sei aber jetzt, die Landtagswahl in Niedersachen zu gewinnen, weil es um die Interessen der Menschen in Niedersachsen gehe, sagte Barthel. Rot-Grün habe gute Chancen, die amtierende Landesregierung abzulösen. „Gründe dafür gibt es genug.“

Steinbrück gab sich unbeeindruckt von den schlechten Werten für ihn und seine Partei. Jetzt in Depressionen zu verfallen, wäre „unprofessionell“, sagte Steinbrück in Berlin. Nach den jüngsten Pannen in seinem Wahlkampf überrasche ihn der Rückgang seiner Werte nicht. Er habe in Umfragen auch schon bessere Noten bekommen und wolle jetzt politische Themen besetzen, um zu zeigen, wofür er stehe und wohin er wolle.

Peer Steinbrück - seine Biographie

Gebürtiger Hamburger

Geboren am 10. Januar 1947 in Hamburg, verheiratet mit einer Studienrätin, drei Kinder. Den Namen Peer verdankt er seiner dänischen Großmutter.

Zwei Jahre Bundeswehr

1968 macht Steinbrück Abitur, danach ist er zwei Jahre bei der Bundeswehr.

Parteieintritt

1969 erfolgt der Eintritt in die SPD.

Studium

1970 - 1974 Volkswirtschafts-Studium in Kiel. Währenddessen lernt Steinbrück seine spätere Ehefrau kennen.

Erstes Treffen mit Helmut Schmidt

1974 - 1981 Tätigkeiten in Bundesministerien und im Kanzleramt. In dieser Zeit trifft Steinbrück auch zum ersten Mal den Bundeskanzler Helmut Schmidt. Heute spielen die beiden gelegentlich Schach. Schmidt über Steinbrücks Kanzlerkandidatur: „Er kann es“.

Zeit als Referent

1981 - 1985 Referent von Bundesforschungsminister Hans Matthöfer sowie in der SPD-Bundestagsfraktion

Büroleiter in Düsseldorf

1986 - 1990 Büroleiter von NRW-Ministerpräsident Johannes Rau.

Staatssekretär in Kiel

Zurück nach Kiel: Zwischen 1990 und 1992 ist Peer Steinbrück Umwelt-Staatssekretär im Kabinett Engholm. Daraufhin Staatssekretär im Wirtschaftsministerium, später selbst Minister im gleichen Ressort.

Als Minister zurück in NRW

1998 - 2000 Wirtschafts- und Verkehrsminister in NRW, anschließend für zwei Jahre Finanzminister im bevölkerungsreichsten Bundesland.

NRW-Ministerpräsident

Wolfgang Clement wechselt überraschend als Superminister nach Berlin. Ein Nachfolger ist noch nicht aufgebaut, eher durch Zufall wird Steinbrück zwischen 2002 - 2005 Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen.

Finanzminister

Nach der verlorenen Landtagswahl wechselt er als Finanzminister der großen Koalition nach Berlin. In dieser Zeit (2005 - 2009) ist er stellvertretender SPD-Bundesvorsitzender.

Vortragsredner

Seit 2009 ist er einfaches Mitglied des Bundestags. Als Vortragsredner reist er durchs Land. Über die Höhe der Honorare brach nach seiner Nominierung eine Debatte vom Zaun.

In dem am Mittwoch veröffentlichten Wahltrend des Magazins "Stern" und des Fernsehsenders RTL verliert die SPD 2 Punkte und erreicht nur noch 23 Prozent. Die Union erzielt dagegen mit 43 Prozent ihren besten Wert unter Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) überhaupt. Wenn die Deutschen ihren Regierungschef direkt wählen könnten, würden sich nach dem Wahltrend nur noch 18 Prozent für Steinbrück entscheiden. Für Merkel würden 59 Prozent stimmen.

Kommentare (31)

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Nicht-SPD-Waehler

16.01.2013, 16:14 Uhr

Ja, linker SPD-Flügel macht Druck. Noch besser ist, wenn Peer Steinbrück in allen Medien gemeinsam mit Andrea Nahles auftritt. Die ist so richtig super abstoßend. Das gibt tolle Minuspunkte.

Radiputz

16.01.2013, 16:15 Uhr

"Kandidatendämmerung" für Steinbrück.
Die SPD will auf Inhalte setzten. Der Kandidat will aber Bundeskanzler werden. Da wird neben Politikinhalten auch die Person des Bewerbers unter Beobachtung gestellt und vielleicht noch mehr als "Inhalte".
Peer ist ein Tollpatsch und miserabler Wahlkämpfer, der es mit seiner Fettnapfspringerei sogar schon bis auf das Titelblatt der New York times geschafft hat, welche Leistung bisher noch keinem Kandidaten gelungen ist, der Kanzler werden wollte.
Ein reife Leistung und zweifelsohne für den Wahlkämpfer Steinbrück "respekterheischend".

Vicario

16.01.2013, 16:23 Uhr

Zitat : linker SPD-Flügel macht Druck.

Wo war den der linke SPD-Flügel bei der Nominierung von PS ? Haben die nicht gewußt, wer da noch mehr Beinfreiheit verlangt ?

Das Problem ist nich Steinbrück, das Problem ist die SPD !

Und das haben auch die linken in diesem versiechten, verfilzten, verlogenen und die Bürger abzockenden ROT-GRÜNEN - Haufen zu erkennen !

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