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01.10.2012

07:44 Uhr

SPD-Bankenplan

Ackermann unterstützt Steinbrücks Pläne zum Bankenrettungsfonds

Ex-Deutsche-Bank-Chef Ackermann unterstützt die Ideen des SPD-Kanzlerkandidaten zur Reform des Finanzsektors - wenigstens zum Teil. Das Wirtschaftsministerium kritisiert Peer Steinbrücks Pläne.

Der Kanzlerkandidat der SPD, Peer Steinbrück (SPD). dpa

Der Kanzlerkandidat der SPD, Peer Steinbrück (SPD).

Der ehemalige Deutsche Bank-Chef Josef Ackermann hat das Konzept des designierten SPD-Kanzlerkandidaten Peer Steinbrück zur Reform des Finanzsektors in Teilen unterstützt. Er teile Steinbrücks Meinung, "dass wir auf europäischer Ebene einen Restrukturierungsfonds benötigen, um Banken auch grenzüberschreitend abzuwickeln", sagte Ackermann am Sonntag in der ARD-Talkshow von Günther Jauch.

Steinbrück hatte sein Konzept vergangene Woche vorgestellt. Es sieht unter anderem einen von Europas Banken selbst finanzierten Banken-Rettungsfonds mit einem Volumen von 200 Milliarden Euro vor. Zudem pocht er auf eine europäische Finanztransaktionsteuer, um den Finanzsektor an den Kosten der Krise zu beteiligen. Gleichzeitig will der ehemalige Finanzminister das Privat- und Geschäftskundengeschäft vom Investmentbanking trennen - notfalls könnte dann der Investmentteil abgewickelt werden.

Eine Trennung der Geschäfts- und Investmentbereiche von Banken lehnt Ackermann ab, stattdessen fordert er klare Regeln für das Investmentbanking: Unter anderem müsste der Transfer von Geldern aus dem Privatkundengeschäft ins "risikoreiche Investmentbanking" verboten werden, sagte der ehemalige Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bank.

Das Wirtschaftsministerium kritisierte, das SPD-Konzept zur Regulierung der Finanzmärkte "enthält kaum Neues", heißt es in einer internen Bewertung, die der Zeitung "Die Welt" (Montagausgabe) vorliegt.

"Das Papier zeichnet überwiegend lediglich den derzeitigen Diskussionsstand nach, insbesondere bei Finanztransaktionssteuer, europäischer Bankenaufsicht und Hochfrequenzhandel", schreiben die Autoren. Teilweise bleibe es sogar hinter dem Stand der aktuellen Regulierung zurück, etwa bei der Kontrolle von außerbörslich gehandelten Derivaten.

Die Beamten des Ministers Philipp Rösler (FDP) kritisieren auch die von Steinbrück geforderte Trennung von Geschäftsbanken und Investmentbanking. "Anders als in der Öffentlichkeit teilweise wahrgenommen, fordert das Papier keine vollständige Trennung von Geschäfts- und Investmentbanking, sondern die Abschirmung beider Bereiche voneinander, d.h. lediglich die Trennung unter einem Dach." Nach Ansicht der Autoren hat sich das deutsche Universalbankmodell jedoch "grundsätzlich bewährt".

Steinbrücks Banken-Sturm: Genau das richtige Thema

Video: Steinbrücks Banken-Sturm: Genau das richtige Thema

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Kommentare (11)

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Account gelöscht!

01.10.2012, 07:57 Uhr

Wenn selbst die Banken Peer Bilderbergers Vorschläge zur Bankenregulierung unterstützen, können dieses ja garnicht so wirkungsvoll sein. Höchsten für den hirntoten Wähler!!

JungfrauZumGnu

01.10.2012, 08:06 Uhr

Der pensionierte schweizer Berggeist ruuuuufft zur Rettung seiner Lebensretter und -versorger auf. Trivial. Er soll doch mal die Eiger-Nordwand durchsteigen. Das wäre eine wirkliche Leistung. Die Menschen draußen sind einfach nur der Verachtung, wenn überhaupt, würdig.

Kapturak

01.10.2012, 08:25 Uhr


Die Großbanken wollen eine Sozialisierung ihrer Risiken, um weiter unsolide Geschäfte machen zu können. Die Sozis finden das auch gut, da es ja etwas mit Umverteilungszentralismus zu tun hat. Auch die Linkspartei kann man da mit ins Boot nehmen, wenn man die große Umverteilung mit einem medienwirksamen Bestrafungsprogramm für die Reichen verbindet (siehe Frankreich).

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