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14.11.2013

14:27 Uhr

SPD Bundesparteitag

Parteispitzen geben sich einsichtig

Die SPD blieb mit ihren Ergebnissen bei der jüngsten Bundestagswahl vor knapp zwei Monaten im Wählerstimmen-Tief hängen. Sigmar Gabriel und Peer Steinbrück übernehmen die Verantwortung, sprechen der Partei aber Mut zu.

Grüßt, wenn auch mit leichte Demut in den Augen: Sigmar Gabriel übernahm am Donnerstag die Verantwortung für das Dauertief der SPD. dpa

Grüßt, wenn auch mit leichte Demut in den Augen: Sigmar Gabriel übernahm am Donnerstag die Verantwortung für das Dauertief der SPD.

LeipzigDer SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel hat die Verantwortung für das enttäuschende Wahlergebnis von 25,7 Prozent bei der Bundestagswahl übernommen. „Ich gehöre nicht zu denen, die sich für gewonnene Landtagswahlen mit feiern lassen, bei verlorenen Wahlen aber nichts damit zu tun haben wollen“, sagte Gabriel am Donnerstag beim Bundesparteitag in Leipzig. „Es gibt nichts zu beschönigen.“ Der Parteitag müsse nun entscheiden, ob er Vorsitzender bleiben solle.

Der Weg zur Mehrheitsfähigkeit im Bund sei offenbar weiter als gedacht. Trotz eines Zugewinns von 2,7 Prozentpunkten oder 1,25 Millionen Wählerstimmen am 22. September hat die SPD das zweitschlechteste Wahlergebnis bei einer Bundestagswahl eingefahren. Dafür trage er als Vorsitzender die Hauptverantwortung, so Gabriel.

Der erfolglose SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück forderte seine Partei auf, die Koalitionsverhandlungen mit Selbstbewusstsein zum Erfolg zu führen. „Das Wesen der Demokratie ist der Kompromiss. Aber nicht die Einigung um jeden Preis.“ Steinbrück stellte klar: „Wenn wir in eine große Koalition gehen, dann nicht, weil wir damit zufrieden sind, im Mannschaftsbus einer Regierung mitfahren zu dürfen. Sondern, weil die SPD immer einen Gestaltungswillen hat, nämlich die Lebens- und Arbeitsverhältnisse der Bürgerinnen und Bürger zu verbessern.“ Für die Verhandlungen mit der Union gelte: „Wir haben die Wahl verloren, aber nicht unseren Verstand.“

Die SPD in Zahlen

Mitglieder

Die SPD hatte Ende Oktober 473.048 Mitglieder. Der Höchststand wurde mit 1,261 Millionen 1923 in der Weimarer Republik erreicht. Das Durchschnittsalter liegt heute bei rund 59 Jahren.

Ortsvereine

Derzeit gibt es rund 9000 Ortsvereine. Nach der Wiedervereinigung waren es in den 1990er Jahren bis zu 10.000.

Teures Jahr

Schatzmeisterin Barbara Hendricks muss 2013 viel Geld locker machen: 23 Millionen Euro soll der Bundestagswahlkampf gekostet haben, über zwei Millionen die Feiern zum 150-jährigen Bestehen der deutschen Sozialdemokratie. Und eine Million wird der Mitgliederentscheid über den Eintritt in die große Koalition kosten.

99,7 Prozent

Das beste Ergebnis bei Wahlen zum SPD-Chef nach 1945. Kurt Schumacher schaffte das 1947 und 1948. Das schlechteste Ergebnis bisher waren die 62,6 Prozent von Oskar Lafontaine bei der Kampfabstimmung 1995 in Mannheim gegen Rudolf Scharping.

Steinbrück übernahm ebenfalls Verantwortung für das schlechte Abschneiden der SPD bei der Bundestagswahl. „Den Hauptteil der Verantwortung für diese Niederlage trägt der Spitzenkandidat – also ich.“ Eine große Partei wie die SPD könne nur mit einem Wahlergebnis zufrieden sein von „30 Prozent plus X“. Dazu müsse man aber die Wähler überzeugen. Die Delegierten würdigten Steinbrück stehend mit langem Applaus.

Gabriel trat innerparteilichen Bedenken gegen eine große Koalition entgegen. „Wir werden kein zweites Mal eine Politik betreiben, bei der die SPD wieder gegen ihr Selbstverständnis verstößt“, versprach er den Delegierten mit Blick auf das Regierungsbündnis mit der Union zwischen 2005 und 2009. „Mit uns wird es keine politische Liebesheirat und keine Zwangspartnerschaft geben.“ Vielmehr strebe man mit CDU und CSU eine „befristete Koalition der nüchternen Vernunft“ an.

Kommentare (1)

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14.11.2013, 15:35 Uhr

Zitat : Der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel hat die Verantwortung für das enttäuschende Wahlergebnis von 25,7 Prozent bei der Bundestagswahl übernommen.

- das halte ich für ein Gerücht !

Wenn jemand für solch ein Ergebnis ( zweitschlechteste Ergebnis in der 150-jährigen Geschichte der Sozis ) übernimmt,

NIMMT er SEINEN HUT und läßt sich nicht wieder wählen !

Clown Gabriel ist im Kaspertheater SPD voll zu Hause !

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