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23.02.2004

10:35 Uhr

SPD-Fraktion für 12,5 Prozent mehr freie Lehrstellen

Handwerk: Ausbildungsplatzabgabe wäre "Katastrophe"

Die SPD-Fraktion setzt sich auch weiter für die Ausbildungsabgabe ein und fordert von den deutschen Unternehmen zudem ein Überangebot an Lehrstellen. Dagegen spricht sich der Zentralverband des Deutschen Handwerks erneut gegen die Einführung der Zwangsabgabe aus.

HB BERLIN. Als Grund nannte der Präsident des Deutschen Handwerks (ZDH), Dieter Philipp, die demographische Entwicklung, die gegen eine Lehrstellenabgabe sprechen würde. In einem Gespräch mit dem Deutschlandfunk sagte Philipp am Montag: „In wenigen Jahren werden wir viel zu wenige Jugendliche haben, die überhaupt in eine Ausbildung hineinkommen können“.

In einem weiteren Schritt warnte Philipp abermals vor einer Einführung einer Ausbildungsplatzabgabe: „Wenn eine solche Ausbildungsplatzabgabe wider alle Vernunft und wider alle Fakten tatsächlich kommen würde, wäre dies eine Katastrophe“. Das Handwerk könne dann „sicher nicht mehr Ausbildungsplätze generieren, sondern weniger“.

Durch eine derartige Maßnahme sieht der Handwerkspräsident auch die „sehr bewährte, weltweit anerkannte, duale Ausbildung“ in Gefahr. Diese werde seiner Meinung nach ausgehebelt und zerstört. Zudem würde die Abgabe die betrieblichen Leistungen verteuern, so Philipp weiter.

Entgegen der Warnung des ZDH-Präsidenten fordert die SPD-Fraktion die deutschen Unternehmen auf, durch die geplante Abgabe "ein gewisses Überangebot" an Lehrstellen zu erzielen. Wie der SPD-Abgeordnete und Bildungspolitiker Willi Brase der „Berliner Zeitung“ vom Montag sagte, habe das Bundesverfassungsgericht bereits im Jahr 1980 festgestellt, dass den Jugendlichen ein „auswahlfähiges Angebot“ an Ausbildungsplätzen zur Verfügung stehen müsse.

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