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26.06.2011

17:26 Uhr

SPD

Gabriel distanziert sich von Papst-Kritik

SPD-Chef Sigmar Gabriel ruft seine Bundestagsfraktion zur Ordnung. Deutlich distanziert er sich von Kritikern des Papst-Besuchs im Herbst. Angeblich wollen einige SPD-Abgeordnete die geplante Rede des Kirchenoberhaupts boykottieren.

Sigmar Gabriel: Neugierig auf Meinung anderer. Quelle: dpa

Sigmar Gabriel: Neugierig auf Meinung anderer.

Berlin„Man muss nicht alle Überzeugungen des Papstes teilen, aber auf die Auseinandersetzung mit diesen Überzeugungen sollte man sich in jedem Fall freuen“, sagte Gabriel dem „Hamburger Abendblatt“ (Montag). Gabriel reagierte damit auf einen Aufruf des SPD-Bundestagsabgeordneten Rolf Schwanitz, über den die „Rheinische Post“ gestern berichtete. Danach wollten mehrere SPD-Abgeordnete die für den 22. September im Bundestag geplante Rede des Papstes boykottieren.

Das Parlament sei kein Ort der „religiösen Missionierung“ heißt es laut der Zeitung in einer Erklärung, die Schwanitz an 146 Abgeordnete mit der Bitte um Unterzeichnung verschickt haben soll. Der Papst sei der „letzte absolute Monarch“ in Europa und trage mit seinen Auffassungen, etwa zu Frauenrechten und Empfängnisverhütung, die Mitschuld „an der bisher global nicht gestoppten Aids-Epidemie sowie an der Unterdrückung, Ausbeutung und Stigmatisierung von Millionen Menschen“.

Schwanitz gehört zu einer Gruppe von „Laizisten in der SPD“, die unlängst den Status einer eigenen Arbeitsgemeinschaft in der Partei beantragt hatten. Dies hatte der Parteivorstand abgelehnt.

Gabriel sagte: „Wer sich selbst als aufgeklärt empfindet, sollte eigentlich neugierig auf die Meinung anderer sein.“ Er sei wie fast alle anderen SPD-Politiker gespannt „auf die Antworten des Papstes zu den Herausforderungen unserer Zeit“. Als Lutheraner hoffe er auf ein „deutliches und positives Signal an die Ökumene“.

Unions-Fraktionsvize Michael Kretschmer bezeichnete Schwanitz Boykottaufruf als „weltfremd und kirchenfeindlich“. Deutschland sei ein aufgeklärtes Land. Da sollten sich auch das Parlament und die Abgeordneten tolerant und offen zeigen, sagte Kretschmer der „Leipziger Volkszeitung“ (Montag).

Von

dpa

Kommentare (15)

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EndofDarkAges

26.06.2011, 22:07 Uhr

"Toleranz ist gut, aber nicht gegenüber Intoleranten." - Wilhelm Busch -

Ein Zwergstaat der die europäische Menschenrechtskonvention nicht ratifiziert, sollte nie toleriert werden. Auch wenn es ein selbsternannter Heiliger ist, dieser Gast interessiert 70% der Deutschen nicht.

klafuenf

28.06.2011, 09:17 Uhr

Dabei ist die Papstrede doch eine Weiterbildungsveranstaltung:

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Aus der Bundesdeutschen Politik

Politische Weiterbildung für Abgeordnete

Neuerdings gibt es Vorlesungen zur Weiterbildung im Deutschen Bundestag. Die erste Serie heisst »Diktaturen im 21. Jahrhundert CE«. Der ständigen Abgeordnete Peter Schmidt von der Legendären Alternativen Liberalen Liste (LALL):

»Nach all den Problemen der letzten Jahrzehnte haben wir uns ernsthaft gefragt, ob die parlamentarische Demokratie das bevorzugte Modell für einen Staat in der Zukunft sein wird und die Mühe, die es macht, das Ergebnis rechtfertigt. Daher haben wir uns entschlossen andere Staatsformen unter die Lupe zu nehmen. Als erstes beginnen wir mit dem absoluten Gegenteil des Rechtsstaats, nämlich absolutistischen, hierarchischen, totalitären Dikaturen.

Den Reigen eröffnet Prof. Ratzinger vom VatikanSStaat, gefolgt von Kim Il-Sung und Muammar al-Gaddafi. Bei Fidel Castro sind wir uns nicht sicher, aber möglicherweise wird er per Webcast teilnehmen. Durch den natürlichen Zeitversatz würde auch der Synchrondolmetscher etwas mehr Zeit haben.«

PeterM

28.06.2011, 11:21 Uhr

Es ist doch bezeichnend, dass niemand auf die Argumentation der Laizisten eingeht! Sonst müsste man ihnen ja recht geben!

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