Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

16.05.2011

15:13 Uhr

SPD

Gabriel nennt Kanzlerdebatte „putzig“

SPD-Parteichef Gabriel reagiert gelassen auf die Kanzlerdebatte um seinen Parteifreund Steinbrück. Dieser hatte in einem Interview eine Kandidatur nicht ausgeschlossen.

Sigmar Gabriel hält jegliche Kanzlerdebatte in der SPD für verfrüht. Quelle: dpa

Sigmar Gabriel hält jegliche Kanzlerdebatte in der SPD für verfrüht.

BerlinSPD-Parteichef Sigmar Gabriel hat entspannt auf die von Ex-Finanzminister Peer Steinbrück neu ausgelöste Debatte über die SPD-Kanzlerkandidatur im Jahr 2013 reagiert. "Ich finde die ganze Diskussion relativ putzig", sagte Gabriel am Montag in Berlin. Er freue sich "über die intensive Diskussion darüber, wer der nächste Kanzler der SPD wird". Äußerungen von Steinbrück wertete Gabriel nicht als Anmeldung einer Kandidatur. "Mein Eindruck ist, dass er das gar nicht gemacht hat", sagte Gabriel. Darauf lege auch Steinbrück selbst wert, wie er in einer SMS an ihn klargestellt habe.

Steinbrück war in einem Rundfunk-Interview am Sonntag der Frage nach einer Kanzlerkandidatur zunächst ausgewichen. Er halte "den Zeitpunkt für Stellungnahmen für verfrüht". Welchen Kommentar auch immer er abgebe, er werde eine schlaflose Nacht haben und in der Partei sieben Tage lang Aufräumarbeiten leisten müssen, "um die Stange wieder geradezubiegen". Gleichwohl sagte der 64-jährige Polit- und Medienprofi: "Der Zeitpunkt wird kommen, wo ich mich in Absprache mit zwei oder drei Führungspersönlichkeiten der SPD darüber zusammensetze." Damit ließ er erkennen, dass er sich eine Kandidatur offenhält.

Im Parteipräsidium kam das Thema nach Gabriels Worten nur zur Sprache "mit meiner Bemerkung, dass man nach meiner Auffassung nicht darüber reden muss". Über die Kanzlerkandidatur werde Ende 2012 oder Anfang 2013 beraten. Laut Parteisatzung mache der Parteichef einen Vorschlag zum Auswahlverfahren und dazu, wen er für den richtigen Kandidaten halte. Wenn mehrere zur Auswahl stünden, könne man die SPD-Mitglieder "oder auch Leute darüber hinaus" befragen. Eine Beteiligung der Parteibasis und von Nicht-Mitgliedern hatte Gabriel bereits im vorigen Jahr ins Gespräch gebracht. Er fügte hinzu: "Ich werde irgendwann einen Vorschlag machen, solange müssen sich alle gedulden."

Ob er die Kritik seiner Generalsekretärin Andrea Nahles teile, die Steinbrücks Äußerungen als "Selbstausrufung" bezeichnet hatte, wollte Gabriel nicht sagen. Er habe mit Nahles nicht sprechen können. Die Generalsekretärin konnte am Montag an der Sitzung nicht teilnehmen, weil ihre Tochter erkrankt war.

Der im Seeheimer Kreis organisierte konservative SPD-Flügel begrüßte Steinbrücks Äußerungen. "Natürlich gehört er zu dem Kreis potenzieller Kandidaten, und ich bin froh, dass er das auch so sieht", sagte Seeheimer-Sprecher Garrelt Duin. "Sein Ansehen ist ein Pfund, mit dem die Partei wuchern muss.

Von

rtr

Kommentare (2)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Martina

16.05.2011, 16:16 Uhr

ist doch egal, welche Flasche die Schwindel Partei Deutschlands als KK ausruft ...

Account gelöscht!

17.05.2011, 08:49 Uhr

Putzig finde ich die Alten Böcke wie sie sich anbieten , schlimmer wie Sauerbier .
Lächerlich finde ich wenn sich ein 64 jähriger für irgendeinen Posten aufstellen lassen will .
Die FDP hat die Zeit erkannt und einen Generationenwechsel vollzogen , die alten Säcke in der SPD kleben auf ihren Stühlen !!!
Armes Deutschland !

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×