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26.06.2011

14:23 Uhr

SPD-Geheimtreffen

Steinbrück lotet Kanzler-Chancen aus

Als Finanzminister hat Peer Steinbrück Deutschland durch die globale Finanzkrise gesteuert. Jetzt ist er nur noch einfacher Abgeordneter. Das könnte sich bald ändern. Der SPD-Mann bereitet seine Kanzlerkandidatur vor.

Peer Steinbrück. Quelle: dpa

Peer Steinbrück.

BerlinDer frühere Bundesfinanzminister Peer Steinbrück bereitet offenbar eine Kanzlerkandidatur für die SPD bei der nächsten Bundestagswahl vor. Wie die „Bild am Sonntag“ berichtet, hat Steinbrück sich bereits am 8. Juni zu einer vertraulichen Unterredung mit SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles getroffen.

Steinbrück habe damit ausloten wollen, welche Chancen auf Unterstützung er bei der Parteilinken habe. Das Gespräch im Büro von Nahles in der SPD-Zentrale in Berlin solle sehr harmonisch verlaufen sein, berichtete das Blatt.

„Peer Steinbrück will Kanzlerkandidat der SPD für die nächste Bundestagswahl werden“, zitierte die "BamS" ein Kabinettsmitglied des früheren Bundeskanzlers Gerhard Schröder (SPD). Allerdings wolle der Ex-Finanzminister 2013 nur „mit Zustimmung der gesamten Partei“ gegen Kanzlerin Angela Merkel (CDU) antreten.

Steinbrück selbst hatte Mitte Mai in einem Interview angekündigt, die Frage einer Kanzlerkandidatur mit „zwei oder drei“ Führungspersönlichkeiten der SPD zu besprechen. Einen Zeitpunkt hatte er nicht genannt. Nahles hatte Steinbrücks Ankündigung als unpassende „Selbstausrufung“ kritisiert.

Die Nord-SPD reagierte verärgert auf den neuerlichen Steinbrück-Vorstoß zur K-Frage. „Solche Meldungen nützen uns nicht“, sagte der Vorsitzende der schleswig-holsteinischen SPD, Ralf Stegner, Handelsblatt Online. „Die SPD ist klug beraten, über die Kanzlerkandidatur erst Ende 2012 zu entscheiden.“ Dazu solle Parteichef Sigmar Gabriel einen Vorschlag machen.

Indirekt äußerte Stegner scharfe Kritik an Steinbrück. „Entscheidend ist für mich nicht, wer sich selbst für am besten geeignet hält oder wen Konkurrenz und Medien gut finden“, sagte das SPD-Präsidiumsmitglied. „Neben der Frage, wer am besten beim Wahlvolk ankommt, muss auch eine wichtige Rolle spielen, wer das Amt ausfüllen und das programmatische Profil der SPD so glaubwürdig vertreten kann, dass die Stammwählerschaft bleibt und Nicht- und Linksparteiwähler wieder zurückkehren.“ Die SPD habe zum Glück mehrere Kandidaten, die dafür geeignet sind. Unter diesen werde die Partei entscheiden.

Kommentare (9)

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zephyroz

26.06.2011, 13:40 Uhr

Man kann nur hoffen, daß Herr Steinbrück sich zur Kandidatur entscheidet und dann auch von seiner Partei aufgestellt wird. Wenn man sich die aktuelle Riege der "Spitzenpolitiker" betrachtet, haben wir derzeit keinen besseren für die Kanzlerschaft. Herr Steinmeyer ist zwar fachlich gut, aber nicht so prägnant im Auftreten. Und die CDU ... naja das sehen wir ja gerade, völlig ausgebrannt.

westerwaldistehrlicher

26.06.2011, 13:41 Uhr

Warum denn nicht? Kompeteter als Frau "Mutti" Merkel ist er sicherlich, und anderen Regierungschefs wird er nicht nach Belieben in den Allerwertesten kriechen.

Mupfel

26.06.2011, 14:23 Uhr

Einmal mit den Bilderberger wandern gehen und schon ist man qualifiziert, um Deutschland noch mehr auszupressen und gegen die Wand zu fahren !

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