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08.10.2013

19:49 Uhr

SPD, Grüne und Linke

Hessische Sondierungsgespräche werden fortgesetzt

Eine rot-rot-grüne Landesregierung in Hessen ist weiterhin möglich. Die ersten Sondierungsgespräche seien erfolgreich verlaufen, teilte die Beteiligten mit. Eine Einigung gab es allerdings noch nicht.

Die hessischen Spitzenkandidaten von SPD, Thorsten Schäfer-Gümbel (rechts), und von Bündnis90/Die Grünen, Tarek Al-Wazir. dpa

Die hessischen Spitzenkandidaten von SPD, Thorsten Schäfer-Gümbel (rechts), und von Bündnis90/Die Grünen, Tarek Al-Wazir.

WiesbadenSPD, Grüne und Linke wollen weiter über eine mögliche rot-grün-rote Koalition in Hessen verhandeln. Nach einem ersten Termin am Mittwoch vertagten sie sich auf den 25. Oktober. SPD-Parteichef Thorsten Schäfer-Gümbel sprach nach dem rund zweieinhalbstündigen Gespräch von einer engagiert-konstruktiven Atmosphäre. Es gebe aber weiter inhaltliche Hürden zwischen der SPD und der Linken. Grünen-Chef Tarek Al-Wazir sagte, eine Zusammenarbeit setze Vertrauen und Verlässlichkeit voraus. Die Linkspartei sei jedoch aus Protest gegen Rot-Grün gegründet worden.

Bei den Verhandlungen im Wiesbadener Landtag war auch die Schuldenbremse ein Thema. Schäfer-Gümbel und Al-Wazir bekräftigten, dass das in der Verfassung verankerte Verbot neuer Schulden eingehalten werden müsse. Die Linke hatte gegen die Schuldenbremse gestimmt und im Wahlkampf ihre Abschaffung gefordert.

Linken-Fraktionschefin Janine Wissler ließ in der Frage Verhandlungsbereitschaft erkennen und sagte, durch das Gespräch sei eine Zusammenarbeit der drei Parteien weder wahrscheinlicher noch unwahrscheinlicher geworden. Ihre Partei sei auch zu einem Tolerierungsmodell bereit, wenn sie ihre Inhalte in die neue Regierung einbringen könne.

Hessen-Wahl in Fakten und Zahlen

Bevölkerung

Rund 4,4 Millionen Menschen sind wahlberechtigt.

Anzahl der Stimmen

Jeder Wahlberechtigte kann am Sonntag in Hessen insgesamt vier Stimmen vergeben, zwei für die Bundestags- und zwei für die Landtagswahl.

Erstwähler

Etwa 276.000 junge Menschen nehmen erstmals an einer Landtagswahl teil.

Kandidaten

672 Kandidaten treten an, 424 davon sind von den im Landtag vertretenen Parteien aufgestellt, darunter 148 Frauen. Ihr Anteil beträgt 35 Prozent und ist damit um sechs Punkte gesunken.

Dauer der Legislatur

Der Landtag wird für fünf Jahre gewählt.

Mandate

Zu vergeben sind 110 Sitze im Parlament, 55 Abgeordnete werden aus den Wahlkreisen direkt in den Landtag gewählt, 55 Abgeordnete kommen von den Listen der Parteien. Hinzu könnten Überhang- und Ausgleichsmandate kommen.

Fraktionen

Fünf Fraktionen gab es zuletzt im Landtag: CDU, SPD, FDP, Grüne und Linke. Umfragen zufolge muss die Linke aber zittern, ob sie die Fünf-Prozent-Hürde erneut überwinden kann.

Laut Wissler spielte auch die gescheiterte Zusammenarbeit der drei Parteien im Jahr 2008 eine Rolle. Schäfer-Gümbels Vorgängerin Andrea Ypsilanti war an innerparteilichem Widerstand mit dem Versuch gescheitert, sich mit Hilfe der Linken zur Ministerpräsidentin wählen zu lassen.

Nach der Wahl in Hessen ist neben einer rot-grün-roten auch eine schwarz-rote und eine schwarz-grüne Koalition möglich. CDU und Grüne haben am Montag erstmals verhandelt, CDU und SPD starten an diesem Mittwoch (6.10.) in die zweite Runde.

Von

dpa

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