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06.04.2011

19:02 Uhr

SPD im Stimmungstief

Grünes Umfragehoch erschüttert die Genossen

ExklusivMit 28 Prozent liegen die Grünen im neuen Wahltrend vor der SPD. Die Genossen werden immer mehr zum Juniorpartner, im Willy-Brandt-Haus steigt die Nervosität. Fraktionschef Steinmeier will das eigene Profil schärfen.

Gesprächsbedarf nach den neuen Umfragewerten: Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier (l.) und der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel. Quelle: dapd

Gesprächsbedarf nach den neuen Umfragewerten: Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier (l.) und der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel.

Die Atomkatastrophe von Fukushima treibt die Zustimmung für die Grünen in ungeahnte Höhen und lässt die Partei von einem eigenen Kanzler träumen. Nach ihrem Erfolg in Baden-Württemberg schoben die Grünen sich im neuen Wahltrend von „Stern“ und RTL auch auf Bundesebene mit 28 Prozent (plus sieben Punkte) vor die SPD (23 Prozent/minus zwei), während Union und FDP auf zusammen 33 Prozent abstürzten. Grün-Rot liegt mit 51 Prozent derzeit 18 Punkte vor Schwarz-Gelb und hätte erstmals seit der Bundestagswahl 2009 eine absolute Mehrheit. Die Grünen könnten damit theoretisch erstmals den Kanzler stellen.

Während die Grünen ihr Glück kaum glauben können, schrillen im Willy-Brandt-Haus bei den Sozialdemokraten die Alarmglocken. Angesichts der steigenden Umfragewerte der Grünen sieht Frank-Walter Steinmeier die Notwendigkeit für die SPD, sich inhaltlich klar aufzustellen. „Das eigene Profil zu schärfen bleibt die Aufgabe der SPD bis 2013“, sagte der Vorsitzende der Bundestagsfraktion dem Handelsblatt.

Wie bereits der ehemalige SPD-Finanzminister Peer Steinbrück, so übte auch Steinmeier Kritik an der Parteiführung. „Ich gehöre nicht zu den Schönrednern, sondern hätte mir bessere Wahlergebnisse für die SPD gewünscht“, sagte Steinmeier.

Grünen-Fraktionschef Jürgen Trittin im Bundestag, im Hintergrund: Frank-Walter Steinmeier. Steinmeier über die Grünen: "Ein befreundeter Konkurrent." Quelle: dpa

Grünen-Fraktionschef Jürgen Trittin im Bundestag, im Hintergrund: Frank-Walter Steinmeier. Steinmeier über die Grünen: "Ein befreundeter Konkurrent."

Steinbrück war mit seiner eigenen Partei ins Gericht gegangen. Nach den Landtagswahlen in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg vermisste der 64-Jährige, der von SPD-Politikern immer wieder als ein möglicher Kanzlerkandidat ins Gespräch gebracht wird, Worte der Selbstkritik. „Parteien, die nur auf Selbstbestätigung aus sind, und Politiker, die von Tatsachen unbeeindruckt Kommentare abgeben, tragen nicht unerheblich zum Politikverdruss bei“, hatte Steinbrück dem Magazin „Der Spiegel“ gesagt. „Dazu hat die SPD angesichts stark enttäuschender Wahlergebnisse am vergangenen Sonntag einen bemerkenswerten Beitrag geleistet.“ Führende Sozialdemokraten hatten den Wahlausgang in beiden Bundesländern fast durchweg positiv bewertet, obwohl die Partei historisch schlechte Wahlergebnisse erzielte.

Kommentare (15)

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Account gelöscht!

06.04.2011, 19:19 Uhr

Wenn die Genossen ihr Profil verbessern wollen, dann sollten sie aufhören, in Sozialneid zu machen. Und sie sollten aufhören, praktische Politik durch Symbolhandlungen zu ersetzen. Es genügt eben nicht, einen Eisbären zu adoptieren und seine Wähler mit der Lüge vom aussterbenden Pelzträger zu bedienen. Irgendwann merkt sogar ein Sozi, daß ihm hohler Stuß erzählt wird.
Neue Parteien braucht das Land. Wer die Eisbärmärchen satt hatt, sollte vielleicht einmal darüber nachdenken!

heinrich

06.04.2011, 19:29 Uhr

Mit Siggi Popp und Andrea Nahles ist jedenfalls nicht mehr drin. Da braucht es vertrauenswürdige Personen, die aber nicht in Sicht sind.

Account gelöscht!

06.04.2011, 19:59 Uhr

Von Eisbären jedenfalls verstehen Sie nicht all zu viel.

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