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18.03.2011

02:51 Uhr

Die AKW Krümmel, Neckarwestheim, Philippsburg und Unterweser - nicht geschützt vor Angriffen aus der Luft wie alle deutschen AKW. Quelle: dpa

Die AKW Krümmel, Neckarwestheim, Philippsburg und Unterweser - nicht geschützt vor Angriffen aus der Luft wie alle deutschen AKW.

DüsseldorfDer Innenexperte der SPD-Bundestagsfraktion, Sebastian Edathy, hält Terrorangriffe aus der Luft auf die deutschen Atomkraftwerke für ein realistisches Szenario. "Unsere Atomkraftwerke sind gegen gezielte Abstürze von Passagiermaschinen nicht geschützt", sagte das Mitglied des SPD-Fraktionsvorstands Handelsblatt Online. "Im Falle entsprechender terroristischer Angriffe wären die Auswirkungen verheerend."

Spätestens seit den Terrorattacken auf die USA vom 11. September 2001 sei klar, dass ein solches Szenario nicht ausgeschlossen werden könne, fügte der stellvertretende Vorsitzende des Gorleben-Untersuchungsausschusses hinzu. "

Eine Anlagen-Vernebelung mindert dieses Risiko nicht, da die Ziel-Ansteuerung sehr exakt auch über ein Navigationssystem erfolgen kann"m sagte Edathy.

Auch die Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG) hält die Atomkraftwerke (AKW) in der Bundesrepublik für nicht sicher vor Terrorangriffen. Der stellvertretende Gewerkschaftschef Hermann Benker sagte der „Bild“-Zeitung (Onlineausgabe): „Die Polizei kann gezielte Terrorangriffe auf AKWs nicht verhindern.“

Szenarien wie gezielten Flugzeugabstürzen, Raketenangriffen mit mobilen Trägersystemen und Cyber-Attacken auf die Computer-Netzwerke der Reaktoren stehe die Polizei hilflos gegenüber. Benker sagte, die Sicherheitsbeamten könnten lediglich durch Präsenz abschrecken. Für eine permanente Sicherung aller deutschen Kernkraftwerke mit vielen Einsatzkräften fehle das Personal. Er forderte ein europäisches Sicherheitskonzept zum Schutz vor terroristischen Angriffen auf Atomkraftwerke, da die Frage der Anschlagssicherheit sämtliche Atommeiler in Europa betreffe und zentral koordiniert werden müsse.

Der Atomexperte der Umweltschutzorganisation Greenpeace, Tobias Riedl, sagte dem Blatt: „Vor allem für die alten Reaktoren gilt: Sie halten einem gezielten Flugzeugabsturz nicht stand. Das belegen alle unsere Studien zu dem Thema.“ Er forderte einen endgültigen Ausstieg aus der Atomenergie in Deutschland. SPD-Innenexperte Dieter Wiefelspütz sagte zum Schutz deutscher Reaktoren vor terroristischen Gefahren: „Es ist völlig unumstritten, dass unsere AKWs davor nicht sicher sind.“ Das sei bereits seit Jahren bekannt. Konsequenzen seien aber nicht gezogen worden.

Kommentare (1)

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akw-ade

21.03.2011, 21:26 Uhr

AKW-Ade hat die Atomkraft in Deutschland noch eine Chance oder sollte Deutschland aussteigen? www.akw-ade.de

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