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20.09.2011

10:29 Uhr

SPD-Kandidatendebatte

Steinbrücks kleine Bewerbungsrede

Bei seinem Auftritt auf dem Handelsblatt Deutschland Dinner vermied Peer Steinbrück jeglichen Hinweis auf eine mögliche SPD-Kanzlerkandidatur. Dennoch ließ er keinen Zweifel an seinen Ambitionen.

Peer Steinbrück mit Handelsblatt-Chefredakteur Gabor Steingart beim Deutschland Dinner des Handelsblatts im Hamburger Grand Elysee.

Peer Steinbrück mit Handelsblatt-Chefredakteur Gabor Steingart beim Deutschland Dinner des Handelsblatts im Hamburger Grand Elysee.

HamburgKeine Silbe, kein ironisches Lächeln, nicht einmal ein Blinzeln - Peer Steinbrück vermied jeden noch so winzigen Hinweis, der darauf hindeuten könnte, dass er der Kanzlerkandidat der SPD werden würde. Und doch ließ Peer Steinbrück keinen Zweifel, als er sich gestern Abend beim Deutschland-Dinner im Hamburger Grand Elysee den Fragen des Handelsblatt-Chefredakteurs Gabor Steingart stellte. Keinen Zweifel daran, dass der 64-jährige seinen beruflichen Höhepunkt noch vor sich sieht.

Die 450 geladenen Gäste jedenfalls bewerteten den Auftritt Steinbrücks wie eine Bewerbung des ehemaligen Bundesfinanzministers für das Kanzleramt. Egal zu welchen Themen sich der Bestsellerautor äußerte - zur Eurokrise, zu möglichen Steuersenkungen, zur Entwicklung der Konjunktur - Steinbrück gab sich meinungsstark, empfahl sich mit gestochen scharfen Argumenten und sparte dabei nicht mit Witz.

"Ich verspreche Ihnen nichts, also glauben Sie mir", antworte Steinbrück auf die Frage eines Handelsblatt-Lesers, was ein Hamburger von ihm als Bundeskanzler zu erwarten hätte. Großer Applaus.

Zur Debatte um die Einführung von Euro-Bonds sagte der frühere Gegner gemeinschaftlich begebener Staatsanleihen: "Die Welt hat sich verändert". Deshalb befürworte er grundsätzlich die Einführung von Euro-Bonds, allerdings müssten drei Bedingungen dafür erfüllt sein: Wie bräuchten eine gemeinsame Finanzpolitik, einen Zugriff auf die nationalen Budgets und eine Änderung der Europäischen Verträge. Deshalb sehe er dieses Instrument derzeit nicht.

Kommentare (2)

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Osterwelle

20.09.2011, 12:45 Uhr

...gut das reicht, was er gesagt hat, Und wann fangen Sie mit dem Mauerbau an, Herr Steinbrück? Übrigens haben Sie auch keine Absicht?...wenn Sie nichts versprechen? Schön war auch der Imperativ, "...also glauben Sie mir!"....Ja, bald werden wir es müssen, wenn die Wiedervereinigung der SPD und CDU zur Neuen Einheitspartei Deutschlands erfolgt.......Gut, ich weiß, so wird es nicht kommen, die moderne Totalität bietet "demokratisch" mehrere "Parteien" zur Auswahl. Das war das Manko der Nazis und Kommunisten.

Rene

20.09.2011, 13:40 Uhr

Wenn Steinbrück meint, was er in seiner Biographie schreibt, dann braucht keine Angst vor einer SPD mit ihm als Kanzlerkandidaten haben.

Allerdings meine ich, dass Euro-Bonds seinen pragmatischen Ansichten in seiner Biographie widersprechen.

Wer täglich mit der Bahn fährt, sieht, was es bedeutet, wenn der eine arbeitet und Steuern zahlt und andere die Hände aufhalten und ohne Anstrengung/Fleiß und Bescheidenheit/Sparsamkeit hemmungslos nimmt.

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