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16.08.2012

18:01 Uhr

SPD-Kanzlerkandidat

Neue Chance für Frank-Walter Steinmeier?

VonMichael Inacker

Der Widerstand gegen Steinbrück wächst weiter, auch alte Verbündete wechseln jetzt das Lager. Davon profitiert vor allem einer: Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier. Der alte Kanzlerkandidat könnte auch der neue werden.

Im Wahlkampf 2009 holte Frank-Walter Steinmeier mit 23 Prozent das schlechteste SPD-Ergebnis aller Zeiten. Trotzdem könnte er erneut zum Kanzlerkandidaten der Partei gekürt werden. Reuters

Im Wahlkampf 2009 holte Frank-Walter Steinmeier mit 23 Prozent das schlechteste SPD-Ergebnis aller Zeiten. Trotzdem könnte er erneut zum Kanzlerkandidaten der Partei gekürt werden.

Das Gegenteil von gut ist gut gemeint - oder Albig. Dank der Äußerungen des ehemaligen Sprechers von Peer Steinbrück zum Wochenauftakt weiß die Republik, dass Schleswig-Holstein einen neuen SPD-Ministerpräsidenten hat. Sie weiß außerdem, dass die Kür des Kanzlerkandidaten der Sozialdemokraten immer mehr zum absurden Theater wird.

Drei gestandene Politiker - Sigmar Gabriel als Parteivorsitzender, Frank-Walter Steinmeier als Fraktionschef im Bundestag und Peer Steinbrück als ehemaliger Bundesfinanzminister und Joker - ringen um die beste Ausgangsposition für eine Entscheidung, die sie laut eigener Aussage erst im nächsten Frühjahr treffen wollen.

Doch an die Stelle von Plan tritt Verwirrung. Die Sozialdemokratie erlebt einen Vorwahlkampf wie in den USA, nur dass es in Deutschland dafür kein Reglement gibt. Hier wie dort sind "Endorsements", also Wahlempfehlungen, an der Tagesordnung. Den Eröffnungsspielzug sicherte sich Torsten Albig.

Der seit dem 12. Juni amtierende Ministerpräsident von Schleswig-Holstein, der jüngst mit Vertrauten auf einer Hotel-Terrasse im Ostseebad Grömitz die Welt- und Parteilage diskutierte und dies auch so tat, dass alle Spaziergänger auf der Strandpromenade den neuen Landesvater sehen konnten, galt bislang als einer der engsten Vertrauten seines Ziehvaters Steinbrück. Als dessen Pressesprecher hat er aus ihm einen der erfolgreichsten Finanzminister gemacht.

Ausgerechnet Torsten Albig riet seinem Ex-Chef in der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" von einer Kandidatur ab: „Tu dir das nicht an." Steinbrück „würde das Korsett nicht mögen, in das sich der Kandidat zwängen müsste". Im Gegenzug rief Albig Steinmeier als Kandidaten aus: Der sei eine „starke Führungspersönlichkeit" und sei seit seiner Kanzlerkandidatur 2009 - als er mit 23 Prozent das schlechteste SPD-Ergebnis in der Geschichte einfuhr - „sehr gereift" und ein „guter Kanzler für unser Land".

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