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29.09.2012

11:19 Uhr

SPD-Kanzlerkandidat

Peer Steinbrück soll es richten

Jetzt ist es raus: Peer Steinbrück soll die SPD als Frontmann in den Bundestagswahlkampf führen. Die Nachricht löste ein breites Echo aus – selbst in der SPD kein ungeteilt positives.

Peer Steinbrück (SPD) hat es geschafft: Seine Partei will ihn als Spitzenkandidaten ins Rennen zur Bundestagswahl 2013 schicken. dapd

Peer Steinbrück (SPD) hat es geschafft: Seine Partei will ihn als Spitzenkandidaten ins Rennen zur Bundestagswahl 2013 schicken.

BerlinDer frühere Finanzminister Peer Steinbrück hat am heutigen Samstag seinen ersten Auftritt als frisch gekürter Kanzlerkandidat vor der SPD-Parteibasis. Beim Landesparteitag der nordrhein-westfälischen SPD in Münster wird er zu den Delegierten sprechen. Der Parteivorsitzende Sigmar Gabriel hatte Steinbrück am Freitag als Kandidaten vorgeschlagen, nachdem auch Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier verzichtet hatte. Steinbrück (65) war von 2002 bis 2005 Ministerpräsident einer rot-grünen Koalition in Düsseldorf. Er hat auch seinen Wahlkreis in Nordrhein-Westfalen.

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) befürchtet keine größeren Widerstände in ihrer Partei gegen Steinbrück. „Die Zustimmung ist größer als allgemein behauptet wird“, sagte die SPD-Landesvorsitzende, die auch stellvertretende SPD-Chefin ist. Als Bundesfinanzminister habe er in schwierigen Zeiten bewiesen, dass er das Land führen könne. „Er genießt Respekt weit ins bürgerliche Lager hinein.“ Ziel sei Rot-Grün wie in NRW. „Jetzt sind wir im Wahlkampfmodus. Ab jetzt werden wir auf Sieg setzen.“

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Der SPD-Politiker will es bei der nächsten Wahl bis ins Kanzleramt schaffen.

Gabriel bezeichnete Steinbrück in der „Bild“-Zeitung (Samstag) als den „besseren Kanzler“. Auch Alt-Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) hält Steinbrück für eine gute Wahl. „Ich begrüße das ausdrücklich. Er will das, und er kann das“, sagte er der „Rheinischen Post“ (Samstag). Steinbrück könne Merkel schlagen. Schröder empfahl seiner Partei zugleich, eine Ampel-Koalition mit Grünen und FDP nach der Bundestagswahl 2013 nicht auszuschließen.

Der frühere SPD-Vorsitzende Franz Müntefering rechnet damit, dass sich die SPD geschlossen hinter ihren Spitzenkandidaten stellt. Er sagte am Samstag im Deutschlandradio Kultur, Steinbrück sei ein sehr guter Kandidat für das Jahr 2013, und „da wird sich nun alles drum scharen“. Es gebe einzelne Personen in der SPD, „die da Sympathien oder Antipathien haben, aber die allermeisten in unserer Partei - da bin ich ganz sicher – die wissen, wir haben eine Chance im nächsten Jahr“, so Müntefering. Der „Passauer Neuen Presse“ (Samstag) sagte Müntefering über Steinbrücks Qualitäten: „Er kann Florett und er kann Säbel. Die Konkurrenz wird das zu spüren bekommen.“

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Auch eine Mehrheit der Deutschen (58 Prozent) hält Steinbrück laut einer Infratest-Blitzumfrage für die ARD-„Tagesthemen“ für einen guten Kanzlerkandidaten. Nur 21 Prozent sind nicht dieser Meinung. Wenn die Deutschen direkt wählen könnten, läge Kanzlerin Angela Merkel (CDU) allerdings klar vor ihrem SPD-Herausforderer. Laut ARD-„Deutschlandtrend“ würden sich 50 Prozent für Merkel entscheiden, 36 Prozent für Steinbrück. Mit seinen Vorschlägen zur Regulierung der Banken stößt der SPD-Kandidat indes auf enormen Rückhalt in der Bevölkerung. Neun von zehn Bürgern (91 Prozent) sind der Ansicht, die Banken sollten für Notfälle mit eigenen Rettungsfonds vorsorgen müssen. Das ergab eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Infratest im Auftrag der Sendung "Günther Jauch", die am morgigen Sonntag in der ARD ausgestrahlt wird. 85 Prozent der Befragten würden eine gesetzliche Begrenzung der Gehälter von Bankmanagern begrüßen. Für eine Trennung von Geschäfts- und Investmentbanking sprechen sich 73 Prozent der Bürger aus.

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Auch in der SPD überwiegt Lob - es gibt aber auch Ermahnungen für den Kanzlerkandidaten.

Kommentare (27)

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Leopold

29.09.2012, 09:58 Uhr

Nun ja, den Kopf hat man jetzt. Wichtiger wäre aber das eigenständige Programm. Eins, das Deutschland rettet und nicht Europa! Eins, das nicht alle Schulden Europas dem deutschen Steuerzahler auflastet! Es gibt Felder, auf die sich Merkel nicht traut! Weil sie schon viel zu sehr in Europa integriert ist. Wie Kohl in der Endphase lässt sie für Deutschland wichtige Themen liegen. Wie Kohl wird sie auch vom Wähler zur Verantwortung gezogen werden.

R.Rath

29.09.2012, 10:15 Uhr

Was dieses Politikfeld betrifft ist Peer die Supermerkel. Er wird alles tun um den Euro "über die Runden zu bringen" besser gesagt zu schleifen, bis hin zu Euro-Bonds und umfassender Schuldenunion.
Mit Steinbrück als Kanzler wird in der Euro-Politik ein Kurs gefahren werden, der auf eine massive Inflationierung hinaus läuft.
Sein grosses Vorbild Helmut Schmidt hat in den siebziger Jahren auch nichts gegen eine Inflationierung der DM gehabt.
Die Aera Schmidt war der einzige Zeitraum innerhalb der Existenz der DM, wo diese Währung bedeutsam inflationiert hat.
Für Rentner , Sparer und Menschen, die ihr Alter finanziell absichern müssen, wird eine Kanzlerschaft Steinbrücks eine einzige Katastrophe sein.

Ameise

29.09.2012, 10:29 Uhr

www.wahlalternative2013.de

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