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13.03.2017

16:23 Uhr

SPD-Kanzlerkandidat Schulz

Kampf der chauvinistischen Internationalen

VonHeike Anger

Martin Schulz wettert: Gegen entfesselte Marktkräfte, gegen deregulierte Finanzmärkte, aber auch gegen nationalistische Abschottung. Als Kanzler will er „verbindliche Regeln“ – und zielt dabei auch auf Unternehmen.

Der Kanzlerkandidat fordert Transparenzpflichten für Unternehmen. „Keine Mauer kann hoch genug sein, um uns auf Dauer vor globalen Problemen zu schützen, so Schulz. AFP; Files; Francois Guillot

Martin Schulz

Der Kanzlerkandidat fordert Transparenzpflichten für Unternehmen. „Keine Mauer kann hoch genug sein, um uns auf Dauer vor globalen Problemen zu schützen, so Schulz.

BerlinDer designierte SPD-Kanzlerkandidat braucht nicht lange, um grundsätzlich zu werden. Nur kurz schwärmt Martin Schulz an diesem Montagvormittag von der Progressiven Allianz als der „Speerspitze“ im Kampf für eine offene und tolerante Gesellschaft. Dann erklärt er noch kurz, dass sich Vizekanzler, Bundesaußenminister und Noch-SPD-Chef Sigmar Gabriel als „junger Vater“ um seine kranke Familie zu Hause kümmern müsse und deswegen nicht bei der internationalen Konferenz sozialdemokratischer und sozialistischer Parteien in Berlin dabei sein könne.

SPD-Kanzlerkandidat privat : Was in Schulz' Tagebuch steht

SPD-Kanzlerkandidat privat

Was in Schulz' Tagebuch steht

In seinen Reden gibt SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz immer wieder Details über sein Privatleben preis: Er spricht über seinen Lieblingsklub, sein neues Berliner Büro – und zitiert aus seinem Tagebuch.

Dann kommt der Rundumschlag: Eine neue Form der Globalisierung fordert Schulz und kritisiert harsch nationalistische Abschottung. „Als Kanzler der Bundesrepublik Deutschland will ich dafür sorgen, dass Deutschland all sein Gewicht dafür einsetzt, die Globalisierungsprozesse durch gemeinsam verbindliche Regeln gerecht zu gestalten“, verspricht er bei der Konferenz der rund 130 Parteien im Willy-Brand-Haus. „Das heißt, wir brauchen Rechenschafts- und Transparenzpflichten für Unternehmen entlang der Lieferketten“, forderte Schulz und verlangte den Aufbau von sozialen Sicherungssystemen und die Einführung von „lebenssichernden“ Löhnen.

Es müsse auch deutlich gemacht werden, dass Abschottung keine Lösung sei. „Denn keine Mauer kann hoch genug sein, um uns auf Dauer vor globalen Problemen zu schützen oder uns gegen sie abzuschirmen“, sagte Schulz vor dem Hintergrund der Politik von US-Präsident Donald Trump. „Ich halte die Auseinandersetzung mit der Globalisierung gerade angesichts der Propaganda einer illiberalen Gesellschaft, wie sie in manchen Ländern regierungsamtlich vorgeschlagen wird, für überfällig“, sagte er.

Martin Schulz – ein Politikerleben

Startschuss

1974 tritt Martin Schulz in die SPD ein.

Bürgermeister

1987 bis 1998 war der gelernte Buchhändler Bürgermeister der Stadt Würselen bei Aachen.

EU-Parlament

Ab 1994 war Martin Schulz Mitglied des Europäischen Parlaments.

In der Partei

Seit 1999 gehört er dem SPD-Parteivorstand und dem Parteipräsidium an.

In Straßburg und Brüssel

Von 2004 bis 2012 ist Schulz Vorsitzender der Sozialistischen Fraktion im Europaparlament.

Präsident

Seit 2012 stand er als Präsident dem EU-Parlament vor – im November 2016 kündigt er seinen Wechsel in die Bundespolitik an.

Spitzenkandidat

Nach dem Rückzug von Parteichef Sigmar Gabriel soll Schulz die SPD in den Bundestagswahlkampf 2017 führen.

In den USA würden Menschen pauschalisiert wegen ihrer Religion oder Nationalität an der Einreise gehindert. Journalisten würden grundlos inhaftiert und zum Schweigen gebracht, sagte er mit Blick auf die Türkei. „So wird zurzeit schleichend in der Türkei die Demokratie demontiert“, kritisierte er. In Frankreich und den Niederlanden griffen „rechtsautoritäre“ Kandidaten nach Staats- und Regierungsämtern. Eine neue „chauvinistische Internationale“ fordere die liberalen Demokratien heraus und stehe für eine „aggressive Rollback-Politik“.

Kommentare (13)

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Frau Lana Ebsel

13.03.2017, 16:53 Uhr

Dann kommt Schulz ja endlich zum Thema und zeigt sein Gesicht: Er will "verbindliche Regeln", wie sich jedes Land und jeder Bürger seiner eurokratischen Vorstellung entsprechend zu benehmen hat. Wieso ist der nicht statt Buchhändler Oberlehrer geworden?

Frau Lana Ebsel

13.03.2017, 16:57 Uhr

Nur nebenbei. Wenn eine Person wie Schulz tatsächlich einmal das Sagen kriegt, dann sind Politiker wie Trump oder Erdokhan Blümchensex mit anfassen. Also aufgepasst SPD, wen ihr euch da eingehandelt habt. Größenwahnsinnige soll man nicht zum Kanzlerkandidaten machen. Die gehören wo anders hin. Z.B. in das Tollhaus der EU.

Novi Prinz

13.03.2017, 17:11 Uhr

Die Umfragen schießen durch die Decke ! Nur noch 6 Monate und Herr Schulz ist Bundeskanzler und zeigt allen wo es langgeht !

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