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09.09.2013

17:58 Uhr

SPD-Kanzlerkandidat

Steinbrück-Erpresser hat sich gestellt

Peer Steinbrück kann wieder ruhig schlafen: Sein Erpresser hat sich gestellt. Er hatte dem Kanzlerkandidaten vorgeworfen, eine Putzfrau illegal beschäftigt zu haben. Den Brief will er nur aus Versehen abgeschickt haben.

Kanzlerkandidat Peer Steinbrück (SPD) und seine Ehefrau Gertrud Steinbrück. dpa

Kanzlerkandidat Peer Steinbrück (SPD) und seine Ehefrau Gertrud Steinbrück.

BonnDer Erpresser des SPD-Kanzlerkandidaten Peer Steinbrück hat sich bei der Staatsanwaltschaft Bonn gestellt. Eine Person habe glaubhaft eingeräumt, Verfasser des Erpresser-Briefes zu sein, teilte die Staatsanwaltschaft Bonn am Montag mit. Nach einem Bericht der „Bild“-Zeitung hatte ein Unbekannter der Familie Steinbrücks mit Enthüllungen über eine angeblich vor 14 Jahren illegal beschäftigte Putzfrau gedroht und gefordert, bis zum 10. September müsse Steinbrück den Rückzug von seiner Kandidatur erklären.

Der Erpresser habe angegeben, aus einer momentanen Verärgerung heraus den an die Ehefrau des Kandidaten adressierten Brief geschrieben zu haben, hieß es in der Mitteilung der Staatsanwaltschaft. Zwar habe er den Brief nicht absenden wollen, aber aus Versehen habe er ihn dann doch mit anderen Briefen in die Post gegeben. Dies habe er erst nach entsprechenden Medienberichten bemerkt. Er sei dann mit einem Rechtsanwalt zur Staatsanwaltschaft gegangen.

Peer Steinbrück - seine Biographie

Gebürtiger Hamburger

Geboren am 10. Januar 1947 in Hamburg, verheiratet mit einer Studienrätin, drei Kinder. Den Namen Peer verdankt er seiner dänischen Großmutter.

Zwei Jahre Bundeswehr

1968 macht Steinbrück Abitur, danach ist er zwei Jahre bei der Bundeswehr.

Parteieintritt

1969 erfolgt der Eintritt in die SPD.

Studium

1970 - 1974 Volkswirtschafts-Studium in Kiel. Währenddessen lernt Steinbrück seine spätere Ehefrau kennen.

Erstes Treffen mit Helmut Schmidt

1974 - 1981 Tätigkeiten in Bundesministerien und im Kanzleramt. In dieser Zeit trifft Steinbrück auch zum ersten Mal den Bundeskanzler Helmut Schmidt. Heute spielen die beiden gelegentlich Schach. Schmidt über Steinbrücks Kanzlerkandidatur: „Er kann es“.

Zeit als Referent

1981 - 1985 Referent von Bundesforschungsminister Hans Matthöfer sowie in der SPD-Bundestagsfraktion

Büroleiter in Düsseldorf

1986 - 1990 Büroleiter von NRW-Ministerpräsident Johannes Rau.

Staatssekretär in Kiel

Zurück nach Kiel: Zwischen 1990 und 1992 ist Peer Steinbrück Umwelt-Staatssekretär im Kabinett Engholm. Daraufhin Staatssekretär im Wirtschaftsministerium, später selbst Minister im gleichen Ressort.

Als Minister zurück in NRW

1998 - 2000 Wirtschafts- und Verkehrsminister in NRW, anschließend für zwei Jahre Finanzminister im bevölkerungsreichsten Bundesland.

NRW-Ministerpräsident

Wolfgang Clement wechselt überraschend als Superminister nach Berlin. Ein Nachfolger ist noch nicht aufgebaut, eher durch Zufall wird Steinbrück zwischen 2002 - 2005 Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen.

Finanzminister

Nach der verlorenen Landtagswahl wechselt er als Finanzminister der großen Koalition nach Berlin. In dieser Zeit (2005 - 2009) ist er stellvertretender SPD-Bundesvorsitzender.

Vortragsredner

Seit 2009 ist er einfaches Mitglied des Bundestags. Als Vortragsredner reist er durchs Land. Über die Höhe der Honorare brach nach seiner Nominierung eine Debatte vom Zaun.

Die „Bild“-Zeitung hatte berichtet, der Erpresser wolle erfahren haben, dass die Steinbrücks eine Frau schwarz beschäftigt hätten, die sich damals illegal in Deutschland aufgehalten habe. Gertrud Steinbrück sagte dem Blatt, ihre Mutter habe der Familie nach dem Umzug 1999 von Kiel nach Bonn „zum Einzug geschenkt, dass ihre Putzhilfe für ein halbes Jahr einmal in der Woche bei uns saubermachen soll“. Dabei habe es sich um eine Philippinerin gehandelt, die mit einem Gärtner der philippinischen Botschaft verheiratet und dort auch versichert gewesen sei.

Die Zeitung zitierte Gertrud Steinbrück mit den Worten: „Ich zahlte sie für die bei mir abgeleisteten Stunden aus und rechnete das jeweils mit meiner Mutter ab.“ Nach Ablauf des halben Jahres habe Gertrud Steinbrück der Frau einen Arbeitsvertrag angeboten, schrieb die Zeitung weiter. Das habe die Frau aber abgelehnt, weil ihr Mann beim Botschaftsumzug nach Berlin seinen Job und die Familie damit den Aufenthaltsstatus verloren habe. Deshalb habe sie nur schwarz arbeiten können. Gertrud Steinbrück sagte dem Blatt, sie habe ihr sagen müssen, „dass ich sie natürlich nicht schwarz beschäftigen kann“.

Kommentare (12)

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Account gelöscht!

09.09.2013, 18:37 Uhr

Zitat : Die Zeitung zitierte Gertrud Steinbrück mit den Worten: „Ich zahlte sie für die bei mir abgeleisteten Stunden aus und rechnete das jeweils mit meiner Mutter ab.“

- wenn man die Putzi bezahlt hat,was gibt es da noch mit der Mutter abzurechnen ?

Für wie dämlich hält man hier eigentlich noch das Volk ?

Der Sache sollte ein Staatsanwalt nachgehen, um Licht ins Dunkle zu bringen....??!!! Hier sind doch noch eine Menge Fragen offen...wie hat man die Putzi bezahlt, wie hoch war die Entlohnung,gab es auch Quittungen, hat man die Putzi-Bezahlung steuerlich abgesetzt, etc. !

Die Sache ist noch lange nicht ausgestanden !

Wulff musste wegen Oktoberfestbier mit seinem Amt daran glauben,

eine illegale Beschäftigung einer Putzfrau,die noch illegal sich im lande aufgehalten hat,ist wesentlich schwerwiegender !

niexeahnungvonnix

09.09.2013, 18:54 Uhr

wulff hat den fehler gemacht sich mit banken anzulegen. Und kai dieckmann anrufen wegen einem bericht war auch unklug. Kai ist mitglied der atlantikbrücke gewesen. Der macht 2 anrufe und dann geht jeder politiker nach hause.
ich würde sowieso gerne die person wissen, die dem staatsanwalt den befehl zur wulffverfolgung gegeben hat.

Und was den steinbrückerpresser angeht. der ist doch dumm, man soll doch den absneder auf erpresserbriefen nie angeben :-)))
Und langsam ist eine spende fällig, damit sich frau steinbrück eine software zulegen kann um die geschäfte ihrer mutter zu regeln ;-)

Donnermann

09.09.2013, 18:58 Uhr

Lesen Sie doch einfach Herr Vicario, Frau Steinbrück hat das Geschenk ihrer Mutter angenommen, hat die Kosten verauslagt und sich das Geld von der Mutter wiedergeholt.
Das nennt man dann "Abrechnen"
Also: nicht das Volk hält man für dämlich...

Wäre Herr Steinbrück mit diesem Vorgang ähnlich umgegangen wie Herr Wulff mit den Vorwürfen, die gegen ihn erhoben wurden, dann gäbe ich Ihnen ein bisschen Recht.
So aber ist Ihr Geschreibsel leeres Gerede.

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