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23.10.2011

16:45 Uhr

SPD-Kanzlerkandidatur

FDP sieht in Schmidt/Steinbrück griechische Tragödie

Altkanzler Schmidt hat seiner Partei, der SPD, den früheren Bundesfinanzminister Steinbrück als Kanzlerkandidaten für 2013 empfohlen. Die FDP reagierte mit beißendem Spott. Und auch in der SPD regte sich Kritik.

Schmidt und Steinbrück. picture-alliance / Sven Simon

Schmidt und Steinbrück.

Berlin„Wenn Peer Steinbrück stärker die Nähe von Helmut Schmidt als von Sigmar Gabriel sucht, dann enthüllt das die Identitätskrise der SPD“, sagte FDP-Generalsekretär Christian Lindner am Sonntag in Berlin. „Steinbrück und Schmidt loben noch eine Agenda-Politik, die die Gabriel-SPD schon längst auf Parteitagen wieder abgewickelt hat.“ So wie Helmut Schmidt als Bundeskanzler seinerzeit die Unterstützung der eigenen Partei verloren habe, so stehe überdies Peer Steinbrück heute noch nicht einmal vor einer möglichen Kandidatur für das Programm der SPD. „Das ist die Figuren-Konstellation einer griechischen Tragödie.“ Lindern empfahl Steinbrück, er solle in seiner Partei lieber für seine politische Linie kämpfen, statt „als Buchautor die Republik zu bereisen und den Vorwahlkampf Barack Obamas mit provinzielleren Mitteln kopieren“.

Schmidt warb im „Spiegel“ für Steinbrück als SPD-Kanzlerkandidiat.  „Er kann es, Peer Steinbrück hat in seiner Zeit als Finanzminister bewiesen, dass er regieren und verwalten kann“, sagte Schmidt dem Nachrichtenmagazin in einem gemeinsamen Gespräch mit Steinbrück.

Dass Steinbrück im Gegensatz zu erfolgreichen Ministerpräsidenten der SPD wie Klaus Wowereit in Berlin noch nie eine Wahl gewonnen hat, ist aus Sicht Schmidts kein Hindernis für eine Kanzlerkandidatur: „Ich hatte auch keine Wahl gewonnen, als ich 1974 das Amt des Bundeskanzlers von Willy Brandt übernahm.“

Auch der Umstand, dass Steinbrück kein „linker Kandidat“ sei, spricht für Schmidt nicht gegen dessen Kanzlerkandidatur. „Die Wahlen werden nicht etwa am linken Flügel gewonnen, sondern alle Wahlen werden gewonnen - ob durch die CDU/CSU oder durch die Sozialdemokraten oder durch wen auch immer - in der Mitte und nicht auf den Flügeln“, sagte Schmidt dem „Spiegel“.

Kommentare (29)

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genaugenommen

23.10.2011, 15:14 Uhr

klar, Herr Steinbrück ist ja schon seit dem letzten Bilderberger-Treffen nominiert und somit quasi gewählt

looser

23.10.2011, 15:21 Uhr

na ,da muß es ja schlecht um den kandidaten steinbrück und seine kandidatur stehn, man kann steinbrück übrigens schon vor der kandidatur kaufen ,was neu ist,wenn der weltökonom schmidt seinem mündel in die spur helfen will.

war der steinbrück nicht bei wahlen regelmäßig erfolglos und hat er nicht die probleme erst miterschaffen,die er jetzt lösen will.

steinbrück in die produktion..

Account gelöscht!

23.10.2011, 15:26 Uhr

.
"gewonnen - in der Mitte und nicht auf den Flügeln"

Das klingt wie als ob dieses land MITTEN eine in die Fresse bekommen hat.



Was für ein Glück hat dieses Land ein so bemitleidenswerte Mitte.
.

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