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16.08.2013

11:02 Uhr

SPD-Konzept zu Energiekosten

Grüner Gegenwind für Stromsenker Steinbrück

VonDietmar Neuerer

ExklusivUm die Strompreise in den Griff zu bekommen, will Steinbrück den Druck auf die Versorger erhöhen. Grünen-Minister Habeck hält nichts von Zwang. Und Ökonom Hüther warnt schon vor Nachteilen für den Standort Deutschland.

SPD-Kanzlerkandidat Steinbrück: Seine Energie-Konzept macht auch die Grünen stutzig. dpa

SPD-Kanzlerkandidat Steinbrück: Seine Energie-Konzept macht auch die Grünen stutzig.

BerlinDer schleswig-holsteinische Umweltminister Robert Habeck (Grüne) hält wenig von der Idee des SPD-Kanzlerkandidaten Peer Steinbrück, im Kampf gegen die hohen Strompreise die Energieversorger bei einem Wahlsieg notfalls zu Tarifsenkungen zu zwingen. „Schon heute kann jeder Bürger seinen Stromanbieter wechseln“, sagte Habeck Handelsblatt Online. Es sei meist möglich, selbst Ökostrom günstiger zu beziehen als Graustrom beim Grundanbieter. „Damit lassen sich weit mehr Kosten sparen als der EEG-Anstieg ausmacht.“

Aber bei den Ausnahmen von der Umlage nach dem Erneuerbaren Energien-Gesetz (EEG) für die Industrie zeige der SPD-Vorschlag in die richtige Richtung. „Zurzeit profitiert fast nur die Industrie von sinkenden Börsenpreisen“, sagte Habeck. „Wenigstens um den Preis, um den der EEG-Strom den Börsenpreis senkt, sollten die Industrieausnahmen zurückgefahren werden. Schön wäre, wenn Steinbrück hier auch Mut beweisen würde.“

Fragen und Antworten zur Förderung der erneuerbaren Energien

Was ist die EEG-Umlage?

Rund 45 Prozent des Strompreises machen bereits Steuern, Abgaben und Umlagen aus - im Fokus steht besonders die sogenannte EEG-Umlage. Im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) sind für Wind- und Solarparks, Biogasanlagen und Wasserkraftwerke auf 20 Jahre garantierte feste Vergütungssätze festgelegt. Daher ist mit einem raschen Sinken der Förderkosten vorerst nicht zu rechnen.

Wie werden die Vergütungssätze berechnet?

Gezahlt wird die Differenz zwischen dem garantierten Vergütungssatz für den Hersteller und dem tatsächlich am Markt erzielten Preis. Die Verwalter des Umlage-Kontos, die Übertragungsnetzbetreiber, berechnen angesichts der Anlagenzahl und von Erfahrungswerten beim Wetter die möglichen Fördersummen und geben immer zum 15. Oktober eine Umlage für das kommende Jahr an. Verrechnen sie sich, wird das mit der nächsten Umlage korrigiert.

Was ist das Quotenmodell?

Beim Quotenmodell müssen Energieversorger einen bestimmten Anteil des Stroms aus erneuerbaren Quellen liefern - notfalls durch Zukauf von Ökostrom bei Betreibern von Wind- oder Solarparks. Wie sie das anstellen ist nebensächlich, Hauptsache sie erfüllen die Quote. Wenn sie die Quote nicht erfüllen, müssen sie Strafe zahlen. Bisher haben etwa Großbritannien und Schweden das Quotenmodell umgesetzt.

Derzeit fallen zwar die Preise im Einkauf an der Strombörse wegen des steigenden Anteils von Solar- und Windstrom stark. Wegen höherer Umlagen, Steuern und Abgaben im Endkundenpreis zahlen die Bürger trotzdem immer mehr für Strom. Steinbrück will daher die Anbieter dazu verpflichten, ihre Grundversorgertarife an die Bundesnetzagentur zu melden. Diese soll dann regulierend eingreifen, wenn Tarife zehn Prozent über dem niedrigsten Preis in einer Region liegen.

Versorger stehen im Verdacht, die günstigeren Einkaufspreise nicht an die Verbraucher weiterzugeben. Würde diese Preissenkung an die Haushalte weitergegeben, könnten dort laut Steinbrück 1,5 Milliarden Euro gespart werden. 40 Prozent der Verbraucher nutzten den Grundversorgertarif. Daher könnten die Haushalte mit ihrem neuen Regulierungsvorschlag erheblich entlastet werden. Grundversorgungstarife sind zum Teil um mehrere hundert Euro pro Jahr teurer als andere Tarife.

Kommentare (9)

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lagerhaus

16.08.2013, 11:56 Uhr

Eine Energiewende, die alternativen Strom an der Börse billiger macht, jedoch die Preise für Privatkunden maßlos teurer macht, ist keine Energiewende! Das hätten sich alle Blockparteien sparen können! Es ist Bürgerabzocke höchsten Grades. So, und jetzt wähle ich die alternative Partei!!!

vandale

16.08.2013, 12:02 Uhr

Es wird wieder eine der üblichen Oekoschwindeleien verbreitet „Zurzeit profitiert fast nur die Industrie von sinkenden Börsenpreisen“, sagte Habeck...

An der Strombörse werden Spotmengen gehandelt. Bei sonnigem Wetter kann der Strompreis am Sonntag mittag ins Negative sinken. Industriebetriebe benötigen eine zuverlässige, stetige Stromversorgung.

Genutzt werden die günstigen Börsenpreise von in- und ausländischen Erzeugern, einschliesslich grosser Industriebetriebe mit eigener Erzeugung die, sobald die Börsenpreise unter die eigenen Brennstoffpreise sinken, die eigene Erzeugung drosseln.

Vandale



Vandale

Vicario

16.08.2013, 12:04 Uhr


Zitat : Grünen-Minister Habeck hält nichts von Zwang.

- Den Zwang mit diesen Erneuerbaren Energien, die nichts anderes darstellen, als eine zusätzliche Steuer bzw. Abzocke des Bürgers, haben uns die ROT/GRUENEN Utopisten verpasst !

Der ganze Mist muss sofort GESTOPPT werden ! Sonst stoppen ihn die Bürger selbst !

So wie es mittlerweile in der Parteienlandschaft ALTERNATIVEN gibt, so gibt es demnächst auch ALTERNSATIVEN in der Stromversorgung !

E-Cat ist im Anmarsch !

http://www.e-cat-deutschland.de/home.html

Noch versuchen die Brüsseler Lobbyisten die Zulassung hinauszuzögern, aber es dauert nicht mehr lange !

Für eine INVESTITION von 1.000-3.000 Euro kann sich demnächst jeder seine eigene Stromerzeugung in den Keller legen ! Und dann kostet eine kWh nur noch 1 Cent !!!!!!!!!!!

Dann ist Schluss mit Utopien, Abzocken, Landschaftsschändungen !

Dann kann man anfangen, die Windmühlen und Solarpaneele wieder abzureißen !

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