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18.07.2011

17:25 Uhr

SPD-Plan zur Eurokrise

Drei Männer, eine Meinung

VonMichael Brächer

Die drei potentiellen SPD-Kanzlerkandidaten zeigen in Berlin demonstrative Einigkeit. Gemeinsam richten sie einen Appell an Bundeskanzlerin Merkel - und bieten ihr eine Art informeller Koalition an.

Ex-Finanzminister Steinbrück (SPD) mit SPD-Chef Gabriel und dem Fraktionsvorsitzenden Steinmeier. Quelle: dpa

Ex-Finanzminister Steinbrück (SPD) mit SPD-Chef Gabriel und dem Fraktionsvorsitzenden Steinmeier.

BerlinEs ist ein ungewöhnliches Trio, das sich heute in den Räumen der Bundespressekonferenz zusammengefunden hat: Ex-Finanzminister Peer Steinbrück, Parteichef Sigmar Gabriel und Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier sitzen nebeneinander und signalisieren der Hauptstadtpresse traute Einigkeit. Dabei gelten alle drei als potentielle Kanzlerkandidaten der SPD für die nächste Bundestagswahl  – und wollen trotzdem einen gemeinsamen Appell an die amtierende Bundeskanzlerin richten, deren Nachfolge sie antreten wollen.

Fast fünf Minuten vergehen, in denen Fotografen und Kameraleute das ungewöhnliche Triumvirat von allen Seiten ablichten, bis SPD-Chef Gabriel das gemeinsame Anliegen der drei Kanzlerkandidaten vorstellt.

„Ohne die Lösung der Finanzkrise wird Europa handlungsunfähig werden“, warnt Gabriel, der gerade braungebrannt aus dem Spanienurlaub zurückgekehrt ist und jetzt zwischen den beiden „Stones“ Steinmeier und Steinbrück sitzt. Er kritisiert den Mangel an Führung in der europäischen Union und die zögerliche Haltung von Angela Merkel: „Seit 18 Monaten jagt ein Gipfel den nächsten, trotzdem spitzt sich die Lage stets weiter zu.“ Deshalb habe er sich dazu entschieden, mit Frank-Walter Steinmeier einen gemeinsamen Brief an die Kanzlerin zu verfassen.

Bei diesem Satz mustert Peer Steinbrück konzentriert das Wasserglas vor seinem Mikrofon: Zwar gilt der ehemalige Finanzminister laut ZDF-Politbarometer als beliebtester Spitzenpolitiker in Deutschland, aber eigentlich ist er im Moment nur einfacher Bundestagsabgeordneter. Dass er trotzdem mit Steinmeier und Gabriel auftritt, erklärt letzterer vor allem durch die Krisenerfahrung seines Parteigenossen. „Und wenn wir nicht zu dritt gewesen wären, hätten sie uns gefragt, wieso der Dritte nicht dabei ist“, scherzt Gabriel.

Einmal in Fahrt gekommen, macht Peer Steinbrück seinem Ruf als erfahrener Krisenmanager dann auch alle Ehre: Mit ausladenden Gesten präsentiert er eine präzise und zugleich schonungslose Analyse der Währungskrise und stellt fest: „Die jetzige Strategie der Bundesregierung ist ganz offensichtlich gescheitert.“ Mehr denn je sei schnelles und entschlossenes Handeln nötig, um das europäische Projekt nicht zu gefährden.

Kommentare (52)

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Account gelöscht!

18.07.2011, 17:28 Uhr

„Wer zwingt die EU eigentlich dazu, die Agenturen ernst zu nehmen?“, fragte er ketzerisch. Es sei an der Zeit, die negativen Bewertungen der Agenturen für griechische Staatsanleihen schlichtweg zu ignorieren". Wer so agumentiert, handelt illegal. Der EZB ist es eindeutig untersagt, Staatsanleihen mit Ramschstatus als Sicherheit zu akzeptieren.

PeterM

18.07.2011, 17:29 Uhr

Na, auf die 3 Affen können wir gerne verzichten !!!

Zahlmeister

18.07.2011, 17:30 Uhr

Wenn die Täter in der Öffentlichkeit gegenseitig mit dem Finger aufeinander zeigen, dann ist Endzeitstimmung.

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