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19.12.2012

18:12 Uhr

SPD-Politiker

Ex-Verteidigungsminister Peter Struck ist tot

Der frühere Verteidigungsminister Peter Struck ist tot. Der SPD-Politiker mit „Ecken und Kanten“ starb heute im Alter von 69 Jahren nach einem schweren Herzinfarkt. Die SPD trauert.

Peter Struck ist tot

Video: Peter Struck ist tot

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Für seine knorrige Art wurde Peter Struck von vielen geschätzt und von manchen gefürchtet: Am Mittwoch starb der frühere Verteidigungsminister und langjährige SPD-Fraktionschefchef im Alter von 69 Jahren unerwartet nach einem Herzinfarkt in einer Berliner Klinik. Bereits 2004 hatte er einen Schlaganfall erlitten, von dem er sich aber nach einer längeren Auszeit erholte. Weggefährten aller Parteien äußerten sich erschüttert und würdigten seine Verdienste. Die SPD trauerte um eine prägende Galionsfigur und einen "großen Sozialdemokraten".

Struck war 48 Jahre lang SPD-Mitglied, gehörte 29 Jahre dem Bundestag an und war von 2002 bis 2005 Bundesminister der Verteidigung. Der leidenschaftliche Motorradfahrer, Pfeifenraucher und Vater von drei Kindern wäre am 24. Januar 70 Jahre alt geworden. Erst am Montag war er als Vorsitzender der SPD-nahen Friedrich-Ebert-Stiftung wiedergewählt worden, die er seit 2010 leitete.

Zum Tod von Peter Struck : Der Parteisoldat

Zum Tod von Peter Struck

Der Parteisoldat

Der SPD-Politikergenoss in den eigenen Reihen und beim politischen Gegner Respekt.

Legendär bleibt das "Struck'sches Gesetz", wonach kein Gesetz so aus dem Bundestag herauskommt, wie es eingebracht worden ist. Damit sandte er die kämpferische Botschaft an Regierung und Ministerialbürokratie, dass sich der Bundestag nicht fernsteuern lasse und auf seine im Grundgesetz verbriefte Macht als Gesetzgeber pocht.

Auch machte sich der promovierte Jurist, der selbst nie Soldat war, mit seinem Einsatz für die Bundeswehr einen Namen. In Erinnerung bleibt sein provokanter Satz aus dem Jahr 2002: "Die Sicherheit der Bundesrepublik Deutschland wird heute auch am Hindukusch verteidigt."

Kanzlerin Angela Merkel nannte Struck einen "bedeutenden Parlamentarier und großen Sozialdemokraten". Sie habe Struck in der Großen Koalition von Union und SPD von 2005 bis 2009 "als einen hart argumentierenden, dabei jedoch stets verlässlichen Partner kennen- und schätzen gelernt", sagte die CDU-Vorsitzende.

SPD-Chef Sigmar Gabriel ehrte Struck als "großen Sozialdemokraten". Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier sagte, sein plötzlicher und völlig unerwarteter Tod mache die Partei fassungslos. "Wir werden ihn vermissen." Kanzlerkandidat Peer Steinbrück fügte hinzu, mit Struck verliere die SPD eine der prägenden Gestalten der letzten Jahrzehnte. Altbundeskanzler Gerhard Schröder sagte, er habe eng und vertrauensvoll mit Struck zusammengearbeitet. "Seine persönliche Integrität und Loyalität haben mich tief beeindruckt." Als Fraktionsvorsitzender sei Struck eine "tragende Säule für den Erfolg der rot-grünen Koalition" gewesen, unterstrich Schröder.

Außenminister Guido Westerwelle (FDP) nannte Struck einen "Mann der gelebten staatspolitischen Verantwortung". Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) sagte, Struck habe sich durch seine Gradlinigkeit und Verlässlichkeit Respekt und Wertschätzung weit über die eigene Partei hinaus erworben.

Kommentare (45)

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jm_ch

19.12.2012, 16:36 Uhr

Sie sollten sich schämen für diesen post!

Account gelöscht!

19.12.2012, 16:38 Uhr

Zeigen Sie doch wenigstens ein Mindestmaß an Anstand! :(

Justus2000

19.12.2012, 16:38 Uhr

@ Glaskugel,
das gleiche wünsche ich Ihnen auch.
P.S.: Wer lässt eigentlich solche Kommentare wie die von Glaskugel ungestraft zu?

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