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15.07.2011

11:43 Uhr

SPD-Politiker vermutet

„Häufung von Plagiaten liegt im Karrieremodell der FDP“

Besonders oft haben FDP-Politiker in ihren Dissertationen geschummelt. Der SPD-Innenexperte Wiefelspütz erklärt sich das mit der oft einseitigen Karriere-Orientierung bei den Liberalen.

FDP-Fahnen. Quelle: ap

FDP-Fahnen.

Halle„Dass sich die Plagiatsfälle bei der FDP so häufen, hat Gründe, die im Karrieremodell von FDP-Abgeordneten zu suchen sind“, sagt der innenpolitische Sprecher der SPD-Bundestagfraktion, Dieter Wiefelspütz, der in Halle erscheinenden „Mitteldeutschen Zeitung“. „Es geht darum, den Doktortitel auf der Visitenkarte und dem Wahlplakat zu haben und auf diese Weise Kompetenz, Bürgerlichkeit und Renommee zu suggerieren. Jung, ehrgeizig, karriereorientiert, Doktortitel - das finden Sie ganz massiert bei der FDP.“ Wiefelspütz sieht den Doktor als „Adelstitel für Bürgerliche. Daher sei mancher „in der Versuchung, noch etwas nachzuhelfen“.

In den letzten Wochen waren den FDP-Europaabgeordneten Silvana Koch-Mehrin und Jorgo Chatzimarkakis die Doktortitel aberkannt worden. Die Dissertation von FDP-Beraterin Margarita Mathiopoulos wird erneut überprüft.

So viele Fälle seien in einer so kleinen Partei „kein Zufall. Das ist eine Serie“, so Wiefelspütz, der selbst promoviert und einen Lehrauftrag an der Universität Düsseldorf hat.

In der SPD wiederum schade der Doktortitel nicht. „Aber er nutzt auch nicht. Man muss eher aufpassen, dass man nicht als Sonderling oder etwas elitär rüberkommt.“

Der Wahlkampfmanager von Unions-Kanzlerkandidat Edmund Stoiber im Jahr 2002, Michael Spreng, erklärte der „Mitteldeutschen Zeitung“ hingegen: „Ich halte das nicht für symptomatisch für die FDP. Die haben halt Pech gehabt.“ Schließlich seien auch mehrere Unions-Politiker betroffen.

Spreng nannte es gleichwohl „fatal, dass die FDP-Führung sich in Schweigen hüllt und so tut, als wäre da nichts. Sie müsste ein klares Wort finden und ihre Mandatsträger zum Mandatsverzicht auffordern.“

Von

dne

Kommentare (15)

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ProfDrDrhcmult_in_spe

15.07.2011, 11:57 Uhr

Das liegt nicht nur im Karrieremodell der FDP sondern ist Merkmal unserer ganzen Gesellschaft. Man schaue sich doch mal die Stellenanzeigen an, was da gefordert wird: Absolvent, jung, Auslandsaufenthalt, Promotion, fünfzehn Sprachen fließend, nicht älter als Mitte 20 und mit 30 Jahren Berufserfahrung. Die ersten und zweiten Führungsebenen gerade der nicht eigentünergeführten Unternehmen sind mit formalqualifizierten Blendern durchsetzt, die von ihren Papis und Netzwerkerkollegen in Amt und Würden gebracht wurden und daher dieses System auch weiter am Leben erhalten. Da geht nichts mehr nach Lesitung. Und wenn man sich mal seine ehemaligen Mitschüler und Studienkollegen auf Facebook anschaut, was ist denn das anderes als ein einziger schöner Schein Geltungsbedürftiger Arbeitsloser (auch Unternehmensberater genannt).

Account gelöscht!

15.07.2011, 13:09 Uhr

Vollste Zustimmung.
Bei uns wird doch nach dem Motto gelebt "mehr Schein als Sein"
Früher war das mal anders und wir sind besser damit gefahren.
Ich brauch ja selbst nur an meinen letzten Chef denken, das war der typische Aufsteiger, Schleimer und Buckler nach oben.
Nadem wir einen sehr honorigen Chef ahtten bis dahin, war dieser Typ dann wirklich wie mehrere eiskalte Duschen
Nur von den Dingen die wir alle taten, hatten er keine Ahnung. Und so kam halt was kommen mußte, etliche haben gekündigt, bei einigen -auch bei mir- hat er es mit Mobbing versucht, denn gerade wir Älteren waren ihm suspekt, er merkte schon, dass wir ihn nicht ernst nahmen, wie denn auch, denn er hatte von nichts Ahnung
Aber ich denke, er hat gelernt, denn ich habe ihn dann letztendlich vor Gericht gezogen und es wurde ziemlich teuer für ihn selbst und auch noch für den Verband.
Aber solche Dinge laufen leider heute überall ab
Genau das ist der wahre Grund,dass man die Mitarbeiter ab 50 nicht will, die wissen zu viel und die lassen sich solches Verhalten von solchen Dummdödeln nicht bieten
Jung-dynamisch und von nichts Ahnung.
Auf Dauer wird usner Land damit auf die Schnauze fallen.
Wir shen es ja bei der FDP diesem Teenager-Verein, die glauben mit Arroganz könnte man Nichtwissen überspielen.

Account gelöscht!

15.07.2011, 13:27 Uhr

Ich habe es schonmal geschrieben und werde es wieder tun und damit viele Leute aufregen.

An dieser Statistik ist ein gewaltiger Fehler!

Hier werden absolute Häufigkeiten miteinander verglichen! Wenn ich jetzt von den Verdächtigungen bei vroni-plag ausgehe, dann sind es 4 für FDP und jew. eine CDU , CSU und SPD (ohne zu Guttenberg) wenn ich weiter davon ausgehe, dass alle ihren Titel verlieren, dann heißt das: 4:1:1:1

Klar, absolut hat die FDP die Nase vorn. Ist aber auch kein Wunder, wenn man am häufigsten kontrolliert wird. Wenn man jetzt mal die relativen Häufigkeiten anschaut, dann heißt das: 100% : 100% : 100% : 100%
keiner sticht hervor, weil ALLE betrogen haben!

Eine kleine Analogie, für die, die das nicht verstanden haben (Schulstoff Klasse 7 oder 8):

Wer viel Auto fährt wird häufiger geblitzt. Das leuchtet ein. Aber wer nur einmal fährt und das nur 3km und geblitzt wird, der zahlt auf den Kilometer gerechnet wesentlich mehr, als der, der im Jahr 30.000km fährt und 10 mal geblitzt wird (wenn alle vergehen identisch sind!).

Viel Spass beim Lesen, Nichtverstehen und deswegen Aufregen!

Falls Fragen dazu sein sollten, ich beantworte die gerne.

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