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30.05.2017

09:35 Uhr

SPD

Schulz lästert über Bierzelt-Merkel

VonHeike Anger

Der SPD-Kandidat spottet über Angela Merkels neues Interesse an Europa: „Anderen kommt die Erkenntnis über die Notwendigkeit einer starken EU ein bisschen später. Den einen auf Gipfeln, den anderen in Bierzelten.“

Martin Schulz gibt sich kämpferisch. dpa

Fest der SPD-Zeitschrift „Vorwärts“

Martin Schulz gibt sich kämpferisch.

BerlinEs ist kurz nach 19 Uhr, als Martin Schulz am Montagabend im dunklen Anzug und geblümter Krawatte auf die Bühne mit dem roten „Vorwärts-Banner“ springt. Die SPD-Mitgliederzeitschrift hat zum traditionellen Sommerfest geladen. Und in der Backstein-Kulisse der Berliner Kulturbrauerei darf der SPD-Kanzlerkandidat und Parteichef natürlich nicht fehlen.

Schulz gibt sogleich die Bierzelt-Merkel: Eine starke Europäische Union sei angesichts „der Trumps und Putins und Erdogans“ der beste Schutz für die Demokratie, die Wirtschaft und den sozialen Zusammenhalt in Deutschland und Europa, ruft Schulz den Hunderten Gästen zu. Europa sei eine Wertegemeinschaft. Es gehe um gegenseitigen Respekt der Bürger und Völker voreinander, der Kooperation miteinander und die „unveräußerlichen Menschenrechte“ für jeden einzelnen. „Dieses ist genau das Gegenteil von dem, was der Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika repräsentiert“, ruft Schulz. „Deshalb ist das Gebot der Stunde, sich diesem Mann mit allem, was wir vertreten, in den Weg zu stellen.“

Merkel bekräftigt Trump-Kritik: „Wer sich nationale Scheuklappen aufsetzt, landet im Abseits“

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Bundeskanzlerin Angela Merkel hat einen Tag nach ihrer USA-kritischen Wahlkampfrede noch einmal nachgelegt. Die CDU-Chefin warnte davor, dass sich Länder isolieren könnten, wenn sie sich an den Status Quo klammern.

Das klingt ähnlich wie die Worte von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), die am Sonntag nach dem enttäuschenden G7-Gipfel auf Sizilien in einem Münchener Bierzelt mit Blick auf US-Präsident Donald Trump sagte: „Die Zeiten, in denen wir uns auf andere völlig verlassen konnten, die sind ein Stück vorbei.“

Doch SPD-Kanzlerkandidat Schulz beansprucht die eigentlichen Urheberrechte an der Trump-Kritik sogleich für sich. Seit vielen Jahrzehnten kämpfe er für ein starkes Europa. „Anderen kommt die Erkenntnis über die Notwendigkeit einer starken Europäischen Union ein bisschen später. Den einen auf Gipfeln, den anderen in Bierzelten“, setzt er einen Seitenhieb auf Merkel.

Dann kritisiert Schulz die „Pauschalisierer, die Hassprediger, diejenigen, die die Völker gegeneinander ausspielen wollen“. Die Europäer müssten sich entscheiden, ob sie die Kleinstaaterei oder Renationalisierung wollten, wie sie in Warschau oder Budapest propagiert werde oder eine starke EU als Wertegemeinschaft, die Demokratie und Rechtsstaatlichkeit mit ökonomischer Stärke verknüpfe. Zudem müsse sich Deutschland der „fatalen Aufrüstungslogik“ entgegenstellen, „die Trump uns aufzwingen will.“

Die Landtagswahl-Verluste der SPD

Erfolglose Landtagswahlen

Die vergangenen Landtagswahlen brachten der SPD wenig Grund zur Freude. In Schleswig-Holstein und in Nordrhein-Westfalen setzte sich der Trend fort. Allein in Rheinland-Pfalz konnten die Genossen 2016 leichte Zugewinne verbuchen, ansonsten gab es teils deutliche Verluste. Die jüngsten SPD-Ergebnisse.

Sachsen-Anhalt (März 2016)

10,6 Prozent (minus 10,9 Punkte)

Baden-Württemberg (März 16)

12,7 Prozent (minus 10,4 Punkte)

Rheinland-Pfalz (März 16)

36,2 Prozent (plus 0,5 Punkte)

Mecklenburg-Vorpommern (September 16)

30,6 Prozent (minus 5,0 Punkte)

Berlin (September 16)

21,6 Prozent (minus 6,7 Punkte)

Saarland (März 17)

29,6 Prozent (minus 1,0 Punkte)

Schleswig-Holstein (Mai 2017)

27,3 Prozent (minus 3,1 Punkte)

Nordrhein-Westfalen (Mai 2017)

31,2 Prozent (minus 7,9 Punkte)

An dieser Stelle gibt es großen Applaus. Kein Wort von Schulz über schlechte Umfragewerte für die SPD, die jüngst verlorenen Landtagswahlen, das zeitweilige Wahlkampf-Chaos oder gar die aktuelle Häme von Ex-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück. 

„Als ich kam, wurde die Sonne noch ein bisschen strahlender“, ruft Schulz stattdessen gutgelaunt. „Das war eine Bitte, die ich vorgetragen hatte, damit wir kein Gewitter kriegen, damit wir in fröhlicher Atmosphäre und Offenheit miteinander reden können“, witzelt er und geht von der Bühne.

Dann stürzen sich die SPD-Mitglieder auf den Kanzlerkandidaten. Er muss Selfies machen, Poster und Eintrittskarten signieren und bekommt einiges Schulterklopfen. In diesem Moment ist die Begeisterung der Anhänger für Schulz ungebrochen. „Tach, die Herren“, läuft er später über den Hof und schüttelt Hände.

Kommentare (15)

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Herr Martin Wienand

30.05.2017, 09:57 Uhr

Na ja, und Messias Schulz steht für ungebremste EU-Personenfreizügigkeit und Migration ohne Ende. Damit gegen die sozial Schwachen in diesem Land, die um Jobs und Wohnungen konkurrieren müssen. Und auf seine Transfer-Union können wir auch verzichten.

Herr Josef Hirsepp

30.05.2017, 10:00 Uhr


Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

Herr Josef Hirsepp

30.05.2017, 10:14 Uhr

man kann das Gelabere von Merkel auch anders sehen:
Trump ist ja ein Schauspieler.. ..aus reality shows...
der EXPORT-UEBER-SCHUSS ist nicht nur sein Verdruss...!
Merkel wendet sich beleidigt vom Grossen Fuehrer ab,
versucht nun Deutschland zu liquidieren und in einer EUDSSR zu verschmelzen.

Denn Deutschland schafft sich ja ab!

was Anderes soll sie dabei motivieren,
als das ERBE von Honnecker
in ganz Europa,,insbesondere tief im WESTEN zu manifestieren?

Die FINKa in Paraguay hat sie sich ja schon mal standesgemaess gesichert...
das war auch Honneckers Bestreben!.
und dort kann man momentan noch fuer 200.00 $/ Monat ueppig leben.....!..

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