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11.11.2013

14:50 Uhr

SPD und Union zu Deutscher Bahn

Bahnchefs sollen bei Verspätungen weniger verdienen

ExklusivIn der Arbeitsgruppe Verkehr haben sich Union und SPD auf neue Ziele für die Bahn geeinigt. Dabei geht es um weniger Schienenlärm und neue Anreize für den Vorstand. Unpünktliche Züge sollen Gehaltseinbußen bedeuten.

Eine Anzeigetafel am Bahnhof zeigt eine Verspätung an: In Zukunft soll das den Vorstand etwas kosten. ap

Eine Anzeigetafel am Bahnhof zeigt eine Verspätung an: In Zukunft soll das den Vorstand etwas kosten.

BerlinUnion und SPD wollen dafür sorgen, dass die Deutsche Bahn künftig pünktlich und zuverlässig fährt. „Wir werden die Geschäftspolitik noch stärker an diesen Zielen ausrichten, ohne die Wirtschaftlichkeit infrage zu stellen“, berichtet das Handelsblatt (Dienstagausgabe) und beruft sich dabei auf das Ergebnispapier der Koalitionsarbeitsgruppe Verkehr. Die Vorstandsboni sollen „an das Erreichen der genannten Ziele gebunden sein“, heißt es in dem Papier, das der Zeitung vorliegt. Nötig sei dazu, „das Steuerungskonzept für die DB AG unter Berücksichtigung des Aktienrechts“ zu überarbeiten.

Beide Seiten wollen Verkehr von der Straße auf die Schiene verlagern. Der Bahnverkehr ab 2020 soll aber nur noch halb so laut sein wie heute. „Den Schienenlärm wollen wir bis 2020 deutschlandweit halbieren“, heißt es in dem Abschlusspapier, dass am Montag in der großen Koalitionsrunde präsentiert werden sollte. Um das Ziel zu erreichen, sollen zum einen laute Güterwagen ab 2020 das deutsche Schienennetz nicht mehr befahren dürfen. Bereits bis zum Jahr 2016 soll „mindestens die Hälfte“ der Züge umgerüstet werden. Sollte dies nicht gelingen, sehen Union und SPD „ordnungsrechtliche Maßnahmen auf stark befahrenen Güterstrecken“ vor, etwa „Nachtfahrverbote für nicht umgerüstete Güterwagen“, wie es weiter heißt.

Fakten zur Deutschen Bahn

Umsatz

Die Deutsche Bahn verbuchte im ersten Halbjahr 2013 einen Umsatz von 19,4 Milliarden Euro (19,5 Milliarden Euro im entsprechenden Vorjahreszeitraum). Insgesamt kam die Bahn 2012 auf einen Umsatz von 39,30 Milliarden Euro.

Gewinn vor Zinsen und Steuern

Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) betrug im ersten Halbjahr 2013 eine Milliarde Euro (1,3 Milliarden Euro im Vorjahr).

Halbjahresergebnis nach Steuern

Halbjahresergebnis nach Steuern: 554 Millionen Euro (Vorjahr: 783 Millionen Euro).

Mitarbeiter

Ende Juni 2013 hatte der Staatskonzern etwa 295.700 Mitarbeiter, fast drei Prozent mehr als zum selben Zeitpunkt 2012.
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Fahrgäste Bahnverkehr pro Tag

Fahrgäste Bahnverkehr im ersten Halbjahr in Deutschland: 991 Millionen (Vorjahr: 981 Millionen). Davon waren 62,5 Millionen im Fernverkehr unterwegs.

Beförderte Güter im Schienenverkehr

Die Logistiksparte der Bahn transportierte Güter mit einem Gesamtgewicht von 196,7 Millionen Tonnen (ein Minus von über fünf Prozent gegenüber dem Vorjahr).

Schienennetz

Das Schienennetz der Deutschen Bahn ist weiter leicht geschrumpft. Es hat noch einen Länge von 33.492 Kilometer, 13 Kilometer weniger als Ende 2012.

Die in der vergangenen Legislaturperiode bereits verschärften Lärmgrenzwerte sollen künftig nicht nur für Neubaustrecken gelten, sondern „auch für umfassende Streckenertüchtigungen im Bestandsnetz“, für die ein Planfeststellungsverfahren nötig ist. Neben dem deutschen Förderprogramm zum Umrüsten auf die sogenannten „Flüsterbremsen“ wollen sich Union und SPD auch für ein Förderprogramm auf EU-Ebene einsetzen.

Von

dhs

Kommentare (5)

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Chris

11.11.2013, 15:23 Uhr

Oh liebe Politiker, bitte fair bleiben! Wenn man euer Gehalt für schlechte Leistungen kürzen würde... den Rest erspare ich mir!

Account gelöscht!

11.11.2013, 15:35 Uhr

Nur Mehrwert muss belohnt werden, sprich Wertsteigerung des Unternehmens und netto Einnahmesteigerungen, wenn das mit Verspätungen möglich sein sollte, dann müssen de facto auch Verspätungen belohnt werden und nicht bestraft werden!
Es reicht schon, wenn Politiker nach ihren Showeinlagen beurteilt und nach Tabelle bezahlt werden.

Account gelöscht!

11.11.2013, 16:17 Uhr

Oh mein Gott, das darf doch alles nicht wahr sein.
Wie viel geballte Ladung Blödheit ist da eigentlich vesammelt?
Man kann sich nur noch an den Kopf langen.
Ich würde der Bahn raten, laßt alle Züge sehen, die Politiker sollen die steuern
Ein ganzer Kindergarten benimmt sich ja besser und schlauer als diese Möchtegern-Politiker

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