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12.01.2017

14:47 Uhr

SPD

Wie die Partei mit ihrem Chef hadert

VonKlaus Stratmann, Heike Anger

Die K-Frage schwebt über der Klausurtagung der SPD-Bundestagsfraktion. Zwar gilt die Kandidatur von Sigmar Gabriel nach wie vor als sehr wahrscheinlich. Unumstritten ist der Parteichef jedoch nicht.

Seine Kanzlerkandidatur gilt als sehr wahrscheinlich. dpa

Sigmar Gabriel

Seine Kanzlerkandidatur gilt als sehr wahrscheinlich.

BerlinWer die Tagesordnung der Klausursitzung der SPD-Bundestagsfraktion liest, gewinnt den Eindruck, die sozialdemokratischen Abgeordneten wollten sich allein mit politischen Inhalten befassen. In den Papieren, die zur Beschlussfassung anstehen, geht es um Themen wie den Brexit, um Teilzeitarbeit, Steuerdumping, Managergehälter und Mieterrechte.

Ein Thema, das nicht auf der Tagesordnung steht, dürfte die zweitätige Veranstaltung, die am heutigen Donnerstag um 15 Uhr mit dem Bericht des Fraktionschefs Oppermann beginnt, allerdings dominieren: die K-Frage. Denn auch innerhalb der Fraktion wird derzeit engagiert darüber debattiert, ob SPD-Chef Sigmar Gabriel tatsächlich zum Spitzenkandidaten der SPD für die Bundestagswahl im September ausgerufen werden soll oder nicht.

Der scheidende EU-Parlamentspräsident Martin Schulz gilt als Alternative oder doch Hamburgs Erster Bürgermeister Olaf Scholz. Die Unsicherheit in der SPD-Fraktion sei derzeit „sehr groß“, ist zu vernehmen. Hinter den Kulissen debattieren die Abgeordneten heftig, wie die Partei mit einem Kandidaten durch den Wahlkampf gehen soll, der keine Chance hat, mehr noch: der die Partei unter die 20 Prozent reißen könnte.

Sigmar Gabriel: SPD-Chef hält sich in der K-Frage bedeckt

Sigmar Gabriel

SPD-Chef hält sich in der K-Frage bedeckt

SPD-Chef Sigmar Gabriel ist in einem Medienbericht bereits als Kanzlerkandidat ausgerufen worden. Die Parteispitze spielte den Bericht herunter. Entschieden werden solle erst bei einer Vorstandsklausur am 29. Januar.

„Es sind viele Stimmen zu hören, Gabriel sei nicht der Richtige“, sagt eine Abgeordnete, die natürlich ihren Namen nicht in der Presse sehen will. „Gabriel kommt nicht glaubwürdig rüber und auch nicht gradlinig“, meint sie. Er sei ein wunderbarer Rhetoriker und mitreißender Wahlkämpfer. Aber durch seine Fehler in den letzten Jahren habe seine Glaubwürdigkeit gelitten. Das lasse sich nicht mehr ändern.

Dennoch bleibt derzeit nach außen alles ruhig und wirkt diszipliniert. „Keiner möchte der Königsmörder sein“, heißt es in der Fraktion. Darum werde die K-Frage auch bei der Fraktionsklausur offiziell keine Rolle spielen. Alle seien sich bewusst, dass dies sofort nach außen dringen würde.

Einzig der Sprecher der Parlamentarischen Linken, Matthias Miersch, wagt sich noch aus der Deckung. „Die SPD hat für die Nominierung ihres Kanzlerkandidaten einen Fahrplan beschlossen, der gilt“, meint Miersch, setzt dann aber nach: „Ich hoffe sehr, dass in der engeren Parteiführung sorgfältig abgewogen wird, welcher Kandidat die besten Chancen hat und dabei auch demoskopische Erkenntnisse berücksichtigt werden.“ Noch deutlicher kann Kritik an einer Kandidatur Gabriels derzeit nicht ausfallen.

Kommentare (13)

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Account gelöscht!

12.01.2017, 15:13 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich. http://www.handelsblatt.com/netiquette 

Herr Percy Stuart

12.01.2017, 15:16 Uhr

Wenn Gabriel Kanzlerkandidat wird, wird es ein Debakel für die SPD geben.
Obwohl es eigentlich egal ist, auch Schulz wird gnadenlos untergehen.
Solange sich die SPD nicht von der Agenda 2010 und der Hartz-Gesetzgebung verabschiedet, solange wird die SPD von vielen ehemaligen Sozialdemokraten nicht gewählt werden.
Warum soll ich SPD wählen, wenn ich eine Alternative, die LINKE habe?
Zudem können Protestwähler ihr Kreuz auch bei der AfD machen.
Die SPD muss endlich den Neuanfang schaffen, aber ohne Leute wie Gabriel und andere Altlasten aus der Schröder Zeit.

Herr Percy Stuart

12.01.2017, 15:19 Uhr

Wer hat das liebe Geld der kleinen Leute an die Reichen verbraten?
Sag nix, lass mich raten > es waren die Sozialdemokraten u. B90/Grüne.
Meine Prognose: SPD mit Gabriel bei der Bundestagswahl 2017 unter 20%.
Volkspartei war gestern!

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