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08.05.2016

13:23 Uhr

Spekulation um SPD-Chef Gabriel

Partei-Vize Stegner widerspricht Gerüchten über Rücktritt

„Focus“-Mitherausgeber Helmut Markwort schreckt am Sonntag die SPD auf. Der Journalist behauptet in einer Fernsehsendung, Parteichef Sigmar Gabriel werde bald zurücktreten. Die Reaktion lässt nicht lange auf sich warten.

In Berlin werden heiße Gerüchte gehandelt. Eines davon: Sigmar Gabriel werde am Montag zurücktreten. dpa

SPD-Parteichef Gabriel

In Berlin werden heiße Gerüchte gehandelt. Eines davon: Sigmar Gabriel werde am Montag zurücktreten.

BerlinSPD-Vizechef Ralf Stegner hat Gerüchten widersprochen, wonach Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel als Parteichef kurz vor einem Rücktritt stehe. Er reagierte damit am Sonntag auf Äußerungen von „Focus“-Mitherausgeber Helmut Markwort. Dieser hatte im Bayerischen Rundfunk gesagt, der SPD-Chef wolle zurücktreten, wie der Sender mitteilte. „Da hat Herr Markwort in München wohl zu viel Sonne abbekommen“, sagte Stegner der Nachrichtenagentur Reuters. Auch aus Berliner Parteikreisen hieß es, es handele sich um Unfug.

Die SPD wird zudem einem Medienbericht zufolge ihren Kanzlerkandidaten möglicherweise erst in einem Jahr küren. Wie die „Bild am Sonntag“ berichtete, hat Parteichef Sigmar Gabriel im Willy-Brandt-Haus und vor der engsten Parteiführung die Parole ausgegeben, der Kanzlerkandidat werde erst nach der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen Mitte Mai 2017 ausgerufen. Bei Gabriel herrsche die Überzeugung, dass ein Wahlkampf kurz und schmutzig sein müsse. Sonst gehe man dem Wähler, der sich immer später entscheide, nur auf die Nerven. Dem Bericht zufolge ist dieser Kurs in der Partei umstritten. Bislang war die Kür eines Kanzlerkandidaten für Anfang 2017 erwartet worden.

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Ungeachtet der Diskussionen um seine Person stellt Sigmar Gabriel personell die Weichen für die Bundestagswahl – mit ihm als Kanzlerkandidaten. Der SPD-Chef will kämpfen. Dafür holt er einen engen Vertrauten ins Boot.

Ein SPD-Sprecher wollte sich zu der Meldung nicht äußern. Der Kommunikationschef des Willy-Brandt-Hauses, Tobias Dünow, schrieb auf Twitter: Die meisten Menschen in Deutschland bewegten gegenwärtig andere Fragen als die, wann die SPD ihren Kanzlerkandidaten wähle. Gabriel habe im übrigen nie gesagt, dass Wahlkämpfe kurz und schmutzig sein sollten.

Der SPD-Chef und Vizekanzler hatte Mitte März in einem Interview auf die Frage, ob er 2017 Kanzlerkandidat werde, gesagt: „Das entscheiden wir, wenn es soweit ist.“ Gabriel gilt seit seinem 74-Prozent-Ergebnis bei seiner Wiederwahl auf dem Parteitag im Dezember als angeschlagen. In der SPD herrscht Unmut, dass es nicht gelingt, das Umfragetief zu verlassen. In der Emnid-Sonntagsfrage kommt die SPD aktuell auf 22 Prozent.

Von

rtr

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