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30.09.2012

13:04 Uhr

Spende für Filmprojekt

Wulff soll Siemens um Geld gebeten haben

Angeblich soll der Ex-Bundespräsident Christian Wulff beim Siemens-Konzern um Geld für das Filmprojekt seines Freundes David Groenewold gebeten haben. Der Siemens-Vorstand ließ ihn abblitzen - die Ermittlungen laufen.

ExBundespräsident Christian Wulff muss sich neue Vorwürfe im Zusammenhang mit der Film-Finanzierung eines Freundes gefallen lassen. dpa

ExBundespräsident Christian Wulff muss sich neue Vorwürfe im Zusammenhang mit der Film-Finanzierung eines Freundes gefallen lassen.

HannoverNeue Vorwürfe gegen Christian Wulff: Als niedersächsischer Ministerpräsident soll er persönlich um Gelder bei Siemens geworben haben. Es sei um die Finanzierung eines Films seines Freundes David Groenewold gegangen, berichtet der „Spiegel“. Auf dpa-Anfrage wollten sich weder Wulffs Anwalt Gernot Lehr noch Groenewolds Anwalt Christian-Oliver Moser zu den Vorwürfen äußern. Beide verwiesen auf das seit Februar laufende Ermittlungsverfahren.

Die Staatsanwaltschaft Hannover bestätigte dpa, dass „in die Richtung“ ermittelt werde. Eine Unterstützung im Zusammenhang mit der Finanzierung des Films werde geprüft. Einzelheiten wollte ein Sprecher nicht nennen. Laut „Spiegel“ soll Wulff im Dezember 2008 in einem Brief an Siemens-Chef Peter Löscher darum gebeten haben, „dass die Siemens AG sich stärker als bisher in das Projekt einbringt“. Dabei soll es um Groenewolds Film „John Rabe“ gegangen sein. Er handelt von einem Siemens-Manager, der während des Zweiten Weltkriegs in China Tausenden das Leben rettete. Löscher lehnte die Bitte dem Bericht zufolge ab.

Wulffs Engagement soll auf einen Wunsch Groenewolds von September 2008 zurückgehen, schreibt das Magazin. Kurz zuvor hatten Wulff und seine Frau Bettina an einer Feier auf dem Münchner Oktoberfest teilgenommen, die Groenewold bezahlt hatte. Laut „Spiegel“ vermuten die Ermittler einen Zusammenhang zwischen der Bitte, für den Film zu werben und dem Oktoberfest-Besuch.

Die Staatsanwaltschaft Hannover ermittelt seit dem 17. Februar 2012 gegen den Ex-Bundespräsidenten wegen möglicher Vorteilsnahmen, die Wulff in seiner Amtszeit als niedersächsischer Ministerpräsident von dem Filmproduzenten David Groenewold angenommen haben soll. Dabei geht es unter anderem um den Oktoberfest-Besuch und einen gemeinsamen Urlaub mit Groenewold auf Sylt.

Von

dpa

Kommentare (4)

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Lutz

30.09.2012, 13:23 Uhr

Es ist nicht nur Wulff.

Als Politiker muss man einen bestimmten Charakterschlag haben, um in der Partei zu bestehen. Entweder man ist machtgeil oder gierig.

90% des Bundestags kann man getrost in die Tonne kloppen.

Account gelöscht!

30.09.2012, 13:39 Uhr

oh my god, nicht schon wieder Wulff.
Den habt ihr doch jetzt schon geopfert, nehmt euch die anderen vor. Es wird sonst langweilig in der Reihe der Klientelpolitiker.
Jeder Zins-Spekulant wird hofiert und gepampert, angefangen von Soros und wie die alle heißen, aber wenn einer sich privat einen Kredit nimmt, oder auf Kosten von Firmen und Lobbyisten übernachtet, das ist euch allen ein großes Fressen wert.
Spricht eher für eine "Medien-Krise", auch noch den letzten Knochen eines Shitstorms auszukosten.

Account gelöscht!

30.09.2012, 13:40 Uhr

Ach so, ausgerechnet Siemens, lol
Die haben soviele Subventionen und Hermes-Bürgschaften bekommen, das hätte ich Wulff sogar gegönnt, wenn es geklappt hätte.

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