Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

25.02.2014

20:31 Uhr

Spenden- und Doktortitel-Affäre

CSU-Landrat verzichtet nach Wahl auf Posten

CSU-Landrat Jakob Kreidl wird nach der bayerischen Kommunalwahl sein Amt zur Verfügung stellen. Dies dürfte der Parteispitze zupass kommen: Verschiedene Affären hatten den 61-Jährigen zuletzt schwer belastet.

Der Ex-Präsident des bayerischen Landkreistags, Jakob Kreidl (CSU). Wegen mehrerer Affären war er seit Monaten in der Kritik. dpa

Der Ex-Präsident des bayerischen Landkreistags, Jakob Kreidl (CSU). Wegen mehrerer Affären war er seit Monaten in der Kritik.

MiesbachDer affärengeschüttelte Miesbacher Landrat Jakob Kreidl (CSU) gibt auf. Unter massivem Druck der CSU-Spitze erklärte er am Dienstagabend seinen Amtsverzicht für den Fall einer Wiederwahl bei der Kommunalwahl im März. Ein Verzicht auf die Kandidatur ist aus rechtlichen Gründen nicht mehr möglich.

„Aufgrund meiner gesundheitlichen Probleme wurde ich von meinem Hausarzt krankgeschrieben. Nach hoffentlich baldiger Genesung muss ich verstärkt darauf achten, meine Gesundheit nicht dauerhaft zu gefährden. Daher habe ich mich nach reiflicher Überlegung entschlossen, selbst für den Fall meiner Wiederwahl zum Landrat, das Amt nicht mehr anzunehmen“, teilte der 61-Jährige mit.

Kreidl ist vor allem wegen seiner von der Kreissparkasse und dem Landkreis bezahlten Geburtstagsfeier und wegen der Aberkennung seines Doktortitels in die Kritik geraten. Die Affäre belastet den Wahlkampf der CSU in der Region schwer. Parteichef Horst Seehofer hatte ihn am Montag aufgefordert, bei der Kommunalwahl am 16. März nicht mehr zu kandidieren. Seine Kandidatur kann Kreidl jedoch nach dem Landkreiswahlgesetz nicht mehr zurückziehen.
Der 61-Jährige war wegen mehrerer Affären seit Monaten in der Kritik. Die fast 120.000 Euro teure Feier zu seinem 60. Geburtstag hatten fast ausschließlich die örtliche Sparkasse und der Landkreis bezahlt. Im Dezember entzog ihm die Münchner Bundeswehr-Universität den Doktortitel. Kreidl hatte die Arbeit in weiten Teilen abgeschrieben.

Zudem beschäftigte er in seiner Zeit als Landtagsabgeordneter seine Ehefrau als Mitarbeiterin - Monatsgehalt 1500 Euro. Die Praxis war zwar legal, die sogenannte Verwandtenaffäre des Landtags sorgte aber parteiübergreifend für massive Kritik. Seit kurzem steht nun auch noch der Vorwurf im Raum, bei Kreidls derzeitigem Hausbau handele es sich um einen Schwarzbau. Das Landratsamt geht den Vorwürfen nach.

Vor einer guten Woche war Kreidl als Präsident des Bayerischen Landkreistages zurückgetreten. Am Sonntag erklärte er, er lasse sein Amt als Landrat aus gesundheitlichen Gründen vorerst ruhen.

Von

dpa

Kommentare (1)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

26.02.2014, 13:59 Uhr


Solche kleine hochgefährliche Landkreisoligarchen finden wir in allen etablierten Parteien.
Die rutschen ohne Strafmaß geduldet durch.
Tolle Demokratie, kein Aufschrei, keine Konsequenzen.

CSU im Aufwind...

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×