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15.03.2017

14:53 Uhr

Spitzelaktivitäten

Förderung von Ditib liegt auf Eis

n Der islamische Dachverband Ditib in Deutschland sieht sich mit Spionagevorwürfen konfrontiert. Aus diesem Grund wurde die staatliche Förderung vorerst eingestellt. Die Bundesregierung will zunächst Klarheit haben.

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BerlinDie Bundesregierung hat staatliche Förderungen für den umstrittenen islamischen Dachverband Ditib im Zusammenhang mit drei Projekten seit Januar auf Eis gelegt. Das berichtet das „Hamburger Abendblatt“ am Mittwoch. Insgesamt hätten für die Projekte in diesem Jahr rund eine Million Euro aus dem Bundeshaushalt kommen sollen, bestätigte das Familienministerium in Berlin. Ditib wird unter anderem vorgeworfen, in Spitzel- und Spionageaktivitäten gegen türkische Regierungskritiker verwickelt zu sein.

Ein Sprecher des Ministeriums begründete den Schritt gegenüber der Zeitung: „Wir brauchen Klarheit darüber, ob Ditib auf dem Boden unserer freiheitlichen Grundordnung steht.“ Die Vorwürfe gegen die Religionsgemeinschaft seien schwerwiegend. Das Ergebnis der Ermittlungen werde zeigen, ob es sich dabei um Einzelfälle oder „eine strukturelle Verquickung von religiöser Arbeit und strafbarer geheimdienstlicher Agententätigkeit handelt“.

Ditib und seine Bindung an die Türkei

Dachverband der Islam-Vereine

Die Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion (Ditib) ist der Dachverband der rund 900 türkisch-islamischen Vereine in Deutschland. Er wurde 1984 gegründet und hat seinen Hauptsitz in Köln. Nach eigenen Angaben vertritt Ditib rund 70 Prozent der in Deutschland lebenden Muslime.

Aus- und Weiterbildung von Imamen

Der Verband begreift sich als eine überparteiliche Organisation, die sich zum Grundgesetz bekennt. Er engagiert sich unter anderem in der Integrationsarbeit sowie der Aus- und Weiterbildung von Imamen. Diese werden aus der Türkei entsandt und von Ankara bezahlt.

Aufgaben des Vorsitzenden

An der Spitze des Vereins steht der Theologe Nevzat Yasar Asikoglu. Der Vorstandsvorsitzende ist traditionell der Religionsattaché der türkischen Botschaft in Berlin. Zugleich vertritt er das staatliche Präsidium für Religiöse Angelegenheiten der Türkei (Diyanet) in Deutschland, das dem türkischen Ministerpräsidenten unterstellt ist.

Kritik

Kritiker bemängeln die enge Bindung von Ditib an die politischen Interessen von Staatschef Recep Tayyip Erdogan.

Bei zwei der drei betroffenen Projekte handelt es sich um Vorhaben im Rahmen des Programms „Demokratie leben! Aktiv gegen Rechtsextremismus, Gewalt und Menschenfeindlichkeit“. Zudem wurde die finanzielle Förderung für die Mitwirkung von Ditib im Flüchtlingshilfeprogramm „Menschen stärken Menschen“ gekappt.

Von

dpa

Kommentare (1)

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Herr Günther Schemutat

15.03.2017, 17:27 Uhr

Die Deutschen zahlen Kirchensteuern und die Ditib bekommt Steuergeld einfach so ausbezahlt, damit es ihren Gläubigen gut geht , die uns aber in teilen als Ungläubige sehen. Dann werden Terrorismus Organisationen in Deutschland angeblich verfolgt
und die Ditib gehört Erdogan den schlimmsten Versallen im Orient.

Wie geht das an , was kommt als nächstes, Förderprogramme für Nordkorea um ihr Atomwaffenprogramm zu fördern?

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