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12.10.2011

07:14 Uhr

Spitzenpositionen

Von der Leyen treibt Frauenquote voran

VonDaniel Delhaes, Dietrich Creutzburg

ExklusivBei der Besetzung von Spitzenpositionen in großen Aktiengesellschaften führt für die Arbeitsministerin kein Weg an der Frauenquote vorbei. Nächste Woche stellen die Dax-Vorstände der Regierung ihre neuen Konzepte vor.

Viele Frauen würden an der gläsernen Decke scheitern. dapd

Viele Frauen würden an der gläsernen Decke scheitern.

BerlinIm Streit über eine Frauenquote für Spitzenpositionen bei großen Aktiengesellschaften hat Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) die Messlatte hoch gesetzt. Zwar habe sie „Respekt vor den Anstrengungen der Personalvorstände, unterhalb der obersten Chefetagen talentierte Frauen in Führung zu bringen“, sagte von der Leyen dem Handelsblatt. „Aber der Lackmustest wird sein, ob die Konzerne bereit sind, sich für die Besetzung von Vorstands- und Aufsichtsratsmandaten mit Frauen ganz konkrete Ziele mit ganz konkretem Zeitplan zu setzen.“ Sie bleibe „überzeugt, dass an der Frauenquote kein Weg vorbeiführt und dass sie über kurz oder lang kommen wird“, sagte die Ministerin

Die Personalvorstände der im Aktienindex Dax gelisteten Unternehmen wollen der Bundesregierung am kommenden Montag ihre neuen Konzepte für einen höheren Anteil von Frauen in Führungspositionen präsentieren. Insbesondere im Hinblick auf die Besetzung von Vorstands- und Aufsichtratsmandaten mit Frauen bezweifelt von der Leyen jedoch, dass die Konzepte ausreichen werden. Neben konkreten Zielmarken und Zeitplänen müssten die Unternehmen auch beantworten, „was sie denn tun wollen, wenn sie diese Ziele wieder verfehlen“, sagte sie. Wo Versprechen nicht eingehalten würden, „kann ein Rahmen Chancen eröffnen“, warb die Ministerin für ein Gesetz.

Von der Leyen wertete ihr Engagement für die Frauenquote als Beitrag zur Sicherung des Wirtschaftsstandorts: „Es ist ein fatales Signal, wenn sich immer wieder der Eindruck verfestigt, dass qualifizierte Frauen hierzulande an der gläsernen Decke grundlos scheitern – in einem Land das dringend mehr Fach- und Spitzenkräfte braucht.“ Doch immerhin gebe es bereits Fortschritte: Seit sie zusammen mit ihrer Kabinettskollegin, Familienministerin Kristina Schröder (CDU), das Thema Frauenquote „bewege“, sei „endlich Fahrt in die Sache gekommen“, sagte von der Leyen.

Kommentare (8)

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Account gelöscht!

12.10.2011, 08:08 Uhr

Was von der Leyen betreibt, ist eine Diskriminirerungspolitik gegen über den Männern.
Es kommt ihr gar nicht darauf an, ob die Frauen zu diesen Aufgaben befähigt sind, oder ob sie es überhaupt möchten?
Es ist ihr nur wichtig, sich wider gegen die Männer durchgesetzt zu haben.
Wie lange können und dürfen wir dies uns noch gefallen lassen?
Für mich zählt nur das Können eines Bewerbers, ob Weiblich oder Männlich.
Ich bin für die sofortige Ablösung, dieser Machtgeilen Frau, sie hat in all ihren Ämtern und Verwendungen, nichts aber auch Garnichts für die Menschen verbessert.
Danke

Account gelöscht!

12.10.2011, 08:27 Uhr

Hierbei geht es natürlich nur um "Spitzenpositionen" in Aktiengesellschaften - keine Rede von Frauenquoten bei der Müllabfuhr oder ähnlich anstrengenden Berufen. Hier wird sich das beste rausgepickt! Wie zeigte der letzte Sozialbericht: "Einmal arm, immer Arm"! Quoten sind dafür auch mit verantwortlich! Es ist wirklich nur noch traurig wie sich unsere "Gesellschaft" entwickelt. Es wird wirklich Zeit diesem System den Rücken zuzukehren!

Malocher

12.10.2011, 08:41 Uhr

Eine Frauenquote wäre für unsere Politikerinnen de facto eine goldene Brücke in die Vorstände grosser Unternehmen. Der typische Quotenvorstand wäre dann: 2 Damen aus der Personalabteilung, zwei Juristinnen und vier Politikerinnen, die mit dem Unternehmen schon vorher bestens zusammengearbeitet haben. Eine Politikerin wie Frau Leyen könnte sich damit jederzeit Vorstandposten herauspicken wie Rosinen.
Unsere PolitikerInnen wären damit endgültig keine Volksvertreter mehr, sondern Lobbyisten und Vorstände in spe. Die grössten Unternehmen würden die Politik in nie da gewesener Weise bestimmen.

Für viele Technologiekonzerne mit einem Anteil von über 90% an männlichen Mitarbeitern wäre die Quote sowieso eine Diskriminierung!

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