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28.05.2013

18:01 Uhr

Sprachdefizite

Schröder-Köpf will Migrantenkinder stärker fördern

ExklusivKinder mit Migrationshintergrund müssten im frühen Kindesalter besser sprachlich gefördert werden, so die niedersächsische Integrationsbeauftragte. Dafür müssten auch die Eltern stärker mit ins Boot geholt werden.

Doris Schröder-Köpf: Integrationsbeauftragte von Niedersachsen. dpa

Doris Schröder-Köpf: Integrationsbeauftragte von Niedersachsen.

BerlinAnlässlich des Integrationsgipfels hat Doris Schröder-Köpf (SPD) als neue Integrationsbeauftragte von Niedersachsen eine bessere frühkindliche Sprachförderung gefordert. „Ein sehr großer Teil der Kinder mit Migrationshintergrund weist im Vorschulalter Sprachdefizite auf und dürfte daher ohne zusätzliche Förderung Probleme haben, dem Schulunterricht zu folgen“, sagte Schröder-Köpf Handelsblatt Online.

„Die Kinder sind dann irgendwann abgehängt, und das müssen wir verhindern“, sagte die die Ehefrau von Altkanzler Gerhard Schröder. Es müsse stärker und gezielter gefördert werden. Zudem müsse es eine bessere Verzahnung zwischen Krippe, Kita und Grundschule geben. Auch im weiterführenden Bereich der Schule müsse die Förderung fortgesetzt werden. „In Niedersachsen haben wir Ansätze dazu, die wir ausbauen wollen“, kündigte Schröder-Köpf an.

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„Es hängt eine Menge davon ab, ob es uns gelingen wird, die Eltern mit Migrationshintergrund stärker mit ins Boot zu holen“, sagte die SPD-Politikerin. „Wir müssen Eltern unterstützen, damit sie wiederum ihre Kinder besser unterstützten können.“ Viele Mütter und Väter mit Migrationshintergrund hätten immer noch Hemmungen, Lehrer anzusprechen, sich über den Leistungsstand ihrer Kinder zu informieren oder zu fragen, wo der Schuh drücke. Elternlotsenprojekte könnten den Kontakt zwischen Schule und Elternhaus intensivieren.

Zudem könnten Lehrer mit Migrationshintergrund eine Vermittlerrolle spielen und als positive Vorbilder dienen. Bei der Polizei seien entsprechende Rollen bereits zu beobachten. „Wir erleben das täglich im Berufsalltag von Polizisten in Niedersachsen, die einen Zuwanderungshintergrund haben. Sie können auf die Sorge und Nöte von Migranten ganz anders eingehen“, sagte Schröder-Köpf.

Von

hea

Kommentare (15)

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Thomas-Melber-Stuttgart

28.05.2013, 18:41 Uhr

Migration - ein Gewinn für Deutschland, auch und gerade finanziell. Zumindest für die Sozialarbeiter.

Alex

28.05.2013, 19:23 Uhr

Wenn Migranten sich zu schade sind um an einem Integrationskurs der VHS teilzunehmen bekommen sie trotzdem 70% ihrer HartzIV-Leistungen

Siehe www.handelsblatt.com/finanzen/recht-steuern/urteile-entscheidungen/aktuelle-urteile-mehr-rechte-fuer-reisende-und-samenspender/7956192.html?slp=false&p=2&a=false#image

"Hartz-IV-Empfängern ohne ausreichende Deutschkenntnisse drohen empfindliche finanzielle Einschnitte, wenn sie die Teilnahme an einem Integrationskurs verweigern. Nach einem am 13. Mai veröffentlichten Urteil des Sozialgerichts Wiesbaden sind die Empfänger der Sozialleistungen verpflichtet, alle Möglichkeiten auszuschöpfen, um ihre Situation auf dem Arbeitsmarkt zu verbessern. Eine unerlässliche Voraussetzung sei dabei das Beherrschen der deutschen Sprache in Wort und Schrift (Az.: S 12 AS 484/10). Eine türkische Mutter von vier Kindern war von ihrem Jobcenter dazu aufgefordert worden, dreimal wöchentlich einen Integrationskurs an der Volkshochschule zu besuchen. Da sich die Frau aber nicht zu dem Kurs zur Verbesserung ihrer Sprachkenntnisse anmeldete, kürzte das Jobcenter ihre Leistungen für drei Monate um 30 Prozent. Dagegen klagte die Frau. Das Sozialgericht sah die Sanktion jedoch als rechtmäßig an. Das Sozialgesetzbuch II beruhe auf dem Prinzip des „Förderns und Forderns“. Die Teilnahme an dem Kurs diene daher dem gesetzlich angestrebten Ziel und sei auch zumutbar gewesen"

Bin ich eigentlich der einzige der sich hier verar...t vorkommt?


@Thomas-Melber: habe vor kurzem gelesen, dass inzwischen die HartzIV-Industrie zusammen mit der Migrationsindustrie der groesste Arbeitgeber im deutschsprachigen Raum sei

Account gelöscht!

28.05.2013, 20:22 Uhr

Die Kernaussage von ihr ist absolut richtig. Sobald eine verbindende gemeinsame Sprache gegeben ist, verlieren sich viele Vorbehalte oft auf null. Angst macht ja nur das 'Fremde', aber gemeinsame Sprache verbindet.

Befremdet fühle ich mich immer nur dann, wenn ich bei McDonalds einen BigMäc hol - und hinter der Theke fleißig in Türkisch rumgebrüllt wird.

Da fühle ich mich ausgegrenzt, ich verstehe sie nicht - und bekomme unterschwellig Angst. Das komische: Die meisten KÖNNTEN JA DEUTSCH, hätten also die Wahl.

Wir sollten es machen wie in Frankreich:

Da wurde in der Verfassung verankert, dass die öffentliche Sprache in Frankreich Französisch ist.

Lasst es uns gleich tun und den mehrsrpachigen Menschen in Deutschland freundlich fordernd nahelegen, als konstruktiver Beitrag ihrerseits ÖFFENTLICH im Bahnhof wie auch im Aldi immer DEUTSCH zu reden.

Dann fühlen sich doch gleich 80% aller Menschen hier wohler...

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