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14.01.2017

15:17 Uhr

Sprengsätze mit Hakenkreuzen

Polizei nimmt mutmaßliche Rechtsterroristen fest

155 Kilogramm Sprengstoff, Bomben versehen mit Hakenkreuzen und SS-Runen: Die Polizei hat in Rheinland-Pfalz zwei mutmaßliche Rechtsterroristen festgenommen. Geplant war wohl ein Anschlag auf ein Flüchtlingsheim.

Polizisten verladen in Lauterecken in Rheinland-Pfalz Sprengstoff in speziellen Schutzbehältern, um ihn abzutransportieren. Mutmaßliche Rechtsterroristen hatten hier 155 Kilogramm Sprengstoff gebunkert. dpa

Pläne für Anschlag auf Flüchtlingsheim

Polizisten verladen in Lauterecken in Rheinland-Pfalz Sprengstoff in speziellen Schutzbehältern, um ihn abzutransportieren. Mutmaßliche Rechtsterroristen hatten hier 155 Kilogramm Sprengstoff gebunkert.

ZweibrückenNach der Sicherstellung von 155 Kilogramm Sprengstoff in der Pfalz prüft die Staatsanwaltschaft nach einem Bericht des Magazins „Der Spiegel“ eine mögliche Verbindung zur rechtsextremen Terrorgruppe Oldschool Society (OSS). Bei der Vernehmung der zwei verhafteten Männer im Alter von 18 Jahren und 24 Jahren habe der Jüngere von einem OSS-Treffen im Sommer in einer Hütte in Rheinland-Pfalz gesprochen, heißt es in dem Bericht. Auch sei bei ihm ein selbst gebauter Sprengsatz mit einem Hakenkreuz und SS-Runen gefunden worden.

In München stehen zurzeit vier mutmaßliche OSS-Führungsmitglieder vor Gericht. Die Bundesanwaltschaft wirft ihnen vor, mit Nagel- und Brandbomben einen Anschlag auf eine Flüchtlingsunterkunft geplant zu haben.

Fremdenfeindliche Anschläge in Deutschland (seit 2015)

Ense (NRW), Januar 2016

Schüsse auf eine Unterkunft für Flüchtlinge sorgen für Angst und Unsicherheit, niemand wird verletzt. Der Staatsschutz ermittelt und stellt mehrere Projektile sicher. Zuvor waren Hakenkreuze an das Haus geschmiert worden.

Leipzig, Februar 2016

Ein Schweinekadaver auf dem Baugelände für eine Moschee in Leipzig wird zum Fall für den Staatsschutz. Schon nach dem Bekanntwerden der Pläne für das islamische Gotteshaus waren 2013 auf dem Gelände blutige Schweineköpfe aufgespießt worden. Muslime betrachten Schweine als unrein.

Nauen (Brandenburg), August 2015

Ein Feuer zerstört eine als Notunterkunft für Flüchtlinge vorgesehene Sporthalle. Nach Erkenntnissen von Polizei und Staatsanwaltschaft steckt eine rechtsradikale Gruppierung dahinter.

Neunkirchen (Saarland), Februar 2016

Unbekannte schleudern Molotow-Cocktails in den Innenhof einer Moschee. Niemand wird verletzt, die Polizei geht von fremdenfeindlichen Motiven aus.

Salzhemmendorf (Niedersachsen), August 2015

Zwei Rechtsextreme schleudern einen Brandsatz in eine Flüchtlingsunterkunft. Ein Teppich und eine Matratze geraten in Flammen. Eine Frau aus Simbabwe und ihre drei kleinen Kinder bleiben unverletzt.

Villingen-Schwenningen (Baden-Württemberg), Januar 2016

Eine scharfe Handgranate wird auf das Gelände einer Erstaufnahmestelle für Flüchtlinge geworfen, explodiert jedoch nicht.

Die beiden Männer wurden am 29. Dezember festgenommen. Ermittelt wird wegen des Verdachts auf einen Verstoß gegen das Sprengstoffgesetz und der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat. Beide bezeichneten sich als Freizeit-Pyrotechniker und gaben an, sie hätten das Material für ein privates Silvesterfeuerwerk nutzen wollen.

Von

dpa

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