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25.07.2016

07:19 Uhr

Sprengstoffanschlag in Ansbach

Bombenanschlag erschüttert Kleinstadt-Idylle

Noch sind längst nicht alle Fragen zum Amoklauf von München beantwortet, da erschüttert abermals eine Gewalttat den Freistaat Bayern. Mitten in der idyllischen Barockstadt Ansbach explodierte eine Bombe.

Zwölf Menschen verletzte der Attentäter, der sich am Eingang zu einem Konzert in die Luft sprengte. dpa

Rettungssanitäter am Tatort

Zwölf Menschen verletzte der Attentäter, der sich am Eingang zu einem Konzert in die Luft sprengte.

AnsbachDer Abend ist schon fortgeschritten, einige haben den Festivalplatz neben dem Ansbacher Schloss bereits verlassen. Andere genießen an diesem lauen Sommerabend noch den Ausklang des „Open Ansbach“-Festivals, als eine lauter Explosionsknall die Fans der „Deutschpoeten“ Philipp Dittberner und Gregor Meyle aus ihren musikalischen Sommerträumen reißt.

Zwölf Menschen werden verletzt, drei davon schwer. Der mutmaßliche Attentäter, ein 27-jähriger Flüchtling aus Syrien, wird getötet.

Anfangs spricht die Polizei noch vorsichtig von einer „Gasexplosion“ und lässt damit zunächst ein Unglück vermuten – Stunden später scheint klar: Terror und Gewalt haben offensichtlich auch die Kleinstadt-Idylle Ansbachs erreicht.

Sprengstoffanschlag in Ansbach: Selbstmörder verletzt Menschen bei Open-Air-Konzert

Sprengstoffanschlag in Ansbach

Selbstmörder verletzt Menschen bei Open-Air-Konzert

Drei Bluttaten in einer Woche in Bayern: Erst die Axt-Attacke in Würzburg, dann der Amoklauf in München und jetzt ein Selbstmordanschlag in Ansbach. Die Ermittler vermuten hier einen islamistischen Hintergrund.

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) hält einen islamistischen Anschlag für wahrscheinlich. Erst in der Nacht zum Samstag hatte ein Amoklauf das öffentliche Leben in der bayerischen Landeshauptstadt München gelähmt, ein paar Tage zuvor ein junger Flüchtling mit einer Axt in einer Regionalbahn in Würzburg Schrecken unter der Bevölkerung verbreitet.

Noch Stunden nach dem Anschlag in Ansbach steht die Beamtenstadt unter Schockstarre. Menschen irren bis tief in die Nacht in der Altstadt umher, diskutieren an den Flatterbändern die Lage, mit denen die Polizei das Gebiet um den Tatort weitläufig abgesperrt hat. Erst langsam sickert auch in den sozialen Netzwerken durch, dass die ohrenbetäubende Explosion am Westausgang des Festival-Geländes „Reitbahn“ nicht etwa von einer defekten Gasflasche herrührte.

So machte schon früh das Gerücht die Runde, ein junger Mann mit langem Bart und Rucksack sei kurz vor der Explosion vor den Westzugang zu dem Festivalgelände auf- und abgegangen. Ein Gerücht, das nach Angaben von Innenminister Herrmann später erste polizeiliche Vernehmungen bestätigen. Die Ermittler gehen davon aus, dass Ziel des Attentäters eigentlich die Festivalbesucher auf der „Reitbahn“ waren.

Dort wurde er aber nicht eingelassen, weil er keine Eintrittskarte hatte – zum Glück. Denn, so sind sich die Ermittler sicher, die von ihm in einem Rucksack verstaute Metallsplitter-Bombe hätte unter den rund 2000 Festivalbesuchern eine große Zahl Todesopfer gefordert.

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